Spinnen breiten sich aus
Taranteln auf dem Vormarsch: Was tun bei einem Biss?
Veröffentlicht:
von Nadine von Parseval:newstime
Flug ab Düsseldorf: Pilot mit Spinnenallergie von Tarantel gebissen
Videoclip • 59 Sek • Ab 12
Ab September beginnt die Wanderzeit der Südrussischen und Schwarzbäuchigen Tarantel. Auf der Suche nach Partnerinnen oder einem Winterquartier können sich die großen Spinnen sogar in Häuser und Garagen verirren. Der Naturschutzbund erklärt, was dann zu tun ist – und bittet um Mithilfe.
Das Wichtigste in Kürze
Ab September sind bestimmte Tarantelarten häufiger unterwegs.
Verirrte Tiere sollten nicht getötet, sondern ins Freie gebracht werden.
Sichtungen können dem Naturschutzbund gemeldet werden.
Eine große Spinne sitzt plötzlich in der Garage oder krabbelt durch den Garten: Im Herbst kann das in einigen Regionen Österreichs häufiger vorkommen. Denn ab September beginnt die Zeit, in der vor allem die Südrussische und die Schwarzbäuchige Tarantel verstärkt unterwegs sind. Die Südrussische Tarantel ist bislang vor allem aus Österreich und anderen Teilen Mittel- und Osteuropas bekannt. Es dürfte jedoch nur eine Frage der Zeit sein, bis sich die großen Achtbeiner auch in Deutschland ansiedeln.
Der Grund ist laut einem Bericht von "5 Minuten" ganz natürlich. Die Männchen machen sich auf die Suche nach einer Partnerin. "Besonders an milden Herbsttagen sind sie viel unterwegs und verirren sich dabei in Garagen, Gärten oder Häuser", erklärt der Naturschutzbund. Auch Weibchen können auf Wanderschaft gehen. Sie suchen geeignete Quartiere für den Winter – und landen dabei möglicherweise ebenfalls in Gebäuden.
Im Herbst sind Taranteln häufiger unterwegs. Verirrt sich ein Tier ins Haus, sollte es vorsichtig ins Freie gebracht werden.
Bild: Adobe Stock
Tarantel im Haus: Bloß nicht töten
Der Anblick der großen Spinnen dürfte bei vielen Menschen zunächst für einen Schreck sorgen. Der Naturschutzbund gibt jedoch Entwarnung: "Von den beiden Achtbeinerinnen geht keine Gefahr aus." Wer eine Südrussische oder Schwarzbäuchige Tarantel im Haus entdeckt, sollte sie deshalb nicht töten. Stattdessen lässt sich das Tier vorsichtig mit einem Glas oder einem ähnlichen Behälter einfangen und wieder nach draußen bringen.
Bei der südrussischen Tarantel empfiehlt Carolina Trcka-Rojas vom Naturschutzbund laut "5 Minuten", sie nicht unmittelbar vor der Haustür auszusetzen. "Sie erinnert sich nämlich, wo sie ins Haus reingegangen ist."
Im Freien gilt dagegen: am besten in Ruhe lassen. Die Tiere sollten weder eingefangen noch an einen anderen Ort gebracht werden. Ein solcher Ortswechsel kann ihre natürliche Wanderung stören und dazu führen, dass sie die Orientierung verlieren.
So groß kann die Südrussische Tarantel werden
Mit einer Körperlänge von bis zu vier Zentimetern gilt die Südrussische Tarantel als größte Spinne Mitteleuropas. Sie fühlt sich vor allem in warmen und sandigen Gebieten mit wenig Vegetation wohl und kommt auch an Gewässerufern vor. In Österreich wurde sie unter anderem im Burgenland, in Wien und im niederösterreichischen Weinviertel nachgewiesen.
2024 gab es zudem einen ersten Nachweis in der Steiermark. Etwas kleiner bleibt die Schwarzbäuchige Tarantel. Sie erreicht eine Körperlänge von bis zu zweieinhalb Zentimetern und bevorzugt warme, trockene Flächen mit sandigen oder steinigen Böden. In Österreich findet man sie vor allem im Burgenland, in der Steiermark und in Kärnten.
Was tun, wenn eine Spinne doch beißt?
Spinnen gelten grundsätzlich nicht als angriffslustig und beißen üblicherweise nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Das Klinikum Wels-Grieskirchen weist darauf hin, dass giftige Spinnenarten in Österreich selten vorkommen und Bisse in der Regel glimpflich verlaufen. Kommt es zu einem Spinnenbiss, sollte die Stelle zunächst mit kaltem Wasser abgewaschen und anschließend beispielsweise mit einem Coolpack gekühlt werden. Die Wunde sollte nicht aufgekratzt werden. Auch ein Wunddesinfektionsmittel kann sinnvoll sein.
Rötungen und Schwellungen sollten anschließend beobachtet werden. Bei Unsicherheit können sich Betroffene in Österreich an die Gesundheitsberatung unter der Telefonnummer 1450 wenden. Bei Kleinkindern oder bekannten Allergien sei besondere Vorsicht geboten, erklärt Elisabeth Modler, Leiterin der Zentralen Notfallambulanz am Klinikum Wels-Grieskirchen.
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Naturschutzbund bittet um Fotos der Taranteln
Wer eine Südrussische oder Schwarzbäuchige Tarantel entdeckt, kann sogar bei der Erforschung ihrer Verbreitung helfen. Der Naturschutzbund bittet darum, Sichtungen über die Plattform "naturbeobachtung.at" oder die dazugehörige App zu melden.
Hilfreich sind möglichst scharfe Fotos aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Aufnahmen können anschließend von Expert:innen bestimmt beziehungsweise bestätigt werden. Der Appell des Naturschutzbundes ist deshalb eindeutig: "Also Handy zücken, Fotos machen und ganz einfach hochladen. Jedes Bild zählt."
Verwendete Quellen:
5min.at: "Tarantel-Zeit beginnt: Was du tun sollst, wenn du diese Riesen-Spinnen siehst"
Klinikum Wels-Grieskirchen: "Was tun beim Biss einer Giftspinne?"
Weravet: "Tarantula cubensis"
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