MSC-Vorsitzender
"Zirkus in Davos": Wolfgang Ischinger kritisiert Grönland-Debatte beim Weltwirtschaftsforum
Veröffentlicht:
von Jana Wejkum:newstime
EU-Sondergipfel nach Grönland-Deal
Videoclip • 24 Sek • Ab 12
Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz äußert seinen Unmut über die Gewichtung der Themen in Davos – und spricht von einer verpassten Chance für ein deutliches Signal nach Moskau.
Es war das große Thema auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos: Donald Trumps Übernahmepläne für Grönland. Die Gefahr einer Militäraktion ist mit einem Grönland-Abkommen vorerst abgewendet. Mit der Bilanz des Treffens zufrieden war Wolfgang Ischinger, der Vorsitzende der im Februar geplanten Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), trotzdem nicht.
"Da kann man nur sagen: Thema verfehlt", urteilte er im ZDF-"Morgenmagazin". Ischinger ging so weit, die Grönland-Debatte als "Zirkus in Davos" zu bezeichnen – "anders kann man es nicht nennen". Europäer:innen und Amerikaner:innen hätten ihre Energie auf die Ukraine konzentrieren müssen, statt sich von Grönland ablenken zu lassen.
Ischinger: "Wir hätten aus Davos ein Signal senden müssen"
Der Streit der westlichen Staaten um Grönland sei laut Ischinger "vollkommen unnötig" und "schädlich". Transatlantisches Porzellan zwischen den Europäer:innen und den Amerikaner:innen sei ganz massiv beschädigt worden. Stattdessen fordert er Schulterschluss: "Wir hätten aus Davos ein Signal senden müssen an die russische Seite, dass jetzt endlich Schluss sein muss mit diesem Krieg."
Auch in den News:
Lob für europäische Doppelstrategie
Ischinger sprach darüber, dass das Verhalten europäischer Staaten zur Einigung mit dem US-Präsidenten beigetragen habe. Die Androhung europäischer Gegenzölle, das behutsame Vorgehen der Europäer:innen, unter anderem des Bundeskanzlers, und auch Gegenwind aus den USA selbst seien maßgebliche Faktoren.
Das Vorgehen der EU, einerseits militärische Unabhängigkeit von den USA anzustreben und andererseits Donald Trump an Bord zu halten, lobte Ischinger. Man könne den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ohne Trump derzeit nicht beenden.
Am Freitag (23. Januar) bestätigte Russland, an den Friedensverhandlungen mit der Ukraine unter der Vermittlung der USA in Abu Dhabi dabei zu sein. Im Fokus steht unter anderem die Frage zur Abtretung von Territorien im Osten der Ukraine an Russland.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Nahost-Konflikt
US-Militär beendet weitere Angriffswelle gegen den Iran

Brand in Bierlokal
Feuer-Drama in Pub in Bangkok: Bericht über mindestens 30 Tote

Tennis
Kein zweiter Grand-Slam-Titel: Zverev verliert Wimbledon-Finale gegen Sinner

Bundestrainer-Entscheidung naht
Klopp mit DFB einig: Jetzt hat Red Bull alles in der Hand

Zustellsystem der Post
Neue Reform des Postgesetzes soll Zeit und Geld sparen

Gefahren im und am Wasser
Hitzewelle lässt Zahl der Badetoten im Juni stark ansteigen

