Nach Davos-Zoff
Kanadas Premier Carney verärgert Trump: "Friedensrat"-Einladung zurückgezogen
Aktualisiert:
von Emre Bölükbasi:newstime
Das steckt hinter Trumps "Friedensrat"
Videoclip • 02:16 Min • Ab 12
Erst eingeladen, dann ausgeladen: Trump entzieht Kanadas Premier Carney plötzlich den Platz in seinem "Friedensrat". Nach scharfen Worten aus Davos eskaliert der Streit zwischen den Nachbarn offenbar.
Das Wichtigste in Kürze
Trump zieht die Einladung an Kanadas Premier Carney zu seinem umstrittenen "Friedensrat" zurück.
Auslöser ist offenbar Carneys deutlicher Widerspruch gegen Trumps Aussagen über Kanada.
Der Konflikt zeigt, wie brüchig das Verhältnis der beiden Nachbarn geworden ist.
US-Präsident Donald Trump hat eine Einladung an Kanadas Regierungschef Mark Carney zu seinem umstrittenen "Friedensrat" zurückgezogen. Der Republikaner teilte dies in einem knappen Post auf seiner Online-Plattform Truth Social mit, ohne einen Grund dafür zu nennen.
Hintergrund zum "Friedensrat"
Erst am Donnerstag (22. Januar) hatte Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ein Gründungsdokument für das Gremium unterzeichnet, das von Kritiker:innen als Angriff auf die Vereinten Nationen gesehen wird.
Der "Friedensrat" war ursprünglich - zumindest offiziell - auf die Umsetzung des Gaza-Friedensplans zugeschnitten. Mittlerweile ist jedoch die Rede davon, dass sich das Gremium noch vieler anderer Konflikte annehmen und eine Ordnung im Sinne des US-Präsidenten schaffen könnte.
Trump entscheidet als Vorsitzender des Rats selbst, wer Mitglied werden kann. Dutzende Länder haben Einladungen zum Eintritt bekommen, zugesagt haben zunächst aber nur wenige, darunter einige autoritär regierte Staaten.
Kanada gehörte zu den Ländern, die zunächst keine feste Zusage gegeben hatten. Carney hatte erklärt, dass sein Land sich grundsätzlich eine Teilnahme vorstellen könne, die Details aber nicht endgültig geklärt seien.
Spannungen zwischen Trump und Carney
Der kanadische Regierungschef fiel in Davos mit einer eindringlichen Rede auf, in der er erklärte, dass das US-geführte globale Regierungssystem derzeit einen Bruch erlebe, der durch die Konkurrenz der Großmächte und eine schwindende regelbasierte Ordnung gekennzeichnet sei. Obwohl Carney Trump dabei nicht namentlich erwähnte, gingen Beobachter:innen davon aus, dass er vor allem den US-Präsidenten im Sinn hatte.
Trump fühlte sich von Carneys Rede offensichtlich angesprochen. Er erklärte in Davos, die USA seien immer sehr großzügig mit Kanada gewesen, dennoch habe sich Carney bei seiner Rede nicht sehr dankbar gezeigt.
Trump hat in der Vergangenheit mehrfach angekündigt, Kanada zum Teil der Vereinigten Staaten machen zu wollen. In Davos betonte er: "Kanada existiert dank der Vereinigten Staaten, denken Sie daran, Mark, wenn Sie sich das nächste Mal äußern".
Carneys Reaktion
Carney hat Trumps Aussagen inzwischen klar widersprochen. Er betonte, dass Kanada und die USA zwar in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit und beim kulturellen Austausch eine bemerkenswerte Partnerschaft aufgebaut hätten, aber: "Kanada existiert nicht wegen der Vereinigten Staaten. Kanada gedeiht, weil wir Kanadier sind."
Bereits im März 2025 hatte Carney nach seiner Wahl zum Parteivorsitzenden der Liberalen Partei erklärt: "Kanada wird niemals in irgendeiner Form Teil Amerikas werden".
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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