Grönland-Konflikt

WM ohne Deutschland – wegen Trump: Wie realistisch ist ein Boykott des Fußball-Fests?

Aktualisiert:

von Michael Reimers

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Merz-Vertrauter schlägt WM-Boykott vor (16. Januar)

Videoclip • 01:12 Min • Ab 12


Der Konflikt um Grönland zwischen Europa und den USA wirft ein neues Licht auf die Fußball-WM 2026. Wie wahrscheinlich ist ein Boykott der Weltmeisterschaft wirklich?

Das Wichtigste in Kürze

  • Angesichts von Donald Trumps Grönland-Forderungen werden Stimmen nach einem Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft, die unter anderem in den USA stattfinden wird, laut.

  • Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt erklärte, er könne sich bei einer Annexion der Arktisinsel nicht vorstellen, "im Sommer in den Staaten ein fröhliches Fußball-Fest zu feiern".

  • Wie realistisch ist ein (Teil-)Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft wirklich?

Der Fußball wird erneut von geopolitischen Spannungen eingeholt: Inmitten des eskalierenden Konflikts zwischen den USA und europäischen NATO-Staaten wegen Donald Trumps territorialen Ansprüchen auf Grönland werden in mehreren europäischen Ländern Stimmen für einen Boykott der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft laut. Das Turnier findet vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in den USA, Kanada und Mexiko statt.

Wer fordert einen WM-Boykott und warum?

In Deutschland hat sich der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt deutlich positioniert. Er könne sich für den Fall einer Annexion Grönlands durch die USA nicht vorstellen, "im Sommer in den Staaten ein fröhliches Fußball-Fest zu feiern". Eine widerrechtliche Besetzung würde aus seiner Sicht bedeuten, dass die Europäer überprüfen müssten, "ob man an solchen Spielen teilnehmen kann". Allerdings gehe er davon aus, dass es nicht so weit kommen werde.

In Großbritannien äußerte sich das konservative Parlamentsmitglied Simon Hoare für entschiedenes Handeln gegen Trump. Die Regierung müsse "Feuer mit Feuer" bekämpfen und stellte sogar den geplanten Besuch von König Charles III. in den USA infrage. Trump müsse dort getroffen werden, wo es ihm wehtue – bei seinem Ego. Der US-Präsident sei "dünnhäutig" und möge es nicht, in Verlegenheit gebracht zu werden.

In den Niederlanden erreichte eine Boykott-Petition an den nationalen Fußballverband KNVB und die Regierung in kurzer Zeit mehr als 100.000 Unterschriften. In dem Aufruf heißt es, es sei "unvereinbar, dass unsere Fußballer an einem Turnier eines Präsidenten teilnehmen, der damit droht, seinen eigenen Verbündeten Grönland zu überfallen und zu besetzen, wodurch er die NATO zerstört und den Weltfrieden gefährdet".

Wie wichtig ist die WM für Trump?

Für Donald Trump stellt die Fußball-WM eine wichtige Bühne im zweiten Jahr seiner zweiten Amtszeit dar, obwohl er bisher kaum Berührungspunkte mit dem Fußballsport hatte. Die WM-Ausrichtung ist für ihn ein bedeutendes Prestigeprojekt.

Zwischen Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte sich bereits vor dem Grönland-Konflikt eine besondere, teils kritisch bewertete Beziehung entwickelt. Während der WM-Auslosung im Dezember überreichte Infantino dem US-Präsidenten den sogenannten FIFA-Friedenspreis - eine Szene, die viele Beobachter:innen als befremdlich empfanden.

Die FIFA hatte zur Kritik an der Nähe zu Trump mitgeteilt, dass Infantino als Präsident "gute Beziehungen" zu den Staatschefs der Gastgeberländer pflegen müsse, um eine erfolgreiche Veranstaltung zu gewährleisten. Ein wohlgesinnter Trump scheint für die Ausrichtung des Turniers mit 48 Mannschaften von wesentlicher Bedeutung zu sein. Der Republikaner hatte bereits mit der Drohung für Aufregung gesorgt, demokratisch geführten US-Städten die Spiele wieder zu entziehen.

Wie wahrscheinlich ist ein WM-Boykott?

Trotz der Debatte wird die WM voraussichtlich wie geplant stattfinden. Das Eröffnungsspiel zwischen Südafrika und Mexiko sowie das erste deutsche Spiel am 14. Juni gegen Außenseiter Curaçao werden wohl wie vorgesehen angepfiffen.

Der Deutsche Fußball-Bund gilt bei Boykott-Debatten als "gebranntes Kind". Auch vor der WM 2022 in Katar wurde intensiv wegen der Menschenrechtslage im Gastgeberland diskutiert. Die deutsche Nationalmannschaft nahm diese Diskussion mit ins Turnier und schied bereits in der Vorrunde aus.

Sportverbände betonen immer wieder die Trennung von Politik und Sport. Boykotte werden generell nicht als Lösung geopolitischer Probleme angesehen. Der niederländische Verband KNVB teilte mit: "Wir haben uns für die Endrunde qualifiziert und werden daran teilnehmen."

Ein Boykott europäischer Mannschaften würde zudem die Fans treffen. Die Spielpaarungen stehen seit Wochen fest, Tausende Menschen haben bereits Tickets gekauft und teure Reisen gebucht. Der Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner (SPD) äußerte sich skeptisch gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" (SZ): "Man bestraft damit die Fans und die Sportler, der Nutzen ist fragwürdig."

Welche Hintergründe haben die Boykott-Aufrufe?

Die Boykott-Debatte steht im Kontext der zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Europa wegen Trumps Besitzansprüchen auf Grönland. Der US-Präsident hatte am 17. Januar 2026 sogar Strafzölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische NATO-Länder angekündigt, die ab dem 1. Februar gelten sollen. Die gestaffelten Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt wird.

Trump begründet seinen Anspruch auf die zu Dänemark gehörende Insel mit Fragen der nationalen Sicherheit und verweist auf eine angebliche Bedrohung durch Russland und China in der Region. Er hatte bereits im Dezember 2024 erklärt: "Im Interesse der nationalen Sicherheit und der Freiheit in der Welt sind die USA der Ansicht, dass der Besitz und die Kontrolle von Grönland eine absolute Notwendigkeit sind."

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen

Nachrichtenagentur dpa

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