Streit um Arktis-Insel
Wegen Trumps Grönland-Plänen: Unionspolitiker schließt WM-Boykott nicht aus
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von Michael ReimersBei der Auslosung der WM-Vorrunde erhielt US-Präsident Donald Trump den FIFA-Friedenspreis.
Bild: Chris Carlson/AP/dpa
Könnte ein WM-Boykott US-Präsident Donald Trump davon abhalten, sich Grönland einzuverleiben? In der Unionsfraktion wird dieser Schritt nicht ausgeschlossen.
Das Wichtigste in Kürze
Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion hat gegenüber der "Bild"-Zeitung einen Boykott der Fußball-WM ins Spiel gebracht.
Hintergrund ist, dass US-Präsident Donald Trump Grönland unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen will.
DFB-Sportdirektor Rudi Völler fordert: Keine politischen Diskussionen mehr unmittelbar vor WM-Spielen.
Donald Trump lässt sich nicht beirren: Grönland soll zur USA gehören. International wird darüber diskutiert, was den US-Präsidenten davon abhalten könnte, sich die riesige Arktis-Insel einzuverleiben. Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, spricht nun sogar einen Boykott der Fußball-WM an. Er sagte der "Bild"-Zeitung: "Eine Turnierabsage käme allenfalls als Ultima Ratio in Betracht, um Präsident Trump in der Grönlandfrage zur Vernunft zu bringen."
Ob Trump ein WM-Boykott nur von Deutschland tatsächlich schmerzen würde, ist fraglich. Anders sehe es sicherlich aus, sollten auch andere europäische Staaten fernbleiben. Gegenüber "Bild" weist Hardt darauf hin, dass Trump bereits klargemacht habe, "welch hohen Stellenwert die WM für ihn hat".
Kritik von der FIFA ist nicht zu erwarten. Der Weltverband hatte Trump zuletzt den neu eingeführten FIFA-Friedenspreis verliehen.
Völler stellt klar: Keine politischen Debatten vor WM-Spiel
Dass es für die sportliche Leistung aber nicht unbedingt eine gute Idee ist, Politik und Sport zu mischen, hat die letzte Fußball-WM gezeigt. In Katar hatte es wegen der Menschenrechts-Situation im Land beim DFB-Team tagelange Diskussionen um die sogenannte "One-Love"-Binde gegeben. Am Ende hatte der Weltverband FIFA die Binde verboten. Vor dem verlorenen Gruppen-Auftakt gegen Japan gab die deutsche Mannschaft ein Statement ab, indem sich die Spieler beim Mannschaftsfoto den Mund zuhielten.
DFB-Sportdirektor Rudi Völler fordert daher: Keine politischen Diskussionen mehr unmittelbar vor WM-Spielen. "Natürlich wird es keinen Maulkorb geben", sagte Völler in der Sport1-Sendung "Doppelpass". Die deutsche Nationalmannschaft werde sich bei der Fußball-WM im Sommer aber nicht mehr von politischen Diskussionen wie 2018 und 2022 beeinflussen lassen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Bild.de: Erster Politiker spricht von Boykott der Fußball-WM in USA
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