US-Wahl

Will US-Rechtsextremist Bannon Präsident Trump nachfolgen?

Aktualisiert:

von Joachim Vonderthann

Der rechtsextreme Vordenker Steve Bannon erwägt laut einem Medienbericht eine Kandidatur für das US-Präsidentschaftsamt im Jahr 2028.

Bild: Ross D. Franklin/AP


Der rechtsextreme Vordenker Steve Bannon prüft offenbar eine mögliche US-Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2028. Tatsächlich Trump-Nachfolger zu werden, ist aber wohl gar nicht das Ziel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der US-Rechtsextremist Steve Bannon erwägt laut einem Medienbericht eine Präsidentschaftskandidatur für das Jahr 2028.

  • Ziel sei es, die politische Agenda der Republikaner zu prägen, nicht zwingend selbst Präsident zu werden.

  • Gleichzeitig wirbt Bannon für eine mögliche dritte Amtszeit von Donald Trump – obwohl das laut US-Verfassung nicht möglich ist.

Der frühere Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, zieht möglicherweise eine eigene Präsidentschaftskandidatur für das Jahr 2028 in Betracht. Laut einem Bericht des Nachrichtenportals Axios prüft Bannon, eine prägende Figur der rechtsextremen Bewegung in den USA, derzeit die Basis für eine mögliche Kampagne. Mehrere Personen aus seinem Umfeld hätten bestätigt, dass er bereits Schritte unternommen habe, darunter die Information über die Gründung eines Political Action Committee (PAC) und Gespräche mit potenziellen Unterstützer:innen.

Bericht: Ex-Trump-Berater Bannon strebt Kandidatur an

PACs spielen in den USA eine zentrale Rolle bei der Finanzierung von Wahlkämpfen, insbesondere bei der Gestaltung von Wahlwerbung, wie n-tv berichtet. Ferner soll Bannon mit möglichen Mitarbeiter:innen über eine Unterstützung seines Vorhabens gesprochen haben. Doch Axios zufolge ist eine tatsächliche Präsidentschaft Bannons kein ernsthaftes Ziel. Vielmehr wolle er die republikanische Debatte prägen und Kandidat:innen dazu bewegen, eine "America First"-Agenda zu verfolgen. Diese Positionen umfassen hauptsächlich die Ablehnung militärischer Interventionen im Ausland sowie eine kritische Haltung gegenüber großen US-Technologieunternehmen.

Bannon nennt Bericht "Blödsinn"

Der ehemalige republikanische Kongressabgeordnete Matt Gaetz erklärte gegenüber Axios: "Die Bannon-Kampagne wird die Außenpolitik von Rand Paul mit der Steuerpolitik von Elizabeth Warren zusammenführen." Damit strebe Bannon eine ungewöhnliche Mischung aus libertären republikanischen und progressiven demokratischen Ideen an.

Trotz der Spekulationen dementierte Bannon eine mögliche Kandidatur gegenüber Axios. Er bezeichnete die Berichte als "Blödsinn" und erklärte, dass er sich auf ein anderes Ziel konzentrieren wolle: die Möglichkeit einer dritten Amtszeit für Donald Trump. Die US-Verfassung schränkt dies zwar auf zwei Amtszeiten ein, doch Bannon äußerte sich kämpferisch: "Wir haben kein Land mehr, wenn wir nicht jede Unze Kampfgeist und Energie von Präsident Trump bekommen." Er wolle Schlupflöcher in der Verfassung nutzen, um sein Ziel zu erreichen.

Obwohl sich Bannon öffentlich auf Trump fokussiert, sieht ein Vertrauter Bannons laut Axios keinen Widerspruch zwischen dessen Unterstützung für Trump und einer möglichen eigenen Kandidatur. Sollte Trump nicht erneut antreten, könnte Bannon "widerwillig sagen, dass er die Verantwortung übernehmen muss".

Rechter Ideologe half Trump einst ins Amt

Bannon, der mit seinen Aussagen immer wieder rechtsextreme Narrative bedient, zählt zu den einflussreichsten Ideologen der Trump-Bewegung. 2016 spielte er eine zentrale Rolle beim Wahlsieg des Republikaners. Im Weißen Haus machte Trump ihn damals zum Chefstrategen, wo Bannon aber nur wenige Monate blieb. Später kam es zu einem Zerwürfnis zwischen den beiden, doch Bannon hielt letztlich an seiner Loyalität zum nun wiedergewählten US-Präsidenten fest. In der aktuellen Regierung hat er kein Amt.

Weil er eine Vorladung des Untersuchungsausschusses zum Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 missachtete und sich weigerte, Dokumente herauszugeben, verbüßte Bannon 2024 eine viermonatige Gefängnisstrafe. Er selbst bezeichnet die Vorwürfe als politisch motiviert.


Verwendete Quellen:

n-tv: "Bericht: Steve Bannon bereitet Präsidentschaftskandidatur vor"

Nachrichtenagentur dpa

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