Jahresbericht für 2025

Weniger Straftaten, mehr Gewalt: Bundespolizei legt Bilanz vor

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

:newstime

Registrierte Gewalt an Bahnhöfen steigt

Videoclip • 01:21 Min • Ab 12


Die Bundespolizei registriert insgesamt weniger Straftaten, aber mehr Gewaltdelikte. Besonders an Bahnhöfen und bei Angriffen auf Einsatzkräfte zeigt der Trend nach oben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bundespolizei registrierte 2025 insgesamt weniger Straftaten, aber mehr Gewaltdelikte und mehr Angriffe auf Einsatzkräfte.

  • Ein Hauptgrund für den Rückgang der Gesamtzahl ist die sinkende Zahl von Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz.

  • Grenzkontrollen und Zurückweisungen wirken aus Sicht der Bundesregierung, doch viele geplante Rückführungen scheitern weiterhin.

Die Bundespolizei hat im vergangenen Jahr in ihrem Zuständigkeitsbereich insgesamt weniger Straftaten registriert – gleichzeitig aber mehr Gewalt. Wie aus dem Jahresbericht 2025 hervorgeht, sank die Gesamtzahl der erfassten Delikte um 5,8 Prozent auf rund 604.700 Fälle. Ein Grund dafür ist vor allem, dass weniger Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz festgestellt wurden.

Anders sieht es bei Gewaltdelikten aus: Ihre Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent auf rund 35.400 Fälle. Dazu zählen laut Bundespolizei unter anderem Körperverletzung, Raub, Widerstand gegen Vollstreckungskräfte sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit und die öffentliche Ordnung. Bei bekannten Tatverdächtigen lag der Anteil deutscher Staatsangehöriger bei 53 Prozent. In 3,9 Prozent aller Gewaltdelikte wurde ein Messer mitgeführt.


Mehr Angriffe auf Einsatzkräfte

Besonders alarmierend ist der Anstieg bei Angriffen auf Bundespolizist:innen. 2025 wurden 3.185 Einsatzkräfte attackiert – das ist ein Plus von 7,4 Prozent. Zu den Taten zählten Faustschläge, Tritte, Bisse und Spuckattacken. Verletzt wurden 818 Polizist:innen, 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Angaben der Bundespolizei standen 53 Prozent der Angreifer:innen unter dem Einfluss berauschender Mittel.

Der Jahresbericht zeigt damit ein gemischtes Bild: Weniger registrierte Straftaten insgesamt bedeuten nicht automatisch weniger Belastung im Alltag der Bundespolizei. Gerade an Bahnhöfen, in Zügen, an Flughäfen und im Grenzraum bleibt die Gewalt ein zentrales Problem.

Migration geht zurück – Kontrollen bleiben wichtig

Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts ist die Entwicklung bei Migration und Grenzschutz. Seit dem 16. September 2024 gibt es an allen deutschen Landesgrenzen Kontrollen bei der Einreise. Im Mai 2025 wurden diese nochmals verschärft. Seither werden – mit Ausnahmen etwa für Kranke oder Schwangere – auch Asylsuchende zurückgewiesen.

Bundespolizeipräsident Dieter Romann sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa): "Die flexiblen und smarten Grenzkontrollen haben auch 2025 ihre Wirkung gezeigt." Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte in seinem Grußwort laut dpa, durch die Maßnahmen seien seit Mai 2025 "über 32.000 illegale Einreisen unmittelbar verhindert" worden. Ob die Kontrollen über September 2026 hinaus bestehen bleiben, hängt nach Angaben der Bundesregierung auch davon ab, ob die neue EU-Asylreform wie erhofft funktioniert.

Auch in den News:

Viele Abschiebungen scheitern weiter

Trotz sinkender irregulärer Migration bleibt ein Problem bestehen: Viele geplante Rückführungen kommen nicht zustande. Von 58.795 geplanten Rückführungen scheiterten im vergangenen Jahr 34.848. In den meisten Fällen passierte das schon vor der Übergabe der Ausreisepflichtigen an die Bundespolizei. Andere Rückführungen platzten wegen medizinischer Gründe, fehlender Dokumente, verweigerter Beförderung oder wegen Gerichtsentscheidungen in letzter Minute.

Zugleich wuchs die Bundespolizei personell weiter. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 arbeiteten 55.369 Menschen bei der Behörde – 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Neue Aufgaben kamen etwa bei der Drohnenabwehr hinzu. Der Bericht macht damit deutlich: Die Bundespolizei ist etwas größer geworden, doch die Herausforderungen bleiben hoch – und in manchen Bereichen sogar gewaltsamer.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Mehr entdecken