Elefantenrunde in der ARD
Weidel verspottet Tim Klüssendorf: "Sie sind von der SPD?
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Cem Özdemir beerbt Winfried Kretschmann
Videoclip • 02:35 Min • Ab 12
Die SPD erlebt einen mehr als bitteren Wahlabend in Baden-Württemberg. In der anschließenden Elefantenrunde muss sich ihr Generalsekretär Klüssendorf auch noch von AfD-Chefin Weidel verhöhnen lassen.
Das Wichtigste in Kürze
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg schafft die SPD nur ganz knapp den Einzug in den Landtag.
In der ARD-Elefantenrunde wird SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf von AfD-Chefin Alice Weidel mit Häme überzogen.
Spöttisch behauptet sie: "Ich habe sie noch nie gesehen."
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Dieses Sprichwort dürfte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf am Sonntagabend (8. März) in den Sinn gekommen sein. Seine Partei hatte zuvor bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg historisch schlecht abgeschnitten und mit 5,5 Prozent nur ganz knapp den Einzug ins Parlament in Stuttgart geschafft. Anschließend musste sich Klüssendorf in der so genannten Elefantenrunde in der ARD, gemeinsam mit anderen Parteichefs und Generalsekretären, Fragen zum Wahldebakel stellen - und wurde dabei von AfD-Chefin Alice Weidel auch noch mit Häme überzogen.
Weidel zu Klüssendorf: "Sie sind von der SPD?"
Nachdem Klüssendorf der AfD, an Weidel adressiert, Vorwürfe in der Steuerpolitik gemacht hatte, sagte die aus Stuttgart ins Berliner Studio zugeschaltete Weidel zu ihm: "Sie haben ja gerade mal fünf Prozent eingefahren. Sie sind, glaube ich, von der SPD, ich habe sie noch nie gesehen. Aber ich glaube, Sie sind von der SPD, nicht wahr?" Klüssendorf reagierte mit einem Lächeln, nach etwas Gemurmel sagte Weidel: "Also von der SPD sind Sie, ja", bevor sie zur Sache weiterredete.
SPD-"General" Klüssendorf, der zuletzt bei Markus Lanz mit Wissenslücken auf sich aufmerksam machte, konterte Weidels Angriff mit einer Anspielung auf deren Wohnsitz in der Schweiz: "Wenn Frau Weidel ihren Wohnsitz in Deutschland hätte, dann würde sie mich vielleicht kennen."
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Auch CDU-Kandidat Hagel bekommt sein Fett weg
Die Wahl im südwestlichen Bundesland haben die Grünen mit ihrem Kandidaten Cem Özdemir mit knappem Vorsprung gewonnen. Die CDU kommt nach dem vorläufigen Endergebnis nur auf Platz zwei. Demnach holten die Grünen 30,2 Prozent (2021: 32,6 Prozent), die CDU lag knapp dahinter mit 29,7 (24,1). Über Monate hatte die CDU mit Landeschef Manuel Hagel in Umfragen deutlich geführt, am Ende holten die Grünen aber rasant auf.
Die Pleite der CDU nahm Weidel, deren AfD ihr Ergebnis in Baden-Württemberg mit 18,8 Prozent fast verdoppelte, zum Anlass, auch mit derm CDU-Spitzenkandidaten abzurechnen. Hagel, den eine alte Videoaufnahme im Wahlkampf in Schwierigkeiten gebracht hatte, sei "so schwach" gewesen, dass letztlich Özdemir gewonnen habe. Es habe sich um eine "reine Personenwahl" gehandelt, sagte die AfD-Chefin weiter. Sie kritisierte zudem, dass Hagel freiwillig auf das Ministerpräsidentenamt verzichten und als Junior-Partner in eine Grün-geführte Regierung gehen wolle. Weidel nannte dies "ein starkes Stück" und "beschämend".
Rein rechnerisch hätte auch eine CDU/AfD-Regierung eine Mehrheit im Stuttgarter Landtag. Eine Zusammenarbeit mit der Rechtspartei lehnte Hagel am Wahlabend jedoch abermals ab. Der Auftrag zur Regierungsbildung liege bei den Grünen und Özdemir, sagte er. Der Wahlsieger seinerseits rief die Christdemokraten zu einer erneuten Zusammenarbeit auf und bot ihnen eine "Partnerschaft auf Augenhöhe" an.
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Verwendete Quellen:
Bild: "„Habe Sie noch nie gesehen“! Weidel blafft SPD-General an"
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Nachrichtenagentur dpa
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