AfD-Parteitag
Weidel und Chrupalla bleiben AfD-Spitzenduo
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Proteste gegen AfD-Parteitag in Erfurt
Videoclip • 01:01 Min • Ab 12
Alice Weidel und Tino Chrupalla bleiben weitere zwei Jahre an der Spitze der AfD. Während Weidel ihr Ergebnis leicht verbessert, verliert Chrupalla deutlich an Zustimmung.
Das Wichtigste in Kürze
Alice Weidel und Tino Chrupalla bleiben AfD-Vorsitzende, Weidel verbessert ihr Ergebnis leicht, Chrupalla fällt deutlich auf 70 Prozent zurück.
In ihren Reden betonten beide den Machtanspruch der Partei, Weidel attackierte zudem Bundeskanzler Friedrich Merz scharf.
Der Parteitag in Erfurt wurde von großen Protesten begleitet, zugleich richtet die AfD den Blick bereits auf die Landtagswahlen im Osten im September.
Die AfD wird auch in den kommenden zwei Jahren von Alice Weidel und Tino Chrupalla geführt. Auf dem Parteitag in Erfurt bestätigten die Delegierten beide Vorsitzenden im Amt. Weidel erhielt 81,3 Prozent der Stimmen, Chrupalla kam auf 70 Prozent.
Damit legt Weidel im Vergleich zum Parteitag 2024 leicht zu, während Chrupalla einen spürbaren Rückgang hinnehmen muss. In Essen hatte er noch knapp 83 Prozent erreicht, Weidel rund 80 Prozent. Gegenkandidat:innen gab es für beide nicht. Zuvor hatten die Delegierten mit deutlicher Mehrheit beschlossen, an der Doppelspitze festzuhalten.
Weidel attackiert Merz, Chrupalla betont Machtanspruch
In ihrer Rede griff Weidel Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scharf an. Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nannte sie ihn den "Vivaldi unter den Regierungschefs", weil auf große Ankündigungen aus ihrer Sicht keine Taten folgten. Lauten Beifall bekam sie mit dem Satz: "Wir werden rigoros abschieben!"
Chrupalla stellte in seiner Bewerbungsrede den Regierungsanspruch seiner Partei in den Mittelpunkt. "Wir wollen regieren", sagte er nach dpa-Angaben. Die AfD habe bewiesen, dass sie Opposition könne, nun müsse sie sich auf mehr vorbereiten. Wörtlich erklärte Chrupalla: "Und wir werden regieren, zuerst in einem Land, dann im Bund."
AfD blickt auf Wahlen im Osten und Streitfragen im Innern
Der Parteitag findet in einer Phase statt, in der die AfD in bundesweiten Umfragen so stark ist wie noch nie. Mit den Landtagswahlen im Osten im September verbindet die Partei Hoffnungen auf eine erste Regierungsbeteiligung. Weidel sprach deshalb von einem "Superwahljahr" für die AfD.
Zugleich zeigte sich, dass die Parteiführung Konflikte vorerst klein halten will. Eine von Thüringens Landeschef Björn Höcke und Unterstützer:innen angestoßene Debatte über die Aufnahme früherer Mitglieder extremistischer Parteien wurde nicht weitergeführt. Weidel kündigte stattdessen an, der neue Bundesvorstand werde die Unvereinbarkeitsliste der Partei überarbeiten.
Auch in den News:
Proteste vor der Messe, Vorstandswahlen folgen noch
Begleitet wurde der Parteitag von großen Protesten in Erfurt. Zehntausende Menschen demonstrierten gegen die AfD. Trotz Blockaden begann das Treffen ohne Verzögerung, weil die meisten der rund 600 Delegierten schon in den frühen Morgenstunden anreisten und von der Polizei begleitet zur Messe gebracht wurden.
Chrupalla eröffnete das Treffen mit den Worten: "Der frühe Vogel fängt den Wurm." Weidel sagte an politische Gegner:innen gerichtet: "Ihr werdet uns nicht kleinkriegen." Neben der Wahl der beiden Vorsitzenden geht es auf dem Parteitag auch um zwölf weitere Vorstandsposten. Dabei zeichnen sich mehrere Kampfabstimmungen ab.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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