Geheimnisvolle Netzwerke aufgedeckt

War Jeffrey Epstein ein Spion für Russland? Neue Akten werfen Fragen auf

Veröffentlicht:

von Benedikt Rammer

:newstime

Geheimverstecke von Epstein entdeckt

Videoclip • 01:16 Min • Ab 12


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Die jüngsten Epstein-Akten werfen Fragen zu seinen Verbindungen zu Geheimdiensten und russischen Eliten auf. Von Erpressungsmethoden bis hin zu politischen Netzwerken – die Dokumente geben neue Einblicke in Epsteins Aktivitäten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jeffrey Epstein unterhielt Kontakte zu hochrangigen Persönlichkeiten aus Russland und anderen Ländern.

  • Es gibt keine direkten Beweise für eine Tätigkeit als Agent oder Spion eines Geheimdienstes.

  • Seine Netzwerke und Methoden werfen weiterhin viele Fragen auf.

Nach der Veröffentlichung neuer Dokumente über den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein verdichten sich Spekulationen über seine möglichen Verbindungen zu internationalen Geheimdiensten. Die Akten werfen Fragen über seine Kontakte zur CIA, zum israelischen Mossad und insbesondere zu russischen Eliten auf. Der polnische Premierminister Donald Tusk kündigte laut "euronews" sogar eine umfassende Untersuchung an, um Epsteins mögliche Beziehungen zum russischen Geheimdienst zu beleuchten.

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Verbindungen zu Russland und Einflussnetzwerke

Die Epstein-Akten zeigen, dass der Finanzier Kontakte zu hochrangigen russischen Persönlichkeiten suchte. Unter ihnen war Sergej Beljakow, ein Absolvent der Akademie des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) und ehemaliger stellvertretender Wirtschaftsminister. Beljakow leitete das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg – ein Treffen, das von Experten als "Russlands Davos" bezeichnet wird und als Schauplatz für politische Netzwerke und potenzielle Erpressungsmethoden gilt.

Craig Unger, Journalist und Autor, sieht Parallelen zwischen Epsteins Handlungen und den Methoden des russischen Geheimdienstes. Insbesondere das Sammeln von kompromittierendem Material, bekannt als "Kompromat", passt in dieses Schema. Laut den Dokumenten versuchte Epstein sogar ein Treffen mit Präsident Wladimir Putin zu arrangieren, was jedoch offenbar nie zustande kam.

Epsteins Umgang mit russischen Persönlichkeiten

Epstein war auch in Kontakt mit Vitaly Churkin, einem ehemaligen russischen Diplomaten bei den Vereinten Nationen. Darüber hinaus zeigen E-Mails, dass Epstein Informationen über eine Frau aus Moskau sammelte, die angeblich einen US-Geschäftsmann erpressen wollte. In einer Nachricht drohte Epstein ihr indirekt mit Konsequenzen durch den FSB, falls sie ihre Drohungen fortsetze.

Neben männlichen Kontakten zielte Epstein auch auf Frauen mit Verbindungen zu Russland ab. Maria Bucher, ehemals Leiterin von Putins Jugendbewegung "Nashi", arbeitete als Publizistin für Epstein in den USA. Trotzdem gibt es keine Beweise dafür, dass sie eine Spionin war.

Auch in den News:

Internationale Geheimdienstverbindungen

Epsteins Netzwerk umfasste nicht nur russische Kontakte, sondern auch Verbindungen zum Mossad und zur CIA. Ein FBI-Memo aus dem Jahr 2020 nährte Spekulationen, dass Epstein möglicherweise als Agent für den israelischen Geheimdienst tätig war. Auch seine langjährige Beziehung zum ehemaligen israelischen Premierminister Ehud Barak wirft Fragen auf. Barak besuchte mehrfach Epsteins Anwesen und reiste einmal zu dessen Privatinsel auf den US-Jungferninseln.

Trotz der umfangreichen Netzwerke bleibt unklar, ob Epstein tatsächlich aktiv für eine Regierung gearbeitet hat. Experten wie Craig Unger halten ihn eher für einen Aktivposten als für einen Spion. "Er hatte Verbindungen zu mehreren Geheimdiensten, aber letztendlich diente er sich selbst", so Unger.

Politische Reaktionen und offene Fragen

Die neuen Enthüllungen haben auch US-Gesetzgeber:innen auf den Plan gerufen. Der republikanische Kongressabgeordnete Thomas Massie behauptet laut "euronews", die unvollständige Veröffentlichung der Akten hänge mit Epsteins Verbindungen zur CIA und zum Mossad zusammen. Solche Spekulationen sind jedoch nicht neu und wurden bereits durch frühere Berichte über Epsteins Reichtum und seine Beziehung zu Ghislaine Maxwell genährt.

Der Kreml selbst wies alle Behauptungen zurück, dass Epstein ein Spion oder Aktivposten für Russland gewesen sei. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte dazu: "Ich würde gerne über solche Versionen scherzen, aber lassen Sie uns nicht unsere Zeit verschwenden."


Verwendete Quellen:

euronews: "Zeigen die Epstein-Akten, dass er für Russland gearbeitet hat?"

Nachrichtenagentur dpa

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