Zum zweiten Mal nach 2020

Porzellanmanufaktur in Kahla meldet erneut Insolvenz an

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von Jana Wejkum

Krisenstimmung in Kahla: Geschäftsführer Daniel Jeschonowski muss die Porzellanmanufaktur erneut sanieren. (Archivbild)

Bild: Bodo Schackow/dpa


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Nach nur sechs Jahren steht das Traditionsunternehmen erneut vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Wie das passieren konnte und was der Iran-Krieg damit zu tun hat.

Dieses Mal soll es die schwache Messe- und Ordersaison sein, die die Porzellanmanufaktur in Kahla an den Rand der Insolvenz führte. Vonseiten der Gastronomie sei die Kaufstimmung zurückhaltend. Am 2. März meldete das Traditionsunternehmen schließlich erneut Insolvenz am Amtsgericht Gera an.

Nicht ganz unschuldig an der Entscheidung ist der nur zwei Tage zuvor ausgebrochene Krieg in Nahost. "Die ohnehin sehr hohen Energiekosten werden wegen des Iran-Krieges weiter ansteigen", heißt es auf dem Portal "Insolvenzbekanntmachungen". Stark gestiegene Energiepreise hätten dem energieintensiven Unternehmen stark zugesetzt.

Manufaktur war bereits 2020 insolvent

Seit mehr als 170 Jahren stellt das südlich von Jena angesiedelte Unternehmen industriell Porzellan her. Zu DDR-Zeiten war in Jena der Sitz des VEB Feinkeramik. Damals gab es 17 Betriebe mit rund 18.000 Beschäftigten in der Stadt. Nach der Wiedervereinigung gingen sie pleite und wurden als Kahla/Thüringen Porzellan GmbH neu gegründet.

Die wechselvolle Geschichte ging weiter: Erst 2020 hatte die Firma nach einem gescheiterten Großauftrag Insolvenz anmelden müssen. Es übernahm der heutige Geschäftsführer Daniel Jeschonowski. Die Umstrukturierung führte dazu, dass die Belegschaft seitdem von rund 250 Mitarbeitenden auf jetzt noch 120 geschrumpft ist.

Vorerst wird die Produktion in Kahla weiterlaufen, Aufträge würden regulär abgearbeitet, heißt es. Über das Insolvenzgeld seien die Beschäftigten zunächst abgesichert. Insolvenzverwalter Thomas Jacobs sagte: "Mein erster Eindruck ist, dass Geschäftsführung und Belegschaft fest hinter der Porzellanmanufaktur Kahla/Thüringen stehen." Die Struktur des Unternehmens solle im Laufe des Verfahrens neu geordnet und der Standort langfristig gesichert werden.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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