75 Jahre Auswärtiges Amt
"Verhängnisvoller Fehler": Steinmeier rechnet scharf mit Iran-Krieg ab
Aktualisiert:
von Emre BölükbasiBundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußert sich bei einer Festveranstaltung des Auswärtigen Amts in Berlin außergewöhnlich kritisch zum Iran-Krieg.
Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundespräsident Steinmeier findet ungewöhnlich klare Worte: Der Iran-Krieg sei ein politischer Fehler. Auch für den Umgang mit Trump hat er einen klaren Ratschlag.
Das Wichtigste in Kürze
Scharfe Worte aus Berlin: Bundespräsident Steinmeier nennt den Iran-Krieg einen verhängnisvollen politischen Fehler.
Er warnt vor einem Abrücken vom Völkerrecht und fordert mehr Distanz zur US-Regierung unter Trump.
Gerade für Europa sei Prinzipientreue entscheidend – auch in Zeiten globaler Krisen.
Mit seltener Deutlichkeit hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Krieg gegen den Iran kritisiert. Bei einer Veranstaltung zum 75. Jahrestag der Wiedergründung des Auswärtigen Amtes in Berlin bezeichnete das Staatsoberhaupt den Konflikt als "politisch verhängnisvollen Fehler", wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.
Steinmeier bezeichnete demnach den von Israel und den USA begonnenen Krieg sogar als "vermeidbar" und "unnötig" – insbesondere dann, wenn das erklärte Ziel gewesen sei, den Iran am Bau einer Atombombe zu hindern.
Der Bundespräsident erinnerte zudem daran, dass der Iran nach dem Atomabkommen von 2015 weiter von nuklearer Abrüstung entfernt gewesen sei als zuvor. An dem Abkommen wirkte er selbst als damaliger Außenminister maßgeblich mit. US-Präsident Donald Trump hatte den Deal in seiner ersten Amtszeit annulliert.
Steinmeier: Völkerrecht nicht links liegen lassen
Neben der scharfen Kritik am Iran-Krieg forderte Steinmeier auch eine klare Linie im Umgang mit der aktuellen US-Regierung. Europa müsse pragmatisch bleiben und sich auf eigene Kerninteressen konzentrieren. Er fügte allerdings hinzu: "Aber Realismus heißt auch: Verbiegen wir uns nicht selbst."
Die deutsche Außenpolitik müsse zwar schlagkräftiger und handlungsfähiger werden, so Steinmeier, doch das gehe nicht auf Kosten des Rechts. "Unsere Außenpolitik wird nicht überzeugender dadurch, dass wir Völkerrechtsbruch nicht Völkerrechtsbruch nennen", warnte er.
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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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