Guterres-Nachfolge
Trump will Infantino offenbar an die Spitze der UNO holen
Veröffentlicht:
von Claudia Scheele:newstime
Wegen Trump: Offizielle Beschwerde gegen Fifa-Boss
Videoclip • 01:21 Min • Ab 12
US-Präsident Donald Trump soll FIFA-Chef Gianni Infantino als künftigen UN-Generalsekretär wollen. Bestätigt ist das bislang nicht.
Das Wichtigste in Kürze
Laut "New York Post" will Donald Trump FIFA-Präsident Gianni Infantino als nächsten UN-Generalsekretär sehen, bestätigt ist das bisher nicht.
Für das Amt bräuchte Infantino die Unterstützung des UN-Sicherheitsrats und danach der Generalversammlung.
Der Bericht passt zu Infantinos Nähe zu Trump während der WM, zeigt aber auch, wie stark Sport und Machtpolitik inzwischen miteinander verknüpft sind.
US-Präsident Donald Trump sieht den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino laut einem Bericht der "New York Post" als künftigen UN-Generalsekretär. Die Zeitung beruft sich dabei auf mehrere nicht namentlich genannte Quellen aus Trumps Umfeld. Ob Infantino selbst das Amt überhaupt anstrebt, ist dem Bericht zufolge offen.
Der Posten an der Spitze der Vereinten Nationen ist politisch heikel und schwer zu erreichen. Damit Infantino UN-Generalsekretär werden könnte, müsste er zunächst die Unterstützung des 15-köpfigen Sicherheitsrats bekommen, in dem die fünf ständigen Mitglieder ein Vetorecht haben. Danach müsste noch die UN-Generalversammlung zustimmen. Eine Bestätigung von Infantino selbst gibt es bislang nicht. Auf eine Anfrage der Zeitung habe er zunächst nicht reagiert.
Nähe zu Trump spielt offenbar eine Rolle
Nach Darstellung der "New York Post" ist Infantino Trump in den vergangenen Monaten nähergekommen, vor allem durch die Organisation der laufenden Fußball-WM. Eine Trump nahestehende Quelle sagte der Zeitung, Infantino werde "von allen auf der Welt respektiert" und Trump sehe in ihm "eine besondere Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen".
Auch Paolo Zampolli, Trumps Sondergesandter für globale Partnerschaften, lobte die Idee in der Zeitung mit deutlichen Worten. "Nur Präsident Trump konnte auf so eine geniale Idee kommen", sagte er. Infantino würde "einen großartigen Job machen" und werde "von allen gemocht". Zampolli verwies zudem darauf, dass Infantino bei der FIFA mit mehr als 200 Mitgliedsverbänden arbeite, während die UNO 193 Mitgliedstaaten habe. Seine Schlussfolgerung: "Giannis starke Bilanz zeigt, dass er führen kann."
Viele Hürden und offene Fragen
Politisch wäre ein solcher Schritt trotzdem ein Bruch mit bisherigen Erwartungen. Eigentlich galt es als wahrscheinlich, dass der nächste UN-Generalsekretär oder die nächste UN-Generalsekretärin aus Lateinamerika oder der Karibik kommen könnte. Genannt werden in dem Bericht unter anderem die frühere chilenische Präsidentin Michelle Bachelet und der argentinische IAEA-Chef Rafael Grossi. Trump soll das Kandidatenfeld laut einer Quelle aber für schwach halten.
Hinzu kommt: Infantino hat bereits seine Wiederwahl als FIFA-Präsident angekündigt. Dieses Verfahren läuft im kommenden März. Zudem steht er selbst in der Kritik. Nach dem Eingreifen Trumps zugunsten des US-Nationalspielers Folarin Balogun bei der WM gibt es Gegenwind aus Europa. Auch Ex-FIFA-Chef Sepp Blatter fordert Infantinos Ablösung.
Auch in den News:
Auch Trumps Verhältnis zur UNO steht dahinter
Der mögliche Vorstoß passt zu Trumps schwieriger Beziehung zu den Vereinten Nationen. Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat er US-Beiträge gekürzt und die Vereinigten Staaten aus mehreren UN-Unterorganisationen zurückgezogen, darunter der WHO, der UNESCO und dem UN-Menschenrechtsrat. Gleichzeitig wirft er der UNO seit Langem vor, bei großen Konflikten zu passiv zu sein.
Verwendete Quellen:
New York Post: "Trump wants FIFA boss Gianni Infantino for UN secretary-general following World Cup"
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