Frauen in Gefahr
WM und häusliche Gewalt – Expertin: "Fußball ist mit Alkohol der Trigger"
Veröffentlicht:
von Sophie Anzer:newstime
Warum Fußball häusliche Gewalt auslöst
Videoclip • 06:44 Min • Ab 12
Bei großen Fußballturnieren steigt häusliche Gewalt teils drastisch an. Studien, Polizei-Zahlen und Expertinnen zeigen auf, wie Emotionen und Alkohol zur Gefahr werden.
Public Viewing, Alkohol, Emotionen und danach eskaliert die Gewalt. Laut dem Bericht "Tackling Violence Against Women and Girls in Sport" von UN Women und Unesco steigt weltweit die Zahl der Polizeimeldungen über häusliche Gewalt während großer Sportereignisse regional um mehr als ein Drittel.
Besonders drastisch seien die Ergebnisse einer Studie der Lancaster University zu den Weltmeisterschaften 2002, 2006 und 2010. Frau Dr. Angela Langenkamp, Vorsitzende von UN Women, ordnet ein: "Die Anzahl der registrierten Fälle stieg bei einem Sieg um 26 Prozent und bei einer Niederlage, wo natürlich die Frustration und die Emotionen nochmal viel stärker sind, sogar um 38 Prozent."
Während des Spiels selbst bleibt es oft ruhig, doch etwa zehn bis zwölf Stunden nach Spielbeginn erreichen die Gewalttaten ihren Höhepunkt, mit einem Plus von 7,4 Prozent.
Expertin: "Fußball ist mit Alkohol der Trigger"
Laut Bundesfrauenministerium, Bundesinnenministerium und Bundeskriminalamt seien 2024 insgesamt 265.942 Menschen Opfer häuslicher Gewalt geworden, so viele wie nie zuvor. Für Deutschland gibt es bislang keine flächendeckenden Daten in Bezug auf häusliche Gewalt im Zusammenhang mit Fußball, aber es gibt Hinweise.
In Berlin stiegen die Anzeigen während der Fußball-EM 2021 um 10 Prozent, beim Turnier 2024 um 6,3 Prozent. Frau Dr. Angela Langenkamp betont im Interview: "Fußball ist nicht die Ursache, sondern Fußball zusammen mit Alkohol ist der Trigger, dass es dann zur Tat kommt."
Wo gibt es Hilfe?
Betroffene können sich Hilfe holen. Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" bietet anonym, kostenlos und in vielen Sprachen Beratung an unter 116 016. Unterstützung gibt es auch unter der BIG-Hotline unter der 030 611 03 00.
Nua Ursprung, Referentin für Information und Kommunikation der BIG-Hotline, sagt dazu: „Bitte, bitte bleiben Sie damit nicht allein. Wenn Sie ein komisches Bauchgefühl haben, wenn Sie denken, dass Sie häusliche Gewalt erleben, haben Sie in der Regel recht damit. Wir wissen, das erste Mal mit jemandem sprechen, das ist richtig herausfordernd, das kann einem Angst machen. Ganz viele schämen sich auch dafür, dass sie Gewalt erleben. Damit sind Sie nicht allein und Sie sind niemals schuld."
Besonders wichtig sei es, früh mit jemandem zu sprechen. Auch Angehörige und Freunde könnten Betroffene behutsam ansprechen und Unterstützung anbieten.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
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