Streit mit Elite-Universität

Trump vs. Harvard: Jetzt verlangt er eine Milliarde Dollar Schadenersatz – doch wofür?

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

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Videoclip • 01:11 Min • Ab 12


Im Herbst forderte er 500 Millionen Dollar, jetzt das Doppelte. Warum pocht der US-Präsident auf eine Zahlung der Elite-Universität?

Das Wichtigste in Kürze

  • Donald Trump hat seine Schadenersatzforderungen gegenüber der Harvard-Universität auf eine Milliarde US-Dollar erhöht.

  • Er dementiert Berichte, wonach eine Einigung erzielt wurde; die Universität selbst hat sich nicht geäußert.

  • Trump wirft mehreren Elite-Universitäten eine linke Gesinnung und Antisemitismus vor – diese sehen im Entzug von Fördergeldern einen Versuch, ihre Unabhängigkeit und Redefreiheit einzuschränken.

Donald Trump fordert von der US-Eliteuniversität Harvard eine Milliarde Dollar Schadenersatz. Am Montagabend (Ortszeit, 2. Februar) schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social: "Wir fordern jetzt eine Milliarde Dollar Schadenersatz, und wollen in Zukunft nichts mehr mit der Harvard-Universität zu tun haben."

Anlass seiner Äußerung ist ein Bericht der "New York Times", wonach die Trump-Regierung die ursprüngliche Forderung nach einer Zahlung von 200 Millionen US-Dollar (knapp 170 Millionen Euro) fallen gelassen habe. Trump dementierte dies, nannte den Bericht in einem folgenden Post "komplett falsch". Zugleich kündigte er rechtliche Schritte gegen die Zeitung an. "Wir werden bald sehen, wie ich in meiner Klage gegen diese Betrüger abschneide", schrieb er.

Universität lehnte Deal bislang ab

Laut CNN hat es seit Monaten Verhandlungen zwischen dem Weißen Haus und der Elite-Universität gegeben. Ziel sei es gewesen, die staatliche Förderung wiederzuerlangen und alle Rechtsstreitigkeiten beizulegen. Trump hatte demnach im September von einem 500-Millionen-Deal gesprochen. Am Montag behauptete er, es sollte eine "wesentlich höhere Summe sein, in Anbetracht der ernsten und ruchlosen Gesetzeswidrigkeiten", welche die Uni begangen hatte.

Belege für strafbare Handlungen nannte Trump nicht. Auch wie er zu der verlangten Summe kommt oder welcher Schaden ihm angeblich entstanden ist, legte er nicht offen.

Die Universitätsleitung hat einen Deal, der eine Geldzahlung beinhaltet, bislang abgelehnt. Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Reuters gab sie keinen Kommentar ab. Der CNN teilte ein Sprecher des Bildungsministeriums mit, "die Verhandlungen mit Harvard werden fortgesetzt".

Auch in den News:

Trumps Kampf gegen Ivy-League-Universitäten

Der Konflikt mit der Harvard-Universität ist Teil einer größeren Auseinandersetzung der Trump-Administration mit mehreren Elite-Universitäten der sogenannten Ivy League. Das Weiße Haus wirft ihnen vor, eine linksliberale Haltung zu haben und unzureichend gegen Antisemitismus vorzugehen. In Harvard hatte es während des Gaza-Kriegs Vorfälle mit propalästinensischen Protesten gegeben, bei denen jüdische Student:innen belästigt worden sein sollen.

Ein Versuch Trumps, die gesamte staatliche Förderung Harvards zu streichen, wurde im September 2025 von einem Gericht gekippt. Der Präsident der Universität, Alan Garber, warf Trump versuchte Einflussnahme vor. "Die Universität wird ihre Unabhängigkeit nicht aufgeben und ihre Verfassungsrechte nicht abtreten", zitiert der "Guardian" ein Statement Garbers vom April 2025.

Indem die Regierung mit Entzug der Fördergelder droht, übt sie Druck auf Universitäten aus. Wie CNN berichtet, haben die Columbia- , Cornell- und Brown-Universität bereits millionenschweren Vereinbarungen mit der Regierung zugestimmt.


Verwendete Quellen:

CNN: "Trump ups demands from Harvard, seeks $1 billion settlement after months of strained talks"

The Guardian: "Trump says he is seeking $1bn in damages in Harvard dispute"

Nachrichtenagentur Reuters

Nachrichtenagentur dpa

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