Höchst umstrittener Deal
Trump unterzeichnet Iran-Abkommen in Versailles
Aktualisiert:
von Momir Takac:newstime
Hormus: Wadephul nennt Bedingungen
Videoclip • 57 Sek • Ab 12
Das Abkommen zwischen dem Iran und den USA ist früher als geplant unterzeichnet worden. Das hat sofortige Auswirkungen auf die Straße von Hormus.
Das Wichtigste in Kürze
Iran und die USA haben das Abkommen schon unterzeichnet.
Laut Vermittler Pakistan tritt es "mit sofortiger Wirkung" in Kraft.
Das beinhaltet auch die Öffnung der blockierten Straße von Hormus.
Laut dem Vermittlerstaat Pakistan tritt das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran nach seiner Unterzeichnung mit "sofortiger Wirkung" in Kraft. Der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif verkündete auf der Plattform X, dass Teheran die Straße von Hormus "unverzüglich wieder öffnen" werde und die USA die Seeblockade iranischer Häfen umgehend aufheben würden.
Zuvor hatten laut Staatsmedien bereits der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghaei, sowie ein US-Beamter mitgeteilt, dass US-Präsident Donald Trump und der iranische Präsident Massud Peseschkian die Vereinbarung unterzeichnet hätten.
Abkommen zwischen Iran und USA bereits unterzeichnet
Pakistan werde mit Unterstützung des ebenfalls als Vermittler fungierenden Golfstaats Katar die offizielle Zeremonie zur Würdigung "dieses Meilensteins" wie geplant an diesem Freitag in der Schweiz ausrichten und die Gespräche auf technischer Ebene aufnehmen, schrieb der pakistanische Regierungschef Sharif.
Trump unterzeichnete das Dokument im französischen Versailles, wo er von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zum Abschluss des G7-Gipfels im Schloss empfangen worden war. Auf einem vom Weißen Haus auf der Plattform X verbreiteten Video ist zu sehen, dass er dort eine Papierversion des Abkommens handschriftlich unterschrieb. Von den Anwesenden gibt es daraufhin Applaus, Macron schüttelt Trump die Hand.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums hatte zuvor laut Staatsmedien erklärt, Trump und Irans Präsident Peseschkian hätten das Abkommen digital unterschrieben. Demnach soll es keine Unterzeichnungszeremonie in der Schweiz geben. Geplant war ursprünglich, dass es dort am Freitag zu einer Unterschrift kommen sollte. Was nun genau am Freitag in der Schweiz passieren soll, ist damit unklar.
Wird die Straße von Hormus jetzt geöffnet?
Wie das US-Nachrichtenportal "Axios" unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Personen berichtete, sollte mit einer vorgezogenen Unterschrift eine schnellere Öffnung der Straße von Hormus erwirkt werden. Der Iran hatte den Verkehr in der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Meerenge kurz nach Kriegsbeginn durch Drohungen und Angriffe auf Schiffe weitgehend zum Erliegen gebracht. Später verhängten die USA eine Seeblockade iranischer Häfen, um Teheran von Öleinnahmen abzuschneiden.
Nach wochenlangen Verhandlungen hatten sich die USA und der Iran am Sonntag auf die Rahmenvereinbarung verständigt. Die am 80. Geburtstag von Trump verkündete Einigung soll den Grundstein für weitere Verhandlungen legen, die etwa Teherans umstrittenes Atomprogramm zum Thema haben.
Auch in den News:
Was die Einigung vorsieht
In dem 14 Punkte fassenden Rahmenabkommen einigten sich beide Seiten unter anderem auf ein "sofortiges und dauerhaftes Ende des Kriegs an allen Fronten, auch im Libanon", wie ein hochrangiger Regierungsbeamter mitteilte. Der Iran verpflichte sich zur Öffnung der Straße von Hormus, die USA im Gegenzug dazu, die Seeblockade iranischer Häfen schrittweise aufzuheben.
Zündstoff stellt weiter eine mögliche durch Teheran erhobene Maut für den internationalen Schiffsverkehr dar. Für die 60 Tage der vertieften Verhandlungen solle es zwar keine Gebührenerhöhung geben. Wie es danach weitergeht, soll der Iran laut Rahmenabkommen aber erst mit dem Oman aushandeln. Die USA hatten eine Maut in der Straße von Hormus wiederholt als inakzeptabel bezeichnet.
Das Nuklearprogramm Teherans soll demnach Gegenstand vertiefter Verhandlungen sein. Als Mindestmaßnahme festgehalten ist laut dem US-Beamten aber bereits, dass das hochangereicherte Uran vor Ort und unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) verdünnt werden soll. Eine endgültige Vereinbarung soll binnen 60 Tagen ausgehandelt werden. Der Zeitraum ist, wenn beide Seiten zustimmen, verlängerbar.
Trump drohte Iran: Bombardieren, wenn sie sich nicht benehmen
Trump hatte dem Iran noch am Mittwoch erneut gedroht. "Wenn sie sich nicht benehmen, werden wir direkt wieder damit beginnen, Bomben mitten auf ihre Köpfe zu werfen", sagte er am Rande des G7-Gipfels am Genfersee. Ähnliche Drohungen hatte er bereits in den vergangenen Wochen geäußert.
Am 28. Februar hatten die USA und Israel ihre Angriffe auf den Iran begonnen. Sie bombardierten Raketenstellungen und Kommandozentren in Teheran und weiten Teilen Irans, dabei wurde der oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei gezielt getötet. Der Iran reagiert mit Angriffen auf Golfstaaten mit US-Militärstützpunkten und Israel.
Seit Anfang April gilt eine äußerst fragile und schon mehrmals gebrochene Waffenruhe. Erklärtes Kriegsziel der USA war es, den Iran davon abzuhalten, Atombomben zu entwickeln.
Mehr entdecken

Eltern aufgepasst
Kinder-Sonnencremes im Test: Diese Discounter-Produkte schützen am besten

Fahndung beendet
Vermisster Sechsjähriger aus Tübingen wohlbehalten gefunden

LKA Niedersachsen fahndet
Beim 38. Freigang auf Motorrad: Mörder flieht in Peine

Wichtige Feier in Schweden
Bald ist Sommersonnenwende und hier wird sie gefeiert

Große Rentenreform
Einsparungen bei Mütterrente? Was der CDU-Wirtschaftsrat fordert

Umstrittene WM
WM-Experte bei Lanz: Trump und Infantino sind Despoten

