Finanzplan wirft Fragen auf
Trump unter Verdacht: Hat er seine Macht für Insider-Handel ausgenutzt?
Veröffentlicht:
von Fabia Söllner:newstime
Truth Social: Trump will Posts zu Geld machen
Videoclip • 01:03 Min • Ab 12
Hat Donald Trump seine Macht für private Börsengeschäfte genutzt? Der aktuelle Finanzbericht des US-Präsidenten wirft einige Fragen auf.
Das Wichtigste in Kürze
Donald Trump sieht sich neuen Vorwürfen wegen möglicher Interessenkonflikte bei Aktiengeschäften ausgesetzt.
Es wird vermutet, dass viele seiner politische Ankündigungen mit seinen Investitionen zusammenhingen.
Beweise für strafbaren Insiderhandel gibt es jedoch bislang nicht.
Neue Vorwürfe gegen Donald Trump: Der US-Präsident steht erneut wegen möglicher Interessenkonflikte in der Kritik. Diesmal geht es um Aktiengeschäfte, von denen er nach Ansicht von Kritikern durch vertrauliche Informationen oder politische Entscheidungen profitiert haben könnte, wie unter anderem "Bild" berichtet. Beweise für strafbaren Insiderhandel gibt es bislang allerdings nicht.
Vorwürfe gegen Trump: Woher kommen sie?
Auslöser der Debatte ist Trumps aktueller Finanzbericht. Demnach erzielte er 2025 hohe Einnahmen – unter anderem mit Kryptowährungen und Aktien. Besonders im Fokus stehen millionenschwere Käufe von Anteilen an mehreren Tech-Konzernen. Kurz darauf machte Trump öffentlich politische Ankündigungen, die sich positiv auf einzelne Unternehmen und deren Aktienkurse ausgewirkt haben sollen.
Zusätzlichen Zündstoff liefert eine Auswertung des US-Senders "CNN". Demnach soll Trump auf seiner Plattform Truth Social insgesamt mehr als 20 Unternehmen erwähnt haben, nachdem er zuvor in deren Aktien investiert hatte. Gleichzeitig kündigte er Regierungsmaßnahmen an, von denen diese Firmen profitieren konnten. Ein Interessenkonflikt, der bei vielen Expert:innen die Alarmglocken läuten lässt.
Deutliche Worte findet zum Beispiel der frühere IWF-Chefökonom und Harvard-Professor Kenneth Rogoff. Er warnt gegenüber der "BILD" vor den Folgen für das Vertrauen in die amerikanische Demokratie. "Das Ausmaß der offenen Korruption Trumps und seiner Regierung ist unfassbar", so der Experte.
Trumps nächster Schritt
Für weitere Kritik sorgt außerdem ein geplanter Bezahlservice auf Trumps Social-Media-Plattform "Truth Social": Nutzer:innen sollen künftig gegen Geld Beiträge des Präsidenten einige Sekunden früher sehen können als alle anderen. Dadurch könnten zahlende Kund:innen bei kursrelevanten Ankündigungen einen Vorsprung an den Finanzmärkten erhalten, warnt unter anderem Kathleen Clark, Professorin an der Washington University School of Law, gegenüber der "BILD".
"Das ist eine weitere dreiste Form der Korruption - eine unangemessene Ausnutzung staatlicher Macht, um sich selbst zu bereichern", so die Expertin.
Auch in den News:
Nicht der einzige Insider-Handel
Ebenso sorgt ein weiterer Fall aus dem Umfeld des Weißen Hauses für Aufsehen: Nach Angaben des US-Senders "ABC News" soll ein Mitarbeiter, der den Teleprompter von Donald Trump betreut, mit Insiderwissen über bevorstehende Reden des Präsidenten auf Prognoseplattformen gewettet und dabei mehr als 100.000 US-Dollar verdient haben.
Der Mann soll vorab Zugang zu den Redetexten gehabt und auf bestimmte Begriffe oder Themen in Trumps Ansprachen gesetzt haben. Das Weiße Haus suspendierte den Mitarbeiter, die zuständige Aufsichtsbehörde untersucht den Fall. Strafrechtliche Konsequenzen gibt es bislang jedoch nicht, berichtet die "Frankfurter Rundschau".
Verwendete Quellen:
Bild: "Insider-Handel-Verdacht immer größer:„Ausmaß der Korruption Trumps ist unfassbar“
Frankfurter Rundschau: "Insiderwetten im Weißen Haus: Trump-Vertrauter soll über 100.000 Dollar verdient haben"
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