Debatte um geistige Fitness

Trump prahlt mit angeblichem Intelligenztest und erzählt vom Eichhörnchen

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

:newstime

Umfrage: Trump so unbeliebt wie nie zuvor

Videoclip • 01:17 Min • Ab 12


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Mit einem ungewöhnlichen Auftritt im Weißen Haus befeuert Donald Trump die Debatte um seine geistige Fitness. Ausgerechnet ein Test mit Löwe, Bär, Alligator – und einem Eichhörnchen – soll seine Stärke beweisen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Donald Trump sorgt mit einer bizarren "Eichhörnchen"-Geschichte für Kopfschütteln.

  • Der US-Präsident prahlte, einen "Intelligenztest" mit Bravour gemeistert zu haben.

  • Tatsächlich handelte es sich dabei eher um einen Test für Alzheimer und Demenz.

Donald Trump sorgt erneut für Aufsehen mit bizarren Aussagen zu seiner geistigen Fitness. In einer Rede im Weißen Haus und auf seiner Plattform Truth Social prahlte der frühere US-Präsident damit, gleich mehrfach einen kognitiven Test "mit Bravour" bestanden zu haben – und verlangte, alle Kandidaten für das höchste Amt müssten sich einem solchen Test unterziehen. Zugleich teilte er scharf gegen seinen Amtsnachfolger Joe Biden und Ex-Präsident Barack Obama aus.

Trump, der in diesem Jahr 80 Jahre alt wird und seit Längerem mit Spekulationen über seinen Gesundheitszustand konfrontiert ist, präsentierte sich als geistig topfit. "Ich fühle dasselbe wie vor 50 Jahren", erklärte er vor Kleinunternehmer:innen im Weißen Haus. Sollte es ihm einmal schlecht gehen, werde man das deutlich sehen können – "genau wie unter der letzten Regierung", sagte er in Anspielung auf Biden. Auf Truth Social schrieb er zudem, jeder Bewerber um das Präsidenten- oder Vizepräsidentenamt solle vor dem Wahlkampf eine "Cognitive Examination" ablegen müssen.


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Trump machte offenbar keinen Intelligenztest

Besonders für Stirnrunzeln sorgte jedoch Trumps detaillierte, teils skurrile Beschreibung der Prüfung. Er schilderte eine angeblich einfache Einstiegsfrage: Man bekomme Bilder von einem Löwen, einem Bären, einem Alligator und – nach kurzem Zögern – "einem Eichhörnchen" gezeigt und müsse benennen, welches das Eichhörnchen sei. "Die ersten Fragen sind sehr leicht, aber in der Mitte wird es sehr schwer", so Trump. Der von ihm beschriebene Test ähnelt dem Montreal Cognitive Test, einem weltweit eingesetzten Verfahren zur Erkennung von Demenz und Alzheimer – kein Intelligenztest.

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Mehrheit zweifelt an Trump

Mehrfach betonte Trump, er sei der einzige Präsident, der einen solchen Test gemacht habe – insgesamt drei Mal, nach eigener Darstellung jeweils mit perfekter Punktzahl. Ein Arzt habe ihm bescheinigt, es sei das erste Mal, dass jemand alle Fragen richtig beantwortet habe, behauptete er. Viele der Zuhörer:innen im Raum würden einen solchen Test nicht "mit Bravour" bestehen, legte Trump nach. Gleichzeitig nutzt er diese Erzählung, um Zweifel an Bidens und Obamas geistiger Eignung zu säen.

Der Entwickler des Tests, der kanadische Neurologe Ziad Nasreddine, betont, der zehnminütige Check sei nicht dazu gedacht, die Intelligenz zu messen, sondern normale kognitive Leistungsfähigkeit zu prüfen. Im Schnitt erzielten Menschen 26 von 30 Punkten, rund zehn Prozent der Personen in Trumps Altersgruppe beantworteten alle Fragen richtig. Laut einer aktuellen Umfrage der "Washington Post" glauben dennoch 59 Prozent der US-Amerikaner, Trump habe nicht mehr die nötige geistige Schärfe für das Präsidentenamt.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

"Washington Post"

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