Epstein-Akten
Epstein-Opfer verklagen US-Regierung und Google
Veröffentlicht:
von Claudia Scheele:newstime
Wie Epstein Wikipedia und Google manipulierte
Videoclip • 01:20 Min • Ab 12
Weil ihre Namen in veröffentlichten Epstein-Akten ungeschwärzt auftauchten, ziehen Betroffene vor Gericht. Sie werfen der US-Regierung und Google vor, sie "geoutet" und erneut traumatisiert zu haben.
Das Wichtigste in Kürze
Epstein-Opfer verklagen die US-Regierung und Google, weil ihre Namen und persönliche Daten in veröffentlichten Ermittlungsakten ungeschwärzt im Netz auftauchten.
Das Justizministerium räumt ein, "die Rechte der Überlebenden verletzt" zu haben und zog einige Dateien zurück – über Google sind viele Inhalte aber weiterhin auffindbar.
Laut Klage werden Betroffene erneut bedroht und beschimpft, sie sprechen von einer zweiten Traumatisierung durch unzureichenden Datenschutz und mangelnde Rücksicht auf Opferrechte.
Opfer des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein klagen in den USA gegen die Regierung in Washington und den Internetkonzern Google. Der Vorwurf: Durch die Veröffentlichung von Millionen Seiten Ermittlungsakten seien ihre Namen und persönliche Daten öffentlich sichtbar geworden – inklusive intimer Details und Nacktfotos.
In der Klageschrift heißt es, das US-Justizministerium habe "etwa hundert Überlebende des verurteilten Sexualstraftäters geoutet, indem es ihre persönlichen Daten veröffentlichte und sie damit der ganzen Welt zu erkennen gab". Die Betroffenen sehen darin einen schweren Verstoß gegen ihre Persönlichkeitsrechte und den Opferschutz.
Millionen Akten, aber Opfernamen nicht geschwärzt
Hintergrund ist das sogenannte "Epstein Files Transparency Act", ein Gesetz, das das Justizministerium verpflichtet, große Teile der Ermittlungsakten zum Fall Epstein zu veröffentlichen. Ende Januar stellte die Behörde nach eigenen Angaben mehr als drei Millionen Dokumente online. Viele Stellen wurden geschwärzt – doch ausgerechnet die Namen zahlreicher Opfer blieben in manchen Dateien lesbar.
Epstein soll nach Erkenntnissen von FBI und Justizministerium über viele Jahre mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an einflussreiche Männer vermittelt haben. Die nun veröffentlichten Akten enthalten laut "New York Times" auch Dutzende Nacktfotos, auf denen die Gesichter der Betroffenen nicht unkenntlich gemacht wurden.
US-Regierung räumt Fehler ein – Google reagiert nicht
Inzwischen hat die US-Regierung nach Angaben der Klägerinnen eingeräumt, "mit der Offenlegung die Rechte der Überlebenden verletzt" zu haben. Die entsprechenden Dateien seien aus den offiziellen Online-Archiven wieder entfernt worden.
Doch im Internet verschwinden solche Inhalte selten vollständig. Über Suchmaschinen und Archivseiten sind viele der Dokumente weiterhin auffindbar. Die Klägerinnen werfen Google vor, ihre Namen und Fotos weiterhin über die Suche und über KI-generierte Inhalte zugänglich zu machen. Bitten, sensible Dokumente zu löschen oder zu de-indexieren, seien bislang ignoriert worden.
Auch in den News:
"Fremde rufen an, schicken Mails, bedrohen sie"
Die Frauen schildern in der Klage, wie sehr die erneute öffentliche Bloßstellung ihr Leben beeinflusst. "Fremde rufen sie an, schicken ihnen E‑Mails, bedrohen ihre physische Sicherheit und beschuldigen sie, mit Epstein unter einer Decke zu stecken, obwohl sie in Wirklichkeit Opfer Epsteins sind", heißt es in dem Schreiben. Viele fühlten sich, als würden sie ein zweites Mal missbraucht.
Epstein war 2008 in einem umstrittenen Deal wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden und verbüßte nur rund 13 Monate, zunächst mit weitreichendem Freigang. 2019 wurde er erneut festgenommen, diesmal wegen vielfachen sexuellen Missbrauchs. Am 10. August 2019 wurde er tot in seiner Zelle aufgefunden, offiziell gilt sein Tod als Suizid.
Mit der nun eingereichten Klage wollen die Überlebenden erreichen, dass ihre Daten konsequent aus den Akten und aus den Suchergebnissen entfernt werden – und dass Regierung und Tech‑Konzerne in Zukunft sensibler mit den Daten von Opfern umgehen.
Verwendete Quellen:
n-tv: "Epstein-Opfer verklagen US-Regierung und Google"
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