Neue Dokumente
Tod von Jeffrey Epstein: Rätsel um Aussage von Gerichtsmedizinerin
Aktualisiert:
von Joachim VonderthannDie genauen Todesumstände von Jeffrey Epstein sorgen weiterhin für Diskussionen. Jetzt steht das jüngst veröffentlichte Protokoll der Pathologin im Fokus.
Das Wichtigste in Kürze
Jeffrey Epsteins Tod wird offiziell als Suizid eingestuft.
Zweifel daran gab es unter anderem wegen Verzögerungen beim pathologischen Befund.
Jetzt wurden dazu neue Dokumente veröffentlicht.
Am Morgen des 10. August 2019 wurde der wegen Sexualstraftaten vorbestrafte Finanzier Jeffrey Epstein tot in seiner Gefängniszelle im Metropolitan Correctional Center in Manhattan aufgefunden. Offiziell wurde sein Tod als Suizid durch Erhängen eingestuft, doch auch sieben Jahre später wird daran immer wieder gezweifelt. Epsteins Bruder Mark und Expert:innen äußerten wiederholt Kritik an der offiziellen Darstellung und fordern eine erneute Untersuchung.
Immer wieder Zweifel an Epsteins Tod
Die Gerichtsmedizinerin Barbara Sampson hatte den Tod fünf Tage nach der Autopsie offiziell als Selbstmord klassifiziert. Diese Entscheidung stieß jedoch auf Skepsis. Mark Epstein erklärte dem australischen Sender ABC kürzlich: "Ich ging völlig davon aus, dass sie nach der Autopsie sagen würden: 'Es ist tragisch, aber Jeffrey hat Selbstmord begangen.'"
Doch Zweifel kamen auf, nachdem bekannt wurde, dass die Autopsie von der Gerichtsmedizinerin Kristin Roman durchgeführt wurde, die zunächst weder "Selbstmord" noch "Tötung" als Ursache eintrug und weitere Untersuchungen anforderte, wie "T-Online" berichtet.
Neue Dokumente erklären nun die verzögerte Entscheidung durch Roman. Im Rahmen des "Epstein Files Transparency Act" sei in diesem Jahr das Protokoll von Romans Vernehmung durch das US-Justizministerium veröffentlicht worden, berichtet "Bild".
Roman sage darin, sie habe nur "gründlich" vorgehen wollen, indem sie mit der formellen Festlegung auf Epsteins Tod als Selbstmord gewartet habe. Sie betonte demnach: "Wäre er eine weniger prominente Person gewesen, die niemand umbringen wollte, hätte ich es wahrscheinlich am Tag der Autopsie als Erhängen eingestuft", sagte Roman.
Gerichtsmedziner geht weiter von Tötung aus
Bei der Autopsie durch Roman war auch Michael Baden, ein renommierter Gerichtsmediziner, anwesend, der von Epsteins Bruder als Beobachter beauftragt wurde. Baden äußerte öffentlich Zweifel an der Selbstmord-These und bleibt auch nach Durchsicht des Roman-Protokolls laut "Bild" dabei: Die Verletzungen am Hals seien ungewöhnlich und könnten eher auf eine Strangulation hindeuten. Laut Baden verlauft der Würgemal-Abdruck horizontal – ein Muster, das bei einem Suizid durch Erhängen normalerweise schräg nach oben verlaufen würde.
Roman hingegen bewertete den Bruch des Zungenbeins als konsistent mit einem Erhängen und widersprach der Einschätzung Badens. Sie räumte jedoch ein, dass ihr keine Möglichkeit gegeben wurde, mit Gefängnismitarbeiter:innen zu sprechen oder die Zelle persönlich zu untersuchen. Stattdessen musste sie sich auf Fotos verlassen. "Selbst ohne zusätzliche Untersuchung sah dieser Fall aus Sicht der Autopsie sehr eindeutig nach einem Erhängen aus", sagte sie laut Ermittlungsprotokoll aus dem Jahr 2022.
Epsteins Bruder glaubt an Mord
Neben den medizinischen Aspekten werfen auch die Umstände der Todesnacht in der Haftanstalt Fragen auf. Laut Dokumenten des US-Justizministeriums wurden in der Nacht von Epsteins Tod vorgeschriebene Kontrollgänge nicht durchgeführt, und Überwachungskameras funktionierten teilweise nicht. Zudem wurde die Zelle nicht als Tatort behandelt, wodurch forensische Spuren verloren gingen.
Besonders brisant ist eine Szene aus Überwachungsvideos, die einen "orangefarbenen Blitz" zeigt, der sich die Treppe zu Epsteins isoliertem Zellenblock hinaufbewegt. Obwohl offiziell angegeben wurde, dass in der Nacht niemand diesen Bereich betreten habe, sorgt diese Aufnahme für weitere Spekulationen.
Epsteins Bruder Mark bleibt überzeugt, dass sein Bruder ermordet wurde und fordert eine neue Untersuchung des Falls. "Wo ich herkomme, da kommt man nicht ungestraft damit davon, meinen Bruder zu ermorden", sagte er zu ABC.
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Verwendete Quellen:
Bild: "Die geheime Aussage der Pathologin"
T-Online: "Epsteins Todesnacht – Zweifel an Aussage von Pathologin"
Nachrichtenagentur dpa
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