Angebliche russische Zusage

Trump kündigt Waffenruhe im Ukraine-Krieg an: So reagiert Selenskyj

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

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Keine Bestätigung für Ukraine-Feuerpause

Videoclip • 39 Sek • Ab 12


Angeblich will Russland eine Woche lang die Waffen ruhen lassen. Was ist dran an Trumps Versprechen? Und was sagt Präsident Selenskyj dazu?

US-Präsident Donald Trump geht weiter seiner Rolle als selbsternannter Friedensstifter nach. Er habe Russlands Staatschef Wladimir Putin persönlich um einen Stopp russischer Luftangriffe gebeten. Grund sei der erwartete schwere Frost in der Ukraine.

Trump behauptete, Putin habe der Feuerpause zugestimmt. Er erwähnte nicht, ab wann dieser Verzicht gelten soll. Eine Bestätigung aus Moskau gibt es bisher nicht. War die Feuerpause wirklich Trumps Idee und wie ernst ist es Russland damit? Und könnte sich das positiv auf weitere Friedensverhandlungen auswirken?

Spekulationen aus Moskau

Schon vor Trumps Ankündigung wurde in Russland und in der Ukraine über eine mögliche Waffenruhe spekuliert. So berichtete etwa der russische Militärblogger Romanov Light, dass das Verteidigungsministerium in Moskau bereits am Donnerstagmorgen (29. Januar) verbot, ukrainische Städte und Energieanlagen zu beschießen. Auch der Blog "Rybar", der dem russischen Verteidigungsministerium nahesteht, verbreitete Gerüchte über eine bevorstehende Teilwaffenruhe.

Die Situation in der Ukraine ist aufgrund des strengen Winters angespannt. Russland greift die Strom- und Wärmeversorgung systematisch an. Im Januar wurde die Hauptstadt Kiew zwei Mal schwer beschossen. Zeitweise stand die Hälfte der Millionenstadt nach erneuten Angriffen ohne Fernheizung da.

Am Wochenende werden Temperaturen von unter minus 20 Grad erwartet. Bürgermeister Vitali Klitschko hat die Einwohner:innen bereits aufgefordert, wenn möglich, Kiew kurzzeitig zu verlassen, um anderswo Schutz zu suchen.

Drohnenangriff schürt Skepsis

In der Ukraine ist man skeptisch, was die angebliche Feuerpause angeht. Der Bürgermeister von Lwiw, Andrij Sadowyj, rief Bürger:innen dazu auf, sich auf den Katastrophenfall vorzubereiten. Er hält es für möglich, dass Russland im Gegenteil den Kälteeinbruch nutzen könnte, um eine schwere Angriffswelle zu starten.

Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj hielt sich zurück. Er dankte den USA für ihre Versuche, ein Moratorium für russische Angriffe auf Energieanlagen zu erreichen. Es werde sich in den kommenden Tagen zeigen, ob es eine solche Waffenruhe tatsächlich geben werde, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft.

Tatsächlich meldete Iwan Fedorow, Gouverneur der umkämpften Region Saporischschja, es habe in der Nacht einen Drohnenangriff auf die Gebietshauptstadt gegeben. In einem Industrieobjekt sei ein Feuer ausgebrochen, verletzt worden sei nach ersten Erkenntnissen niemand. Um welche Art von Anlage es sich handelt, verriet Fedorow nicht.

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Selenskyj gibt sich kooperativ

Sollte es tatsächlich eine Waffenruhe geben, will Selenskyj Russland entgegenkommen. "Wenn Russland nicht auf unsere Energieanlagen feuert, dann werden wir ihre nicht angreifen", sagte er gegenüber Journalist:innen.

Er äußerte sich dabei auch zum russischen Vorschlag zu direkten Gesprächen zwischen Selenskyj und Putin in Moskau. "Fraglos ist das unmöglich, dass ich mich mit Putin in Moskau treffe", erklärte er. Es käme einem Treffen in Kiew gleich, wozu Putin eingeladen sei, "wenn er sich natürlich dazu entschließt", so Selenskyj.

Am Sonntag (1. Februar) sollen die von den USA vermittelten Verhandlungen in Abu Dhabi weitergehen. Datum und Ort können sich laut Selenskyj noch ändern. Bereits am vergangenen Wochenende kam es erstmals seit langem wieder zu direkten Gesprächen der Kriegsparteien. Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen den russischen Angriffskrieg.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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