Umstrittener Schritt
Ohne Beweise: Trump kappt Kinderimpfungen mitten in Masern-Krise
Veröffentlicht:
von Emre Bölükbasi:newstime
Trump kürzt Impfempfehlungen für Kinder
Videoclip • 01:03 Min • Ab 12
Der US-Präsident reduziert Impfempfehlungen für Kinder drastisch. Während die Masernfälle explodieren, setzt die Regierung auf unbelegte Autismus-Thesen.
Das Wichtigste in Kürze
Elf statt siebzehn Krankheiten: Die US-Regierung kürzt den Impfkatalog für Kinder radikal zusammen.
Zur Begründung dient unter anderem eine Autismus-These, für die es keinen wissenschaftlichen Nachweis gibt.
Parallel dazu klettern die Maserninfektionen in den USA auf ein Rekordhoch.
US-Präsident Donald Trump hat am Montag (10. August) per Dekret die offiziellen Impfempfehlungen für Kinder massiv zusammengestrichen. Künftig sollen nur noch Immunisierungen gegen elf statt bisher 17 Krankheiten pauschal empfohlen werden. Impfungen gegen Hepatitis B, Covid-19 und Grippe fallen aus dem allgemeinen Empfehlungskatalog heraus.
Bei der Unterzeichnung im Weißen Haus lieferte Trump im Beisein seines umstrittenen Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr. eine bemerkenswerte Einlassung: Der kombinierte MMR-Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln sei zusammen verabreicht möglicherweise "ziemlich tödlich", behauptete der Präsident. Auf die Frage eines Journalisten, ob es dafür Belege gebe, antwortete Trump schlicht: "Nein." Er habe aber von Menschen gehört, die dies behaupteten.
Masernfälle auf Rekordniveau – Einzelimpfstoffe nicht verfügbar
Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die Maserninfektionen bereits auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten liegen. In den vergangenen anderthalb Jahren – Trump ist seit Januar 2025 im Amt – gab es mehr Fälle als in den 25 Jahren davor zusammen. Im Jahr 2000 hatte die Krankheit in den USA eigentlich als besiegt gegolten.
Trump forderte, den MMR-Kombinationsimpfstoff künftig in drei Einzelimpfungen aufzuteilen und zeitlich versetzt zu verabreichen. Doch genau diese Einzelimpfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln sind in den USA derzeit gar nicht verfügbar. Gesundheitsexperten warnen, dass zusätzliche Arzttermine dazu führen könnten, dass Kinder länger ungeschützt bleiben oder spätere Impfungen ganz ausfallen.
Auch in den News:
Autismus-These ohne wissenschaftliche Grundlage
Trump stellte den Kurswechsel erneut in einen Zusammenhang mit der gestiegenen Zahl von Autismus-Diagnosen. "Ich denke, das wird einen großen Einfluss auf Autismus haben", sagte der Präsident. Auch Gesundheitsminister Kennedy kündigte an, mögliche Zusammenhänge zwischen Impfungen, deren Zeitpunkt und Autismus weiter untersuchen zu wollen.
Die Weltgesundheitsorganisation kommt dagegen nach wiederholter Auswertung zahlreicher Studien zu dem Schluss, dass es keinen Beleg dafür gibt, dass Impfungen Autismus verursachen. Auch ein Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung und Autismus wurde in großen Studien nicht gefunden. Für einen besonderen Nutzen einer Aufteilung des MMR-Impfstoffs gibt es nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC keine wissenschaftlichen Belege.
Gericht hatte ähnlichen Vorstoß bereits gestoppt
Ob die neue Anordnung unmittelbare Auswirkungen haben wird, war zunächst unklar. Ein ähnlicher Umbau der Impfpolitik war im März von einem Bundesgericht vorläufig gestoppt worden. In der Urteilsbegründung hieß es damals, in der Vergangenheit seien solche Entscheidungen nach "Methoden wissenschaftlicher Natur, die durch Verfahrensvorschriften im Gesetz kodifiziert sind" getroffen worden, doch "leider hat die Regierung diese Methoden missachtet und dadurch die Integrität ihres Handelns untergraben".
Zudem liegen viele Befugnisse zu Impfregeln bei den Bundesstaaten selbst. Trump wies das Justizministerium nun an, rechtlich gegen Bundesstaaten vorzugehen, deren Regeln nach Auffassung der Regierung das Recht auf religiös oder medizinisch begründete Impfausnahmen verletzen.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
:newstime verpasst? Hier neueste Folge ansehen
Mehr entdecken

Großeinsatz in Biesdorf
Feuer in Berliner Pflege-Einrichtung – zehn Verletzte

300-Millionen-Schiff reagiert nicht
Mark Zuckerberg: Ignorierte seine Luxusyacht diesen Notruf auf See?

Sommer
Bis zu 38 Grad: Neue Hitzewelle steht bevor

Hitzesommer mit Folgen
Dürre am Rhein: Warum die Schifffahrt zum Erliegen droht

Landtagswahl
Sachsen-Anhalt wählt: AfD weit vor CDU – macht Schulze oder Siegmund das Rennen?

Bohr-Plan ohne Genehmigung
Trump-nahe Energie-Firma sorgt auf Grönland für dicke Luft



