Reformherbst
Sozialreformen: Linnemann setzt auf eine Agenda 2030
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von dpaCDU-Generalsekretär Carsten Linnemann fordert eine "Agenda 2030" nach dem Vorbild von Schröders Reformen.
Bild: Sebastian Gollnow/dpa
Deutschland braucht Reformen, darin sind sich Union und SPD einig. Doch welche? Nach SPD-Chef Klingbeil erinnert nun auch der CDU-Generalsekretär an die Agenda 2010 von Gerhard Schröder.
Das Wichtigste in Kürze
CDU-Generalsekretär Linnemann fordert umfassende Sozialreformen nach dem Vorbild von Schröders Agenda 2010 und spricht von einer notwendigen "Agenda 2030".
Er warnt vor massivem Vertrauensverlust in den Staat, da 73 Prozent der Bürger:innen laut Umfrage keine Lösungskompetenz der Politik sehen.
Linnemann sieht jetzt ein einmaliges Zeitfenster für Reformen in Bereichen wie soziale Sicherung, Bahn und Bürokratie, das die Politik unbedingt nutzen müsse.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat die Bundesregierung zu einschneidenden Sozialreformen nach dem Vorbild des früheren Kanzlers Gerhard Schröder aufgerufen. "Wenn der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil Herrn Schröder für seine mutigen Reformen bei der Agenda 2010 lobt, dann sollten wir genau da ansetzen", sagte Linnemann der "Bild am Sonntag".
Der Regierung bleibe angesichts der Lage gar nichts anderes übrig. "So wie Gerhard Schröder die Agenda 2010 gemacht hat, müssen wir jetzt die Agenda 2030 machen. So einfach ist das", so der Generalsekretär.
Er bezeichnete es als "Kernproblem Deutschlands", dass 73 Prozent der Deutschen kein Vertrauen in die Lösungskompetenz des Staates hätten. Ein entsprechendes Ergebnis hatte kürzlich die jüngste Bürgerbefragung öffentlicher Dienst des Beamtenbundes dbb ergeben. Das Umfrageergebnis gehe mitten ins Mark, sagte Linnemann. "Das zeigt, dass wir mit dem Rücken zur Wand stehen und jetzt liefern müssen."
In Deutschland stehe jetzt nach 20 Jahren zum ersten Mal wieder ein Zeitfenster offen, in dem auch die Mehrheit der Deutschen sage, es könne so nicht weitergehen. "Es sollte für uns Ansporn sein, dieses Zeitfenster zu nutzen. Es wurde viel gesprochen über die sozialen Sicherungssysteme, über die Bahn, über die Bürokratie. Jetzt müssen wir beweisen, dass wir es machen."
Bereits Klingbeil hatte auf Schröder verwiesen
Im März 2003 hatte der damalige Kanzler Schröder als Antwort auf eine wirtschaftliche Durststrecke und hohe Arbeitslosigkeit unter dem Titel Agenda 2010 tiefgreifende Arbeitsmarkt- und Sozialreformen angekündigt. Damals regierten SPD und Grüne. Viele SPD-Wähler nahmen der Partei die harten Einschnitte lange übel, die das neue Hartz-IV-System mit sich brachte.
SPD-Chef Klingbeil hatte vor dem von Kanzler Friedrich Merz (CDU) angekündigten Herbst der Reformen Bezug auf die Agenda 2010 genommen und der "Zeit" gesagt: "Schröder hat mutige Reformen angepackt." Auch heute seien umfassende Reformen nötig, "damit unser Sozialstaat stark, aber auch bezahlbar bleibt und besser funktioniert".
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