Korruptionsverdacht

Skandal um teure Billig-Konserven in Russlands Armee

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

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Seltener Anblick: Putin in Militäruniform

Videoclip • 01:08 Min • Ab 12


Ein neuer Skandal erschüttert die Versorgung der russischen Armee: Millionen teure Fleischkonserven sollen vor allem aus Häuten, Knorpeln und Stärke bestanden haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Neue Vorwürfe gegen die russische Militärversorgung.

  • Konserven im Wert von Millionen Euro sollen kaum Fleisch enthalten haben, obwohl sie als hochwertige Frontverpflegung gedacht waren.

  • Der Fall wirft ein Schlaglicht auf tiefe Mängel im Nachschubsystem.

Korruption gilt als ein strukturelles Problem der russischen Streitkräfte und wird von Beobachter:innen als ein wichtiger Grund dafür gesehen, dass der Angriff auf die Ukraine vielerorts schlecht geplant und dilettantisch umgesetzt wurde.

Besonders sichtbar wird das bei der Versorgung der Soldat:innen. Berichten zufolge litten russische Einheiten unter Mangel an Munition, Verpflegung und Treibstoff; teilweise sollen Essensrationen abgelaufen oder sogar mit Bakterien belastet gewesen sein. Nun ist ein weiterer Fall bekannt geworden, in dem sich russische Kommandeure offenbar zuungunsten ihrer Untergebenen selbst bereichert haben sollen.


8,33 Millionen Euro für minderwertiges Fleisch bezahlt

170 Tonnen Fleischkonserven, die eigentlich für Soldat:innen im Ukraine-Krieg bestimmt waren, sollen nach Untersuchungen wieder von der Front abgezogen worden sein. Nach einem Bericht des polnischen Portals Wiadomosci wurden die Produkte als besonders hochwertig verkauft – tatsächlich sollen sie jedoch kaum echtes Fleisch enthalten haben. Stattdessen seien vor allem Häute, Knorpel und Stärke verarbeitet worden. Für die Lieferung sollen dennoch rund 8,33 Millionen Euro gezahlt worden sein.

Damit steht der Verdacht im Raum, dass minderwertige Ware zu einem massiv überhöhten Preis beschafft wurde. Ermittlungen richten sich laut Bericht gegen einen ranghohen Mitarbeiter des russischen Verteidigungsministeriums sowie gegen Verantwortliche des Herstellers. Im Fokus stehen mögliche Korruptionsdelikte und Bestechung. Brisant ist dabei: Der Fall soll von russischen Frontkommandeuren selbst gemeldet worden sein – ein seltenes Signal aus einem System, in dem Kritik an Missständen oft nur intern und hinter vorgehaltener Hand geäußert wird.

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Korruption in Russland tief verankert

Laut dem Militärökonomen Marcus Matthias Keupp ist Korruption in den russischen Streitkräften seit langer Zeit tief verankert. In so einem System gehen Befehle verloren, werden schlampig umgesetzt oder erreichen die Truppe nur verzerrt. Das schwächt nicht nur die militärische Effizienz, sondern auch die Fähigkeit, komplexe Operationen sauber zu führen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

"Focus"

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