Virales Video

Ehemaliger Soldat Alexander Lunin nach Putin-Kritik in Haft

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

:newstime

Deutscher General warnt Putin: "Kämpfen um jeden Zentimeter"

Videoclip • 01:08 Min • Ab 12


Der russische Ex-Soldat Alexander Lunin fordert öffentlich eine Audienz bei Präsident Putin, um über Missstände an der Front zu sprechen – und landet stattdessen in Polizeihaft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein ehemaliger Soldat verlangte in einem Video eine Live-Audienz bei Putin, um über Misshandlungen von Soldaten zu berichten.

  • Der Kreml reagierte zurückhaltend auf die Forderung.

  • Die russische Justiz schaltete sich ein und ließ Lunins Haus durchsuchen.

Statt der erhofften Begegnung mit Wladimir Putin bekam es der frühere Soldat Alexander Lunin mit der russischen Polizei zu tun: Wie ein Bekannter des Militärbloggers über dessen Telegram-Kanal mitteilte, wurde Lunin zu elf Tagen Ordnungshaft verurteilt. Vorausgegangen war laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa eine nächtliche Hausdurchsuchung in seiner Wohnung in der westrussischen Region Woronesch.


Video von Alexander Lunin ging viral

Ausgelöst hatte die Affäre ein Video, das Lunin auf dem in Russland eigentlich gesperrten Instagram veröffentlicht hatte. Darin verlangte er eine Live-Audienz bei Putin, um ihm "die ganze Wahrheit über das, was bei uns im Land passiert" zu berichten. Soldaten an der Front würden von ihren Befehlshabern ausgenutzt, misshandelt und sinnlos in den Tod geschickt, so seine Vorwürfe.

Für den Fall, dass ihm kein TV-Auftritt neben dem Präsidenten gewährt werde, drohte Lunin, die Armee werde ihre Waffen gegen den Kreml richten. Er behauptete zugleich, hochrangige Militärs und Beamte hätten ihn zu diesem Schritt gedrängt. Binnen kurzer Zeit kam das Video auf rund zehn Millionen Aufrufe und Hunderttausende Likes.

Kreml zeigt sich zurückhaltend

Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte, von der Forderung nach einem Treffen mit Putin gehört zu haben, wollte sich angesichts wachsender Kritik an der Kriegsführung – auch innerhalb der eigenen Truppen – aber zunächst nicht weiter dazu positionieren.

Während Lunin offenbar weiterhin auf ein Gespräch mit dem Staatschef hoffte, schaltete sich die Justiz ein. Nach Angaben seiner Ehefrau durchsuchten Polizeibeamte in der Nacht das gemeinsame Haus, trafen Lunin dabei jedoch zunächst nicht an. Festgenommen wurde er später auf dem Weg nach Moskau.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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