Mit "mobilen Feuertruppen"
Nach Angriff auf Schattenflotte: Moskau will Schiffe bewaffnen
Veröffentlicht:
von Max Strumberger:newstime
Wie gefährlich ist Russlands Schattenflotte?
Videoclip • 04:42 Min • Ab 12
Nach dem mutmaßlichen Angriff auf den LNG-Tanker "Arctic Metagaz" verschärft der Kreml den Ton. Russland will Tanker seiner Schattenflotte künftig mit mobilen Feuergruppen und Marineeskorten sichern.
Das Wichtigste in Kürze
Russland will die Schattenflotte bewaffnen.
Nach einem gemeldeten Angriff vor Libyen kündigt Moskau militärische Begleiteinheiten für seine Öltanker an.
Die Militarisierung ziviler Schifffahrt könnte Handelsrouten noch unsicherer machen.
Russlands umstrittene Schattenflotte gerät zunehmend unter Druck, westliche Länder haben bereits mehrfach verdächtige Tanker gestoppt und geentert. Die Ukraine hat Schiffe offenbar sogar mit Drohnen attackiert. Nun reagiert der Kreml. Nach einem Angriff auf den LNG-Tanker "Arctic Metagaz" vor der libyschen Küste kündigt Moskau den Einsatz sogenannter "mobiler Feuergruppen" zum Schutz russischer Tanker an. Präsidialberater Nikolai Patruschew sprach in einem Interview mit der Tageszeitung "Kommersant" von einem "Akt internationalen Terrorismus" gegen Russland.
Die geplanten Einheiten sollen Tanker unter russischer Flagge auf hoher See begleiten und Angriffe abwehren. Parallel prüft die russische Führung nach Angaben des griechischen Senders "ERT News" den Einsatz bewaffneter Marineeskorten sowie zusätzlicher Abwehrsysteme direkt an Bord. Ziel sei es demnach, Schiffe zu schützen, die russisches Öl transportieren und von westlichen Regierungen als Teil eines Netzes zur Umgehung der Sanktionen betrachtet werden.
Russland umgeht mit Schattenflotte Ölsanktionen
Russland nutzt diese Schattenflotte aus älteren Tankern, um Öl abseits regulärer Handelsrouten zu exportieren. Damit sollen Santionen unterlaufen werden, die nach dem Einmarsch in die Ukraine 2022 verhängt wurden. Die nun diskutierten Schutzmaßnahmen könnten die ohnehin aufgeheizten Spannungen auf Handelsrouten weiter verstärken – insbesondere in Regionen, in denen Schiffe ohne eindeutige Kennzeichnung oder mit abgeschalteten Transpondern unterwegs sind.
Eine unabhängige Bestätigung der russischen Darstellung liegt bislang nicht vor. Weder der Angriff auf den Tanker noch die Verantwortlichkeit Kiews konnten durch neutrale Quellen verifiziert werden. Dennoch nutzt der Kreml den Vorfall, um seine Position zu schärfen und eine mögliche weitere Militarisierung ziviler Schifffahrt anzukündigen – mit unklaren Folgen für Sicherheit, Versicherungen und den internationalen Handel auf den ohnehin umkämpften Seewegen.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
eualive.net/russia-prepares-to-arm-its-shadow-fleet
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