Streit um Sprengstoff-Drohne

Putins Scharfmacher droht Deutschland mit Militärschlägen

Veröffentlicht:

von Christopher Schmitt

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Anschlag in Leipzig: Russland im Fokus

Videoclip • 01:29 Min • Ab 12


Nach den angekündigten Strafmaßnahmen als Reaktion auf die gescheiterte Drohnenattacke schäumt der ehemalige russische Präsident Medwedew. Er droht mit Angriffen in Deutschland.

Das Wichtigste in Kürze

  • Russland weist jede Verantwortung für die Sprengstoff-Drohne am Flughafen Halle/Leipzig strikt von sich.

  • Auf die von Seiten der BRD angekündigten Strafmaßnahmen reagiert der Vizechef des russischen Sicherheitsrats Medwedew mit unverhohlenen Drohungen.

  • Konkret nannte Medwedew einen "direkten Schlag" gegen deutsche Produktionsstätten von Militärtechnik.

Moskau eskaliert im Streit um eine auf dem Flughafen Halle/Leipzig entdeckte Sprengstoff-Drohne: Dmitri Medwedew, Vizechef des russischen Sicherheitsrates, hat Deutschland offen mit militärischen Angriffen gedroht. Die Bundesrepublik verdiene "einen direkten Schlag gegen alle deutschen Produktionsstätten für Militärtechnik", schrieb der für seine aggressiven Äußerungen bekannte Kremlpolitiker am Mittwoch (2. September) bei Telegram.

Konkret nannte Medwedew Rüstungsbetriebe, die für die Ukraine arbeiten – "und durchaus auch einige andere Orte in Berlin". Die Drohung erfolgte, nachdem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) Russland für den Drohnenvorfall verantwortlich gemacht und Strafmaßnahmen angekündigt hatten.

Auch in den News:

Moskau bestreitet jede Beteiligung

Der frühere russische Präsident warf den deutschen Behörden vor, den Angriff erfunden zu haben. Beweise gebe es nicht, betonte Medwedew und beschimpfte die "derzeitige deutsche Führung" als "neonazistisch" und "extrem russophob". Russland betrachtet den Fall als "Provokation", die den Interessen der Ukraine diene.

Als Reaktion auf die deutschen Sanktionen – darunter die geplante Schließung des russischen Konsulats in Bonn und die Kündigung des Vertrags für das Russische Haus in Berlin – kündigte Moskau Gegensanktionen an. Als denkbar gilt eine Schließung des Goethe-Instituts und des Generalkonsulats in St. Petersburg.

Drohungen auch gegen Ukraine

Medwedew drohte zudem mit Vergeltung, sollte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Ankündigung wahr machen, Flughäfen in Russland anzugreifen. Der Kremlpolitiker gab zu bedenken, dass europäische Staatschefs als Geldgeber der Ukraine regelmäßig mit dem Zug nach Kiew reisten – Russland hatte zuletzt auch Bahnanlagen in der Ukraine attackiert.

Kremlchef Wladimir Putin warnte die Ukraine vor "staatlichem Terrorismus". Medwedew warf den europäischen Staatschefs vor, Kiews "Terror" gegen Ziele im russischen Hinterland zu finanzieren.

NATO berät – aber kein Bündnisfall

Deutschland wird den NATO-Rat am Mittwoch (2. September) mit dem gescheiterten Drohnen-Angriff befassen. In dem Gremium werde es eine Aussprache über die wachsende hybride Bedrohung durch Russland geben. Artikel 4 des NATO-Vertrags, der Konsultationen bei Bedrohung eines Mitgliedstaats vorsieht, will die Bundesregierung jedoch nicht ziehen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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