Weitere Drohne entdeckt

Neue Spuren nach Drohnenalarm am Flughafen Leipzig/Halle

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

:newstime

Leipzig verbessert Drohnenabwehr am Flughafen

Videoclip • 01:30 Min • Ab 12


Neue Details zum Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle verschärfen den Verdacht eines geplanten Anschlags. Ermittler:innen haben jetzt eine weitere Sprengstoffdrohne entdeckt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Flughafen Leipzig/Halle könnte ein größerer Anschlagsplan vereitelt worden sein als bislang bekannt.

  • Ermittler:innen fanden eine weitere Drohne und möglicherweise militärischen Sprengstoff unweit des Flughafengeländes.

  • Wer dahinterstecken könnte, bleibt weiter unklar – ein Verdacht drängt sich jedoch auf.

Am Flughafen Leipzig/Halle verdichten sich die Hinweise auf einen größeren Anschlagsplan. Nach Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" gehen die Ermittler:innen davon aus, dass in der Nacht zum 5. August mehrere Drohnen eingesetzt wurden als bislang bekannt. Zunächst war nur eine mit Sprengstoff beladene Drohne im Sicherheitsbereich des Flughafens entdeckt worden. Ihr mutmaßliches Ziel könnten ukrainische Antonov-Frachtflugzeuge gewesen sein, die regelmäßig Rüstungsgüter transportieren. Der Anschlag scheiterte offenbar, weil der Zünder nicht funktionierte.

Außerdem gingen die Ermittler:innen davon aus, dass eine zweite Drohne kurz nach dem Fund mit einem DHL-Frachtflugzeug zusammengestoßen sein könnte. Die Maschine musste wegen der Flughafensperrung durchstarten. Kurz darauf sahen die Piloten in Flughafennähe ein rund 30 Zentimeter großes Objekt. Auch Radardaten sollen Hinweise auf ein kleines Flugobjekt liefern. Bei der Untersuchung des nach Hannover umgeleiteten Flugzeugs stellten Ermittler:innen am Leitwerk eine Beschädigung fest, die nicht von einem Vogelschlag stammen soll.


Weiterer Drohnenfund westlich des Flughafens

Das Fluggerät selbst wurde bislang nicht gefunden. Nach Einschätzung der Ermittler:innen könnte es in die Triebwerke geraten und dabei vollständig zerstört worden sein. Nördlich des Flughafens, in Kursdorf, sicherten die Behörden zudem eine an einem Baum befestigte Antenne samt Elektronik. Die Konstruktion könnte zur Steuerung der Drohne gedient haben. In der Nähe entdeckten die Ermittler:innen verbrannte Erde und Metallteile sowie Hinweise auf eine mögliche Detonationsstelle. Zeug:innen hatten dort wenige Stunden vor dem Drohnenfund einen lauten Knall gehört.

Wie jetzt aber nach Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" bekannt wurde, sind die Ermittler:innen außerdem auf eine dritte Drohne gestoßen. Sie wurde demnach am 14. August auf einem Feld im Kabelsketal westlich des Flughafens entdeckt. Am folgenden Tag stießen Kriminaltechniker:innen des Bundeskriminalamts dort nach Angaben aus Sicherheitskreisen auf eine Substanz, bei der es sich um rund 50 Gramm des hochexplosiven militärischen Sprengstoffs Hexogen gehandelt haben könnte. Bei einer weiteren Suche fanden Polizist:innen auch einen Drohnenmotor und einen Rotor.

Mehr zu dem Thema:

Steckt Russland hinter dem versuchten Anschlag?

Wer hinter dem mutmaßlichen Anschlagsversuch steckt und wie der Einsatz der Drohnen genau geplant war, ist weiterhin offen. Das BKA ermittelt im Auftrag des Generalbundesanwalts; ausgewertet werden unter anderem DNA-Spuren. Sicherheitskreise vermuten eine Beteiligung russischer Geheimdienste. Russland weist jede Verantwortung zurück. Die Bundesanwaltschaft bestätigte die Medienberichte bislang nicht, dementierte sie jedoch auch nicht. Die Ermittlungen dauern an.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur Reuters

RND

Mehr entdecken