Eine Festnahme
Drohnen-Alarm in Köln: Mehrere Sichtungen am Flughafen
Veröffentlicht:
von Benedikt Rammer:newstime
Neue Debatte über Drohnenabwehr
Videoclip • 01:52 Min • Ab 12
Mehrere Drohnensichtungen haben am Mittwoch den Flugbetrieb am Flughafen Köln/Bonn gestört. Zeitweise wurden Landungen aus Sicherheitsgründen ausgesetzt, am Abend leitete die Polizei zudem ein Ermittlungsverfahren ein.
Das Wichtigste in Kürze
Am Flughafen Köln/Bonn wurden am Mittwoch mehrere Drohnen gesichtet, was zeitweise zu einem Stopp der Landungen führte.
Die Deutsche Flugsicherung begründete die Maßnahme mit der Sicherheit des Luftverkehrs und sprach von einer notwendigen Unterbrechung.
Am Abend stellte die Polizei einen Drohnenpiloten fest, gegen den nun ermittelt wird.
Am Flughafen Köln/Bonn hat es am Mittwoch (12. August) über Stunden hinweg mehrere Drohnensichtungen gegeben. Nach Angaben der Bundespolizei ging die erste Meldung bereits am Vormittag ein. Bis in den Nachmittag hinein wurden weitere Flugobjekte gemeldet. Ob es sich dabei immer um dieselbe Drohne oder um mehrere verschiedene Geräte handelte, konnte die Behörde zunächst nicht abschließend klären.
Besonders angespannt war die Lage gegen 12.30 Uhr. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) wurde von der Bundespolizei über eine Drohnensichtung informiert und reagierte mit einer kurzfristigen Einschränkung des Flugbetriebs. Der Flughafen erklärte laut dem Kölner "Express", dass "am Mittag kurzzeitig für rund 30 Minuten keine Landungen möglich" gewesen seien. Zwei ankommende Maschinen mussten demnach umgeleitet werden. Starts konnten nach Angaben des Flughafens aber weiterhin stattfinden.
Schutzmaßnahme: Flughafen steht 30 Minuten still
Die DFS begründete die Unterbrechung laut "Express" mit dem Schutz des Luftverkehrs. "Wird die Drohne im Flughafenbereich oder im Bereich der An- und Abflugverfahren gesichtet, kommt es wie in diesem Fall zu einer kurzfristigen Unterbrechung des Flugbetriebs, um die Sicherheit für alle anderen Luftfahrzeuge zu gewährleisten", erklärte die Flugsicherung. Nach rund 30 Minuten wurde der Betrieb wieder vollständig freigegeben.
Die Behörde betonte zugleich, dass solche Maßnahmen trotz aller Folgen notwendig seien. "Betriebsunterbrechungen sind natürlich für alle Beteiligten ärgerlich – sowohl für die Passagiere als auch für die Airlines. Sie sind aber wie in diesem Fall zur Aufrechterhaltung der Sicherheit leider unumgänglich", so die DFS weiter.
Am Abend kam es dann erneut zu einem Alarm. Nach Angaben der Bundespolizei wurde diesmal eine Drohne im Bereich der am Flughafen ansässigen Bundeswehr gemeldet. Ein Detektionssystem registrierte daraufhin mehrere Drohnen. Im Rahmen der Einsatzmaßnahmen stellte die Polizei Nordrhein-Westfalen im Umfeld des Flughafens einen Drohnenpiloten fest.
Auch in den News:
Drohnenpilot erfasst – Ermittlungen laufen weiter
Wie die Bundespolizei mitteilte, ergab ein Abgleich eine Verbindung zwischen der von dieser Person betriebenen Drohne und einer zuvor erfassten Drohne. Gegen den mutmaßlichen Piloten wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ob die Person auch mit den anderen Sichtungen des Tages in Zusammenhang steht, ist nach Angaben der Behörden noch unklar und Teil der laufenden Ermittlungen.
Auch am späten Abend wurde erneut eine Drohne gemeldet. Weitere Sichtkontakte folgten, einen verantwortlichen Piloten konnten die Einsatzkräfte in diesem Fall jedoch nicht ausfindig machen. Damit bleiben nach dem langen Einsatztag viele Fragen offen. So ist laut Bundespolizei bislang nicht sicher, ob alle gemeldeten Flugobjekte privat betriebene Drohnen waren. Zu technischen Systemen und zum konkreten Vorgehen machten die Beamt:innen aus einsatztaktischen Gründen keine weiteren Angaben.
Fest steht jedoch: Im Umkreis von anderthalb Kilometern rund um den Flughafen ist der Start von Drohnen verboten. Nach dem jüngsten Zwischenfall am Flughafen Leipzig wurden die Sicherheitsmaßnahmen in Köln/Bonn noch einmal verstärkt.
Verwendete Quellen:
Express: "Drohnen am Flughafen Köln/Bonn: Den ganzen Tag Alarm – eine Person gefasst"
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