Zahl Freiwilliger wächst
Pistorius zur Bundeswehr: "Aktive Truppe so groß wie seit zwölf Jahren nicht"
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von Christopher Schmitt:newstime
Bundeswehr-Skandal: Neun Soldaten entlassen (14. Januar)
Videoclip • 01:47 Min • Ab 12
Zum ersten Mal seit Jahren zählt die Bundeswehr wieder merklich mehr Soldat:innen. Das anvisierte Ziel ist jedoch weiterhin nicht in Sicht.
Das Wichtigste in Kürze
Laut Verteidigungsminister Boris Pistorius ist die "aktive Truppe" der Bundeswehr "so groß wie seit zwölf Jahren nicht mehr".
Die aktuelle Truppenstärke liegt offiziellen Angaben zufolge bei 184.200 Männern und Frauen.
Die Zahl der Freiwilligen wächst, dafür bleibt die Abbruchquote weiterhin hoch.
Die Bundeswehr wächst: Erstmals seit Jahren ist die Truppenstärke deutlich gewachsen und umfasst nun 184.200 Männer und Frauen in der aktiven Truppe. Dieser Anstieg von rund 3.000 Soldat:innen zum Stichtag 31. Dezember 2025 markiert eine Trendwende nach Jahren stagnierender oder sinkender Personalzahlen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bewertete die Entwicklung gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) positiv: "Die aktive Truppe ist so groß wie seit zwölf Jahren nicht mehr." Mit mehr als 25.000 neuen Soldat:innen im vergangenen Jahr verzeichnet die Bundeswehr einen Anstieg von 23 Prozent – das beste Einstellungsergebnis seit der Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011.
Deutliche Zunahme bei Freiwilligen
Besonders erfreulich für Pistorius ist die Entwicklung bei den freiwillig Wehrdienstleistenden. Ihre Zahl stieg im vergangenen Jahr auf 12.200; nach 10.300 Männern und Frauen im Jahr 2024, was einem Plus von mehr als 18 Prozent entspricht. Das selbstgesteckte Ziel von 15.000 freiwillig Wehrdienstleistenden wurde jedoch nicht erreicht. Für dieses Jahr ist eine weitere Steigerung auf 20.000 junge Männer und Frauen geplant.
Herausforderungen bleiben
Trotz der aus Bundeswehr-Sicht positiven Entwicklungen bleiben auch Herausforderungen bestehen. Die Abbruchquote liegt weiterhin bei knapp 25 Prozent. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums betonte: "Hier werden wir weiterhin große Anstrengungen darauf richten, die einmal gewonnenen Soldatinnen und Soldaten von einem Verbleib in der Bundeswehr zu überzeugen."
Zu den geplanten Maßnahmen gehören ein transparenteres Erwartungsmanagement bereits vor Dienstantritt, der Ausbau heimatnaher Angebote, attraktivere Infrastruktur und sinnstiftende Ausbildung. Zudem sollen Unzufriedenen alternative Dienstoptionen aufgezeigt werden.
Auch die Zahl der Soldaten auf Zeit (SaZ), die sich für einen bestimmten Zeitraum verpflichten und keine Berufssoldaten sind, ist im vergangenen Jahr erneut auf nun 112.600 gesunken. Jahresberichte der Wehrbeauftragten hatten in der Vergangenheit auf die Gefahr einer Überalterung der Streitkräfte hingewiesen, wenn zu sehr auf Verlängerungen bestehender Dienstverhältnisse gesetzt wird.
Ambitionierte Ziele für die Zukunft
Um die neuen NATO-Ziele erfüllen zu können, muss die Bundeswehr weiterwachsen. Die aktive Truppe soll bis Mitte der 2030er-Jahre auf 260.000 Männer und Frauen vergrößert werden. Zudem sind 200.000 Soldat:innen in der Reserve geplant. Diese Reserve soll wesentlich aus den Männern und Frauen aufgebaut werden, die den neuen Wehrdienst leisten, für den seit Jahresbeginn die gesetzlichen Grundlagen bestehen.
Das Verteidigungsministerium unterstreicht die Dringlichkeit des geplanten Wachstums: Die sicherheitspolitische Lage, die aktuellen NATO-Verteidigungspläne und die daraus resultierenden Aufgaben erfordern nicht nur mehr Personal, sondern auch zusätzliches Material und verbesserte Infrastruktur.
Weiterverpflichtungen als wichtiger Baustein
Um qualifizierte militärische Fachkräfte in den Streitkräften zu halten, hat die Bundeswehr ihre Bemühungen verstärkt. Rund 8.500 Soldat:innen konnten überzeugt werden, einen längeren Dienst zu leisten. Das bedeutet eine Steigerung um sechs Prozent im Vergleich zum Jahr 2024.
Minister Pistorius sieht in den wachsenden Personalzahlen ein Zeichen für das große Vertrauen in die Bundeswehr: "Die Bereitschaft der jungen Menschen, sich für die äußere Sicherheit Deutschlands einzusetzen, steigt. Das stimmt mich optimistisch, dass sich auch in 2026 viele motivierte und engagierte Männer und Frauen für die Bundeswehr entscheiden werden."
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen
Nachrichtenagentur dpa
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