Fast 4.500 Inhaftierte
Massenamnestie in Myanmar: Ex-Präsident frei – Hoffnung für Suu Kyi?
Aktualisiert:
von Jacqueline Bittl:newstime
Myanmar: Wahlen trotz Bürgerkrieg (28. Dezember 2025)
Videoclip • 01:08 Min • Ab 12
Die Militärjunta in Myanmar lässt Tausende Gefangene frei – überraschend auch den früheren Präsidenten Win Myint. Das Vorgehen wirft Fragen auf: Könnte auch Aung San Suu Kyi bald freikommen?
Im Zuge einer überraschenden Massenamnestie hat die Militärführung in Myanmar unter anderem den früheren Präsidenten Win Myint freigelassen. Fast 4.500 Inhaftierte wurden anlässlich des traditionellen Neujahrsfests begnadigt. Unter den Entlassenen befinden sich auch zahlreiche ausländische Staatsbürger:innen. Die Freilassung Win Myints gilt als politisch brisant: Er war nach dem Militärputsch im Februar 2021 festgenommen und später zu mehr als neun Jahren Haft verurteilt worden.
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Win Myint war nach dem Militärputsch am 1. Februar 2021 gemeinsam mit der damaligen Regierungschefin Aung San Suu Kyi festgenommen worden. Ein Gericht verurteilte ihn später wegen angeblicher Vergehen zu einer Haftstrafe von mehr als neun Jahren. Auch Suu Kyi, Friedensnobelpreisträgerin und frühere De-facto-Regierungschefin, wurde zu einer langjährigen Haft verurteilt. Ob sie ebenfalls von der Amnestie profitieren könnte, blieb zunächst unklar.
Insgesamt wurden rund 4.300 Gefangene sowie 179 ausländische Staatsbürger:innen freigelassen. Vor dem berüchtigten Insein-Gefängnis in Yangon warteten zahlreiche Angehörige auf Nachrichten über ihre inhaftierten Familienmitglieder. Unter den Entlassenen soll sich laut verschiedenen Medienberichten auch die preisgekrönte Dokumentarfilmerin Shin Daewe befinden. Sie war 2024 zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Die Militärführung greift an Feiertagen regelmäßig zu Massenbegnadigungen. Die aktuelle Amnestie fällt in eine politisch sensible Phase: Im Dezember und Januar führte die Junta eine international umstrittene Parlamentswahl durch, aus der die vom Militär unterstützte Union Solidarity and Development Party als Sieger hervorgingen. Anfang April wurde zudem Armeechef Min Aung Hlaing vom militärnahen Parlament zum Präsidenten gewählt.
Internationale Beobachter:innen und Kritiker:innen sehen keinen echten demokratischen Prozess. Seit dem Putsch steckt Myanmar in einer schweren Krise. Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang und anhaltender Widerstand gegen die Militärführung prägen das Land bis heute.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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