Spionageverdacht
Mutmaßliche Agententätigkeit für China: US-Bürger droht Prozess in Deutschland
Veröffentlicht:
von dpaDas Verfahren liegt nun bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die Anklage wegen mutmaßlicher China-Spionage erhoben hat.
Bild: Christoph Schmidt/dpa
Ein US-Amerikaner wird in Frankfurt unter Spionageverdacht festgenommen. Er soll chinesischen Diensten sensible Informationen des US-Militärs angeboten haben. Nun entscheidet das Oberlandesgericht Koblenz, ob es zum Prozess kommt.
Die Bundesanwaltschaft hat einen US-Amerikaner, der auf einem Militärstützpunkt in Deutschland arbeitete, wegen mutmaßlicher Spionage für China angeklagt. Die Karlsruher Behörde wirft dem Mann vor, einem chinesischen Nachrichtendienst sensible Informationen des US-Militärs angeboten zu haben.
"Der Beschuldigte ist hinreichend verdächtig, sich in einem besonders schweren Fall gegenüber einem ausländischen Geheimdienst zur geheimdienstlichen Agententätigkeit bereit erklärt zu haben", heißt es in einer Mitteilung. Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Koblenz muss entscheiden, ob er die Anklage zulässt und einen Prozess ansetzt.
Der Mann soll zwischen 2017 und Frühjahr 2023 für einen zivilen Vertragspartner des US-Verteidigungsministeriums gearbeitet haben, teilte die oberste Anklagebehörde mit. "Spätestens seit 2020 übte er seine Tätigkeit auf einem US-amerikanischen Militärstützpunkt in Deutschland aus." Im Sommer 2024 habe der Mann mehrfach chinesische staatliche Stellen kontaktiert und die Übermittlung sensibler Informationen des US-amerikanischen Militärs zur Weiterleitung an einen chinesischen Nachrichtendienst angeboten.
Unzufrieden mit Arbeitgeber?
Zu einer Übermittlung von Daten an chinesische Stellen soll es nach ersten Erkenntnissen seinerzeit allerdings nicht gekommen sein. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) soll der Mann unzufrieden mit seinem früheren Arbeitgeber gewesen sein. Ob dies möglicherweise ein Motiv des US-Amerikaners war, sollte das Ermittlungsverfahren klären.
Beamt:innen des Bundeskriminalamts hatten den Mann Anfang November in Frankfurt am Main festgenommen. Zudem wurde die Wohnung des Beschuldigten durchsucht. Er sitzt seither in Untersuchungshaft. Bei den Ermittlungen habe die Bundesanwaltschaft eng mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz zusammengearbeitet, hieß es damals in der Mitteilung.
Kein Einzelfall
Die Bundesanwaltschaft hatte in den vergangenen Monaten mehrere Menschen festnehmen lassen, die für einen chinesischen Geheimdienst spioniert haben sollen. Aufsehen erregte im April 2024 vor allem die Festnahme eines Ex-Mitarbeiters des AfD-Europaabgeordneten Maximilian Krah. Dieser soll Informationen aus dem EU-Parlament übermittelt und chinesische Oppositionelle in Deutschland ausgespäht haben. Der Prozess hierzu läuft.
Mehr News

Tel Aviv
Zehntausende demonstrieren in Israel gegen Netanjahus Regierung

Baden-Württemberg
Fünf Verletzte bei Auffahrunfall auf der A 81 bei Möckmühl

Tragödie
Berlin-Reinickendorf: Feuerwehr findet Leiche in Kellerwohnung

Soziale Bewegung
Frankreich: Erneut protestieren Hunderttausende

Mythos-Wundermittel
Stiftung Warentest empfiehlt nur zwei Vitamin-D3-Produkte

Winterzeit beginnt
Winterzeit und innere Uhr: Warum wir nach der Umstellung müde sind

Falsche Polizisten am Telefon
Schockanruf bei Seniorin: 89-Jährige verliert fünfstellige Summe an Betrüger

19 Produkte im Test
Salzstangen bei Öko-Test – bei diesen Marken vorsichtig sein

CSU-Parteitag
Stromkosten sollen sinken: Merz stellt klare Forderung für 2027

