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"Amerikanischer Albtraum": Der Kampf der Indigenen um ihre Zukunft
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Zu Gast bei den Lakota-Indigenen
Videoclip • 04:14 Min • Ab 12
Vor den Midterms geht unser :newstime-Reporter Axel Storm auf große USA-Reise. Von Ost nach West verfolgt er die Frage: Was beschäftigt die Bürger:innen der Vereinigten Staaten?
Donald Trump steht nicht auf dem Wahlzettel, wenn die US-Amerikaner:innen bei den Midterms abstimmen. Doch nicht nur für das Land sind die Zwischenwahlen am Dienstag (3. November) richtungsweisend, auch für den US-Präsidenten. Falls die "blaue Welle" der Demokraten wirklich über den Republikaner hereinbricht, könnten die veränderten Mehrheiten im Kongress die MAGA-Politik Trumps ausbremsen. Ein Triumph der Republikaner würde seine Position hingegen stärken.
Kurz vor den richtungsweisenden Wahlen reist :newstime-Korrespondent Axel Storm Richtung Westen. Im Rahmen seiner Reihe "Go West" durchquert er die Vereinigten Staaten von Minnesota bis Oregon und fragt: Was bewegt Amerika kurz vor den Midterms?
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Indigene und der "Amerikanische Albtraum"
An insgesamt sechs Stationen sammelt Storm Stimmungsbilder ein und spricht mit den Menschen, die unmittelbar von den Wahlergebnissen betroffen sind. Unter anderem besucht er das Indigenen-Reservat Pine Ridge. Dies ist nicht nur eine der ärmsten Regionen der USA, sondern auch ein Ort, an dem die Lakota-Indigenen eigentlich nicht leben möchten.
Unter anderem fährt Storm mit dem Oglala Lakota Lloyd Große Krähe zu einem vermutlich aus den 1950er-Jahren stammenden Gefängnis. "Ich weiß nicht, wie viele von uns in diesem Gefängnis gestorben sind. Ich bin mir sicher, viele", so der Mann. Die US-Regierung hat ihr Land genommen und würde gerne, dass sie "einfach" US-Amerikaner:innen sind, statt ihre eigene Kultur auszuleben. "Amerikanischer Traum sagen viele, amerikanischer Albtraum sagen wir. Amerika entstand durch unser Elend", so Lloyd.
Vielen Indigenen geht es ums "Überleben", wissen Alfred und Vanessa Swallow.
Bild: :newstime
Auch Alfred und Vanessa Swallow, ebenfalls Oglola Lakota, zeichnen ein dunkles Bild vom Dasein im Reservat. "Es ist wirklich hart, hier zu leben. Alle kämpfen ums Überleben." Es gebe nicht genügend Jobs, dafür viel Alkohol und viele Drogen. Manche suchen ihr Glück draußen, in der "Welt des Weißen Mannes". Vanessa sagt, sie sei stolz auf die, die es schaffen. Aber manche hätten Angst, sich in dieser Welt zu verlieren.
Wählen will Vanessa Swallow bei den Midterms nicht. "Meine Stimme macht keinen Unterschied", ist sie sich sicher. Das Fazit von Axel Storm nach dem Besuch im Reservat: "Amerika schaut gerne weg."
Außerdem besucht Axel Storm Minneapolis, wo nach wie vor nach den tödlichen ICE-Schüssen offene Wunden klaffen. Und alte wieder geöffnet wurden.
Dort trifft er auf Toshiro Garraway. Sie ist Teil einer Community aus Hinterbliebenen und Aktivist:innen, die Angehörige durch Polizeigewalt verloren haben. Die meisten Verstorbenen sind People of Color.
"Es ist wichtig, dass wir zusammenkommen und über alle Fälle sprechen. Wenn wir sie einzeln ansprechen, wird der Ausnahmezustand nicht klar. Wir sind in einem Ausnahmezustand", erklärt Toshiro Garraway im Interview. Garraways Verlobter Justin Teigen starb mit 24 Jahren. Sie sagt, die Polizei habe ihn getötet. Von Seiten der Behörden spricht man von einem Tod auf der Flucht aus Unachtsamkeit. Sein Leichnam wird auf einem Recycling-Hof gefunden. Niemand wird angeklagt.
Garraway gedenkt ihres Verlobten auf dem sogenannten "Say their names"-Friedhof. Auf Teigens Grabstein ist eine erhobene schwarze Faust zu sehen. Ein Symbol, das auch die "Black Lives Matter"-Bewegung verwendet.
Auf dem "Say Their Names"-Friedhof steht auch der Grabstein von Toshiro Garraways Verlobtem.
Bild: Eine Frau trägt ein "Justice For Justin Teigen"-Shirt.
"Wir können nicht so weitermachen"
"Ich wusste tief im Herzen, dass die Geschichte, die sie uns erzählt haben, nicht stimmt", berichtet Garraway im Gespräch mit Axel Storm. Am deutlichsten sei dies gewesen, als sie die Leiche gesehen habe. "Es muss etwas Ungeheuerliches geschehen sein", ist sich die Hinterbliebene sicher.
Die Zustände führt sie auf Rassismus, Korruption sowie eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in den USA zurück. Für die Midterms wünscht sie sich einen Wandel – weg von der Trump-Regierung und ihren ICE-Beamten, die sie "Prügelknaben" nennt. "Wir können nicht so weitermachen und den Leuten die Macht überlassen, die Menschen nicht als gleichwertig ansehen", so Garraway.
Go West: Die Stationen der :newstime-Reporterreise
Minneapolis: Nach den ICE-Einsätzen und dem Winter der Gewalt: Was bleibt von Angst und Wut?
South Dakota: Wie blicken indigene Amerikaner auf Trump und Washington?
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Wyoming: Wie viel Washington verträgt die Freiheit im Wilden Westen?
Idaho: Wer Waffen trägt, wählt Trump? Was treibt Amerikas Waffenbesitzer wirklich um?
Bild: :newstime
Portland: Von der Straße an die Wahlurne: Wie viel Protest landet auf dem Stimmzettel?
Vom 26. bis 31. Oktober berichtet Axel Storm in allen :newstime-Sendungen von seinem Roadtrip.
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