Zeit und Kosten sollen reduziert werden
Kindergeld ohne Antrag beschlossen: So soll die Auszahlung laufen
Veröffentlicht:
von Jacqueline Bittl:newstime
Bald kein Antrag für Kindergeld mehr nötig (22. Mai)
Videoclip • 01:38 Min • Ab 12
Weniger Bürokratie für Eltern: Der Bundestag hat ein Gesetz für automatisch einlaufendes Kindergeld beschlossen. Ab 2027 soll die Auszahlung schrittweise ohne Antrag starten, zunächst aber nicht für alle Familien.
Der Bundestag hat den Weg für eine große Änderung beim Kindergeld freigemacht. Die Familienleistung soll künftig schrittweise automatisch ausgezahlt werden – ohne Antrag und ohne zusätzlichen Papierkram. Die Bundesregierung verspricht sich davon eine spürbare Entlastung für Eltern und einen weiteren Schritt bei der Digitalisierung der Verwaltung. Bevor das Gesetz in Kraft treten kann, muss allerdings noch der Bundesrat zustimmen.
Auch in den News:
Automatische Auszahlung startet ab 2027 – mit einer Einschränkung
Bislang müssen Eltern nach der Geburt eines Kindes selbst aktiv werden: Nach der Anmeldung beim Standesamt wird eine Steuer-ID vergeben, die anschließend für den Kindergeldantrag bei der Familienkasse nötig ist. Genau dieser Ablauf soll künftig deutlich vereinfacht werden. Nach den Plänen der Regierung, über die bereits im Mai debattiert wurde, wird das Standesamt die notwendigen Daten wie bisher an das Bundeszentralamt für Steuern übermitteln. Dieses informiert dann automatisch die Familienkasse. Voraussetzung ist allerdings, dass dem Staat die Kontoverbindung eines Elternteils bereits vorliegt.
Das neue Verfahren soll ab Januar 2027 starten – zunächst jedoch nur für Familien ab dem zweiten Kind. "Der Staat nutzt die Daten, die er schon hat", so Finanzminister Lars Klingbeil (SPD). Erst in einer späteren Ausbaustufe soll die automatische Auszahlung auch für Eltern gelten, die ihr erstes Kind bekommen. Die ersten antragslosen Zahlungen können im Laufe des Jahres 2027 erfolgen, sobald die technischen Voraussetzungen geschaffen sind. Früheren Angaben aus dem Finanzministerium zufolge kann die erste Phase ab März 2027 beginnen.
Aktuell erhalten Familien in Deutschland unabhängig vom Einkommen 259 Euro Kindergeld pro Monat und Kind. Nach Angaben des Finanzministeriums wurden im vergangenen Jahr rund 55 Milliarden Euro für 17,57 Millionen Kinder ausgezahlt. Die schwarz-rote Koalition plant zudem eine Erhöhung: Bis 2028 soll das Kindergeld laut einem Papier des Koalitionsausschusses schrittweise auf 272 Euro steigen.
Klingbeil spricht von großer Entlastung – Kinderhilfswerk kritisiert Voraussetzungen
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sprach laut Mitteilung des Ministeriums von einem Once-Only-Prinzip. Der Staat soll Daten, die bereits vorhanden sind, künftig mehrfach nutzen können. Dadurch können rund 300.000 Erstanträge pro Jahr entfallen. Ziel ist es, Zeit, Kosten und Verwaltungsaufwand zu reduzieren.
Kritik kommt allerdings von Sozialverbänden. Das Deutsche Kinderhilfswerk begrüßt zwar grundsätzlich die automatische Auszahlung, sieht aber Probleme bei den Voraussetzungen. Nach Angaben des Verbands kann das antragslose Kindergeld zunächst nur dann genutzt werden, wenn mindestens ein Elternteil in Deutschland arbeitet.
Laut Bundesgeschäftsführer Holger Hofmann werden "nichterwerbstätige Eltern [...] so von dem Verfahren ausgeschlossen und müssen weiterhin einen Antrag stellen, obwohl gerade sie von der Entlastung durch einen Antragsverzicht profitieren würden". Zudem fehle bislang ein konkreter Zeitplan dafür, wann auch Familien mit dem ersten Kind vollständig vom neuen Verfahren profitieren sollen.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Urlaub
Diese kuriosen Strandregeln kennen viele nicht

Männer unter Druck
Muskeln und Selbstvertrauen per Spritze: Der Hype um Testosteron

NATO-Gipfel
Plötzlich zückt Merz einen Sonnenbrillenaufsatz – und Macron lacht

Anti-West-Bündnis
Gefährliche Allianz: Russland und China bauen Anti-US-Abwehrsystem

Abstimmung am Freitag
LIVE: Umstrittene Kassenreform im Bundestag

Vorstandssitzung
VW auf Sparkurs: Gewerkschaft ruft zu Protesten auf

