Korea-Konflikt
Kim Jong-uns Schwester kritisiert Trump-Manöver: "provokativ und offensiv" - trotz Kürzungen
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Trump reduziert Manöver mit Südkorea (17. Augsut)
Videoclip • 01:31 Min • Ab 12
Trotz Kürzung der US-Militärübungen mit Südkorea hält Nordkorea an seiner kompromisslosen Linie fest. Kim Yo-jong kritisiert die Manöver – und lobt dennoch die persönliche Verbindung ihres Bruders zu Donald Trump.
Das Wichtigste in Kürze
US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, die laufenden Militärmanöver mit Südkorea massiv einzuschränken.
Kim Yo-jong, die Schwester von Nordkoreas oberstem Führer Kim Jong-un, kritisiert den neuen Kurs der USA als unzureichend.
Südkoreas Präsident Lee Jae Myung sieht hinter der Aktion eine Bemühung, "die Voraussetzungen für einen Dialog zur Errichtung eines Friedensregimes (...) zu schaffen".
Nordkoreas Führung lässt sich von diplomatischen Gesten aus Washington nicht beeindrucken. Kim Yo-jong, die einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong-un, hat die von US-Präsident Trump angeordnete Halbierung der gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea als unzureichend zurückgewiesen. Eine Verringerung von Umfang und Dauer ändere nichts am "provokativen und offensiven Charakter" der Manöver, erklärte sie laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Es handele sich weiterhin um feindselige Militärübungen gegen Nordkorea.
Auch in den News:
Trump hatte am Wochenende überraschend verkündet, das gemeinsame Militärmanöver "Ulchi Freedom Shield" deutlich zu reduzieren – unter Verweis auf seine angeblich "sehr gute Beziehung" zu Kim Jong-un. Die Übungen, die am Montag (17. August) begonnen hatten, werden nun bereits am Freitag (21. August) enden, statt wie ursprünglich geplant am 27. August. Südkoreas Außenminister Cho Hyun machte dabei deutlich, dass Seoul über Trumps Ankündigung vorab nicht informiert worden war.
Trotz ihrer scharfen Kritik an den Militärmanövern räumte Kim Yo-jong ein, dass ihr Bruder "gute Erinnerungen" an Trump hege und die beiden eine nach wie vor gute Beziehung verbinde. Allerdings wisse sie von keiner aktuellen Kommunikation zwischen den Staatschefs beider Länder.
Trump & Kim - ziemlich beste Freunde?
Die Beziehung zwischen Trump und Kim Jong-un gilt als außergewöhnlich in der jüngeren Geschichte der amerikanisch-nordkoreanischen Beziehungen. Nach einem ersten Gipfel in Singapur 2018 endete die zweite Begegnung im folgenden Jahr in Hanoi allerdings in einem Eklat: Kim reiste vorzeitig ab, nachdem die Verhandlungen über Nordkoreas nukleare Abrüstung gescheitert waren.
Zuletzt bejahte Trump vor Journalist:innen am Weißen Haus die Frage, ob er damit rechne, Kim noch in diesem Jahr zu treffen. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Beamt:innen berichtet, Trump wolle Kim noch in diesem Herbst treffen. Laut US-Medien wäre der Apec-Gipfel, der Mitte November in China stattfindet, eine Möglichkeit.
Südkoreas Staatsführung hat sich unterdessen öffentlich hinter Trumps Bemühungen gestellt. Präsident Lee Jae Myung schrieb auf X, er teile Trumps Bemühungen, "die Voraussetzungen für einen Dialog zur Errichtung eines Friedensregimes auf der koreanischen Halbinsel zu schaffen, selbst wenn dies bedeutet, die gemeinsamen Militärübungen zwischen Südkorea und den USA zurückzufahren".
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FAQ Kim Jong-un
Nach dem Tod seines Vaters 2011 wurde Kim Jong-un nach dem Ende der offiziellen Trauerzeit am 29. Dezember 2011 während einer öffentlichen Zeremonie zum "obersten Führer" der Partei und des Militärs ernannt. Am 11. April 2012 wurde er auf der IV. Parteikonferenz der Partei der Arbeit Koreas zum Ersten Sekretär und damit offiziell zum Parteiführer gewählt.
Bislang gibt es dazu kein offizielles Statement. Am ehesten wird aber seine jüngere Schwester Kim Yo-jong als Nachfolgerin in Betracht gezogen.
Koreanisch und Englisch. Gerüchten zufolge spricht er durch seinen Aufenthalt in der Schweiz auch Deutsch.
Wie das "VermögenMagazin" berichtet, soll Kim Jong-un ein geschätztes Vermögen von 4,2 Milliarden Euro besitzen. Bestätigt sind diese Angaben aber nicht.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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