Erneuerbare Energien

Solarziel erreicht – doch der nächste Ausbau wird schwieriger

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

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Solar-Überschuss droht Netze zu überlasten

Videoclip • 01:26 Min • Ab 12


Deutschland hat das Solarziel für 2026 vorzeitig erreicht. Der Branchenverband warnt jedoch, dass das Ausbautempo für die kommenden Etappen deutlich steigen muss.

Deutschland hat beim Ausbau der Solarenergie einen wichtigen Meilenstein erreicht. Die installierte Leistung überschritt nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) die Marke von 128 Gigawatt Peak (GWp). Damit sei das im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Ausbauziel für 2026 bereits vorzeitig erfüllt.

GWp beschreibt die maximale Leistung, die Solaranlagen unter optimalen Bedingungen erzeugen können. Der Erfolg sorgt in der Branche jedoch nicht nur für Zuversicht. Der BSW-Solar warnt, dass der Ausbau in den kommenden Jahren nicht langsamer werden darf.


Für 2030 fehlen noch 87 Gigawatt

Bis 2028 sieht das EEG eine installierte Solarleistung von 172 GW vor. Für 2030 sind 215 GW geplant, bis 2040 sollen es sogar 400 GW sein. Um das Ziel für 2030 zu erreichen, müssen in den kommenden Jahren noch rund 87 GW hinzukommen.

BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig sagt: "Der 128-Gigawatt-Meilenstein ist ein Erfolg. Doch wer daraus schließt, der Solarausbau laufe jetzt von allein, irrt." Bis 2030 müsse das jährliche Ausbautempo "steigen statt sinken", erklärt Körnig.

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Jährlicher Zubau muss wachsen

In den vergangenen beiden Jahren wurden laut BSW-Solar jeweils rund 17,5 GWp neue Solarleistung installiert. Für das 2030-Ziel wären jedoch durchschnittlich etwa 20 GWp pro Jahr nötig. Im ersten Halbjahr 2026 kamen gut 7,5 GWp hinzu – etwas mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der Verband vermutet allerdings, dass dabei auch Vorzieheffekte eine Rolle spielen. Grund dafür sind geplante Änderungen bei der Förderung, durch die manche Investitionen möglicherweise vorgezogen wurden. Ob sich das Wachstum im zweiten Halbjahr fortsetzt, ist deshalb offen.

Der BSW-Solar appelliert an den Bundestag, die vom Bundeskabinett beschlossene EEG-Novelle 2027 und das geplante Netzanschlusspaket im parlamentarischen Verfahren zu verbessern. Aus Sicht des Verbands braucht die Branche verlässliche Regeln, damit Unternehmen und private Haushalte weiter in Photovoltaik und Batteriespeicher investieren. Körnig warnt: "Wer jetzt die Bedingungen für neue Solaranlagen verschlechtert, riskiert einen Ausbauknick genau in dem Moment, in dem wir mehr Tempo brauchen."


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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