Bio-Produkte liegen vorn
Schimmelpilzgifte und Pestizide in BBQ-Sauce: Öko-Test kritisiert beliebte Marken
Veröffentlicht:
von Oliwia Kowalak:newstime
Öko-Test und Stiftung Warentest im Vergleich
Videoclip • 01:35 Min • Ab 12
Barbecue-Saucen werden oftmals zu deftigen Fleischgerichten serviert. Doch eine Auswertung von Ökotest zeigt jetzt, dass viele beliebte Marken gesundheitsschädliche Stoffe enthalten.
Das Wichtigste in Kürze
Öko-Test untersuchte 19 BBQ-Saucen auf schädliche Stoffe im Labor.
Nur vier der getesteten Produkte erhielten die Note "sehr gut", darunter drei Bio-BBQ-Saucen.
Ein bekannter Hersteller fällt laut der Untersuchung auf Schimmelpilze und Pestizide durch.
Sommer, Sonne, Grillen – die BBQ-Saison ist derzeit im vollen Gange. Doch auch über die heißen Sommermonate hinaus greifen Bundesbürger:innen beispielsweise für Burger und Pommes oder gar Pizza gerne mal zur rauchigen Variante der Tomatensoße. Allerdings sind nicht alle BBQ-Produkte auf dem deutschen Markt risikofrei. Denn laut einer Laboruntersuchung von ÖKO-TEST enthalten viele der geprüften Soßen giftige Inhaltsstoffe – darunter einige beliebte BBQ-Saucen von bekannten Herstellern.
Unter den 19 getesteten Barbecue-Saucen befanden sich sowohl vier Bio- als auch Markenprodukte aus Discountern, Supermärkten und dem Handel. Zu den untersuchten Marken gehörten die BBQ-Sauce von Heinz oder Nestle, so wie auch Discounter-Marken von Aldi Nord oder Penny, als auch Supermarkt-Produkte von Edeka oder Kaufland. Die Preise für eine 250-ml-Flasche bewegten sich zwischen 89 Cent und 3,99 Euro, wobei die Bio-Produkte in der oberen Preiskategorie rangierten.
Öko-Test bewertet vier BBQ-Saucen mit "sehr gut"
Im Labor wurden Barbecue-Saucen dann auf Schadstoffe wie Pestizide, Schimmelpilzgifte, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Furane untersucht. Zudem achtete die Untersuchung auch auf Aromen sowie Zucker und Salz, Farbstoffe, mögliche Stoffe aus Verpackungen oder nahm die Herstellerangaben unter die Lupe.
Das Ergebnis: Neun der 19 untersuchten Barbecue-Saucen wurden als empfehlenswert bewertet. Vier Soßen wurden mit der Note "sehr gut" – darunter drei Bio-Soßen – und fünf Soßen mit "gut" beurteilt. Hier bestachen die Soßen K-Bio Barbecue Sauce rauchig würzig von Kaufland oder Barbecue Sauce rauchig würzig von von Tegut.
Schimmelpilzgifte in BBQ-Sauce: Markenprodukt mit "ungenügend" bewertet
Laut Untersuchung enthielten fast alle Barbecue-Saucen Raucharomen und/oder geräucherte Zutaten. Raucharomen sind gemäß EU-Regelung seit Juli 2026 verboten, da diese potenziell krebserregende und erbgutschädigende Stoffe, wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Furane, enthalten. PAK entstehen beim Erhitzen oder Verbrennen von Kohle, Öl, Holz oder Tabak, wobei Furane sich beim starken Erhitzen oder Rösten von Lebensmitteln bilden. Die Ergebnisse der Labortests zeigten aber, dass die Belastung mit PAK minimal ist.
Anders sieht es bei Schimmelpilzgiften aus. Der Analyse zufolge wiesen alle getesteten Barbecue-Saucen schädliche Schimmelpilzgifte auf. Diese können in Tomatenbestandteilen auftreten, wenn Hersteller überreife Tomaten verarbeiten. Nachgewiesen wurde das krebsverdächtige Alternariol (AOH), dessen Gehalt die Studie als kritisch bewertet. Für die AOH-Werte gibt es jedoch keine festgesetzte gesetzliche Grenze, weswegen sich die Autor:innen zur Bewertung am Threshold of Toxicological Concern ausgerichtet haben.
Beispielsweise erhielt die Soße Bull’s-Eye Original rauchige BBQ-Sauce von Heinz im Zusammenhang mit festgestellten AOH-Werten und weiteren schädlichen Inhaltsstoffen die Note "ungenügend". Auf Anfrage von Öko-Test teilte Heinz mit, dass die Rezeptur aufgrund der Gesetzgebung zu Raucharomen in Kürze umgestellt werde. Fünf weitere BBQ-Saucen schnitten in dieser Kategorie durch erhöhte Werte ebenso schlecht ab. Zudem konnten die Labortests auch die nur in sehr geringen Spuren vorkommende Tenuazonsäure (TeA) nachweisen.
Auch in den News:
Rückstände von Pestiziden nachgewiesen: Beliebte BBQ-Marke fällt durch
Die Untersuchung konnte außerdem Rückstände von Pestiziden in einigen BBQ-Saucen ermitteln. Ein Abbauprodukt des Insektizids Spirotetramat, welches im bei Überdosierung im Verdacht steht, Fortpflanzungsorgane zu schädigen. Der Stoff wurde unter anderem in Bull’s-Eye Original rauchige BBQ-Sauce von Heinz oder Kühne Barbecue Sauce entdeckt. Letztere enthielt auch PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen. Diese können hormonelle Störungen sowie Organschäden verursachen oder werden als krebserregend eingestuft.
Auch fand man die Verbindung Ethoxyquin, welche in der Europäischen Union als Pflanzenschutzmittel nicht mehr zugelassen ist. Sie könnte aber über importierte Waren in die BBQ-Saucen gelangt sein. Besonders kritisierte der Öko-Test Produkte, die mit mehreren Pestizidspuren belastet waren. Die Werte sind zwar nicht akut gefährlich, jedoch könnten diese in Kombination mit anderen Pestiziden auch das Krebsrisiko erhöhen.
Verwendete Quellen:
oekotest.de: "BBQ-Sauce im Test: Es gibt Probleme mit Schimmelpilzgiften und Pestiziden"
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