Militärübungen verkleinert

Südkorea irritiert: Trump stoppt Großmanöver und betont Nähe zu Kim Jong-un

Aktualisiert:

von Jacqueline Bittl

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Lässt Trump Südkorea fallen?

Videoclip • 32 Sek • Ab 12


Der US-Präsident ordnet drastische Verkleinerung der Militärübungen mit Südkorea an und begründet dies mit seiner "sehr guten Beziehung" zu Kim Jong-un. Seoul zeigt sich irritiert.

In einer überraschenden Kehrtwende schränkte US-Präsident Donald Trump die laufenden Militärmanöver mit Südkorea massiv ein und stellte außerdem künftige Übungen grundsätzlich infrage. Die Entscheidung erfolgte ohne erkennbare Abstimmung mit dem wichtigen Verbündeten in Asien.

Trump begründete seinen Schritt auf der Plattform Truth Social mit Rücksicht auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. Die gemeinsamen Übungen sendeten ein "völlig unangemessenes und feindseliges Signal" an ein Land, das sich während seiner Präsidentschaft "respektvoll verhalten" habe, schrieb Trump. Nach eigenen Angaben wies er Verteidigungsminister Pete Hegseth an, die Militärübungen "deutlich zu reduzieren".

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Affront gegen Südkorea

Die Ankündigung wirkt wie ein Schlag ins Gesicht des engen Verbündeten Südkorea, der ähnlich wie NATO-Partner auf den militärischen Schutz der USA angewiesen ist. Ob Washington die Entscheidung vorab mit Seoul koordinierte, wird in südkoreanischen Medien offen bezweifelt. Das Präsidentenbüro reagierte zunächst nur mit einer vagen Stellungnahme, wonach beide Länder sich "eng koordinieren" würden.

Am Montag (17. August) begann die neueste Auflage des Manövers "Ulchi Freedom Shield", an dem Tausende Soldat:innen beider Staaten beteiligt sind. Die Übung umfasst diesmal 14 Feldübungen – bereits drei weniger als im Vorjahr. Diese Reduktion geht laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap auf Bemühungen des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung zurück, der ebenfalls eine diplomatische Annäherung an Nordkorea anstrebt.

US-Präsident Donald Trump (rechts) schüttelt dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un im Capella Resort auf der Insel Sentosa in Singapur die Hand.

Bild: Evan Vucci/AP/dpa


Geschenk an Kim Jong-un oder diplomatische Ambitionen?

Trumps Entscheidung kommt ausgerechnet dem international isolierten nordkoreanischen Regime zugute. Kim Jong-un droht Südkorea regelmäßig mit militärischer Gewalt und bezeichnet den Süden als "Hauptfeind". Seit Trumps erster Amtszeit hat Nordkorea sein Atomarsenal ausgebaut und unterstützt Russland im Ukraine-Krieg mit Munition sowie Tausenden Soldat:innen. Erst vor zwei Wochen hat Nordkorea nach eigenen Angaben erneut mehrere moderne Waffensysteme getestet.

Der US-Präsident verwies auch auf die Kosten der Militärübungen, die größtenteils von den USA getragen würden. Zudem erwähnte er, dass Südkorea kürzlich seine Bitte abgelehnt habe, sich den Bemühungen um eine Denuklearisierung des Irans anzuschließen.

Trump hatte Kim Jong-un während seiner ersten Amtszeit mehrfach getroffen. Ein Gipfeltreffen in Hanoi 2019 endete allerdings mit einem diplomatischen Eklat, als Kim vorzeitig abreiste. Erst am Samstag (15. August) hatte Trump ein Bild von sich Seite an Seite mit dem nordkoreanischen Machthaber verbreitet und das gute Verhältnis betont.

Während seiner Asien-Reise im Herbst 2025 äußerte Trump Interesse an einem weiteren Treffen mit Kim, das bislang jedoch nicht zustande kam. Die US-Regierung hält offiziell am Ziel fest, Nordkorea nuklear vollständig abzurüsten.

Expert:innen werteten jüngste nordkoreanische Raketentests als Machtdemonstration und Protest gegen die jährlichen Militärübungen der amerikanischen und südkoreanischen Streitkräfte.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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