Starke Zahlen
E-Auto-Prämie toppt Erwartungen: Über 100.000 Haushalte profitieren vom Zuschuss
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
E-Auto-Prämie übertrifft Prognosen
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Die Bilanz ist beeindruckend: Gut dreieinhalb Monate nach dem Start hat die neue staatliche E-Auto-Förderung bereits 100.000 Haushalte erreicht – und zeigt dabei ein überraschendes soziales Profil.
Wer gedacht hatte, ein staatlicher Elektroauto-Zuschuss spreche vor allem Gutverdiener:innen an, sieht sich durch die aktuellen Zahlen eines Besseren belehrt. Laut Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) ist das Programm weit über die ursprünglichen Erwartungen hinausgewachsen und hat genau die Menschen erreicht, für die es gedacht war.
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Drei von vier Antragstellern verdienen unter 60.000 Euro
Das auffälligste Merkmal der bisherigen Bilanz ist die Einkommensstruktur der Antragsteller:innen: Die Hälfte der 100.000 Haushalte, die bisher einen Zuschuss erhielten, gab ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von maximal 45.000 Euro an. Rechnet man die nächste Einkommensgruppe hinzu, kommt man auf drei Viertel aller Antragsteller mit einem Einkommen von bis zu 60.000 Euro.
Den Löwenanteil der Anträge – mehr als 90 Prozent – entfallen auf reine Elektroautos, der Rest auf Hybride oder Fahrzeuge mit sogenannten Reichweitenverlängerern.
Wer wie genau von der Prämie profitiert, erfährst du hier in unserem Artikel im Detail!
Von null auf 100.000 in Rekordzeit
Der Startschuss fiel am 19. Mai 2026: Schon während der Pressekonferenz, auf der das Antragsportal freigeschaltet wurde, gingen innerhalb von 30 Minuten knapp 1.900 Anträge ein. Nach 24 Stunden waren es bereits fast 17.000.
Drei Wochen nach dem Start meldete Minister Schneider mehr als 50.000 Anträge. Anfang August wurde die Schwelle von 100.000 durchbrochen – konkret waren es laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle am 5. August gut 103.500 Anträge.
Was die Prämie bringt – und wer sie bekommt
Der staatliche Zuschuss kann je nach Fahrzeugtyp, Familiengröße und Einkommen bis zu 6.000 Euro betragen. Gefördert werden Kauf und Leasing neuer Elektroautos, bestimmter Plug-in-Hybride sowie Elektroautos mit Reichweitenverlängerern – also kleinen Verbrennungsmotoren zur Erweiterung der Reichweite. Voraussetzung ist, dass das Fahrzeug ab dem 1. Januar 2026 zugelassen wurde. Die Prämie gilt ausschließlich für Privatautos, Dienstwagen sind ausgeschlossen.
Die Einkommensgrenze liegt bei 80.000 Euro Haushaltseinkommen jährlich. Familien mit mindestens zwei Kindern können bis zu 90.000 Euro verdienen und bleiben trotzdem förderberechtigt.
Drei Milliarden Euro, 800.000 Fahrzeuge – das große Ziel
Insgesamt stehen für das Programm bis 2029 drei Milliarden Euro bereit. Die Bundesregierung geht davon aus, dass dieses Budget für rund 800.000 geförderte Fahrzeuge reicht. Dass der Andrang real ist, zeigen auch die Neuzulassungszahlen: Im September 2026 wurden rund 88.600 reine Elektroautos neu zugelassen – rund 95 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Ihr Anteil an allen Neuzulassungen lag bei 34,5 Prozent.
Die neue Förderung ist eine direkte Antwort auf ein politisches Versäumnis: Die frühere Kaufprämie war Ende 2023 von der damaligen Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP abrupt gestoppt worden, um Haushaltslücken zu schließen. Die Folge war ein spürbarer Einbruch.
Die aktuelle Bundesregierung aus Union und SPD legte daraufhin ein neues Programm auf – diesmal mit explizitem Fokus auf Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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