US-Präsident
"Keine Gewalt", aber Trump stellt Grönland in Davos vor die "Wahl"
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von Christopher Schmitt:newstime
Davos-Gipfel: Trump sorgt für Anspannung
Videoclip • 03:19 Min • Ab 12
Beim Weltwirtschaftsforum ergreift Donald Trump das Wort. Von seinen Grönland-Plänen scheint der US-Präsident nicht abzurücken. Auf Gewalt will er jedoch verzichten.
"Soll ich ein paar Worte zu Grönland sagen?" – eine angesichts der mit Spannung erwarteten Rede offensichtlich rhetorische Frage: Donald Trump hat die Aufmerksamkeit um seinen Auftritt auf dem Weltwirtschaftsforum sichtlich genossen. Seine Worte in Richtung Europa klangen nicht besänftigend, viel mehr bekräftigte der US-Präsident erneut seinen Anspruch auf die Arktisinsel.
Grönland habe "eine Wahl", so Trump: "Ihr könnt 'ja' sagen, und das würden wir sehr wertschätzen. Oder ihr könnt 'nein' sagen – und wir werden uns erinnern." Seine Worte klangen wie eine Drohung. "Ich will keine Gewalt anwenden. Ich werde keine Gewalt anwenden", versprach er allerdings. Sein Anspruch sei auch "keine Bedrohung für die NATO". Stattdessen strebt er "unverzüglich Verhandlungen" an, die Insel soll gekauft werden.
Er wolle auf Grönland ein Schutzschild zur Verteidigung Nordamerikas errichten, den größten "Golden Dome", den es je gegeben habe. Auch Kanada würde hierdurch verteidigt werden.
"Rückgabe" Grönlands: "Wie dumm sind wir?"
Er habe "enormen Respekt vor den Menschen in Grönland und Dänemark", beteuerte Trump. Doch keine Gruppe von Nationen könne Grönland verteidigen – nur die USA. "Wir sahen das im Zweiten Weltkrieg." Damals habe die USA im Kampf gegen Nazi-Deutschland geholfen und für das chancenlose Dänemark gekämpft. Ansonsten "würden sie alle Deutsch sprechen, oder ein bisschen Japanisch". Dann habe man die Insel zurückgegeben. "Wie dumm waren wir?", lachte Trump.
Erneut wies er auf die angebliche Gefahr durch Russland und China hin und wiederholte das Narrativ, den USA gehe es nicht um Mineralien in Grönland. "Wir brauchen es für nationale und internationale Sicherheit." Seit hunderten Jahren sei es amerikanische Politik, die eigene Hemisphäre zu schützen. Ein amerikanisches Grönland sei "gut für Europa und gut für uns".
Trump: Will, dass Blutbad in Ukraine endet
Außerdem forderte Trump in Davos ein schnelles Kriegsende in der Ukraine. Es sei "ein Blutbad dort, und ich will, dass es endet". So seien alleine im vergangenen Monat 31.000 Menschen gestorben. "Was bekommen die Vereinigten Staaten für all diese Arbeit, dieses Geld, außer Tod, Zerstörung und riesige Geldsummen für Menschen, die nicht anerkennen, was wir tun?", fragte Trump. Seiner Ansicht nach sollten sich die NATO und Europa um die Ukraine kümmern. "Die USA sind weit entfernt. Wir haben einen großen, schönen Ozean, der uns davon trennt. Wir haben damit nichts zu tun."
Trump mit viel Lob – für sich selbst
Zu Beginn seiner Rede hatte sich Trump noch ausführlich selbst gelobt. So seien die USA bis zum Beginn seiner zweiten Amtszeit vor einem Jahr ein "totes Land" gewesen. "Jetzt sind wir das angesagteste Land der Welt".
Mit Blick auf die US-Wirtschaft zeigte sich Trump in Davos zuversichtlich. "Die USA sind der Wirtschaftsmotor der Welt", unterstrich der Republikaner. "Und wenn Amerika boomt, boomt die ganze Welt."
Verwendete Quellen
Livestream Nachrichtenagentur Reuters
Nachrichtenagentur dpa
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