Neue Route

"Kaspischer Express": So versorgt Putin den Iran mit Waffen

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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Russland hat  eine strategische Versorgungsroute über das Kaspische Meer aufgebaut. Der Korridor soll Iran mit Gütern und militärischer Ausrüstung versorgen – und den Druck der USA auf die Schifffahrt im Persischen Golf umgehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Russland nutzt eine neue Versorgungsroute über das Kaspische Meer, um Iran mit Waffen und Gütern zu beliefern.

  • Der Hafen Olya spielt eine zentrale Rolle beim Transport iranischer Drohnenteile und Munition.

  • Die Verbindung erinnert an den früheren "Syrischen Express".

Russland und Iran setzen offenbar verstärkt auf eine Transportverbindung über das Kaspische Meer. Die Route wird als "Kaspischer Express" bezeichnet. Sie soll Moskau ermöglichen, Teheran zu beliefern, ohne auf die von den USA unter Druck gesetzten Seewege am Persischen Golf angewiesen zu sein.

Das Kaspische Meer ist ein Binnengewässer ohne Zugang zu den Weltmeeren. Genau das macht die Strecke für Russland und Iran besonders wichtig: Die USA können dort als Seemacht nicht in gleicher Weise eingreifen wie auf offenen Handelsrouten, berichtet "Focus Online".

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Waffenhandel zwischen Russland und Iran über Kaspisches Meer

Seit Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 hat sich Iran zu einem wichtigen Partner Moskaus entwickelt. Iran habe Russland mit Raketen und Luftabwehrsystemen unterstützt, heißt es weiter. Genannt werden dabei unter anderem Kurzstreckenraketen des Typs Fath-360 sowie Boden-Luft-Raketen.

Umgekehrt habe Russland seit Ende 2021 Milliardenbeträge für iranische Rüstungsgüter ausgegeben. Besonders wichtig sei die Zusammenarbeit bei Schahed-Drohnen. Iran liefere Komponenten und Technologie, während Russland in der Sonderwirtschaftszone Alabuga Produktionskapazitäten aufgebaut habe.

Der russische Hafen Olya im Norden des Kaspischen Meeres ist dabei zum zentralen Umschlagplatz für iranische Drohnenteile und Munition geworden. Über die Route gelangen außerdem Weizen, Tierfutter und Öl in den Iran.

Modell aus dem Syrien-Krieg

Russland greift damit nach Einschätzung des britischen "Telegraph" auf ein bekanntes Muster zurück. Während des Syrien-Kriegs versorgte Moskau das Regime von Baschar al-Assad, der jüngst zum Tode verurteilt wurde, über eine Seeverbindung zwischen der besetzten Krim und dem syrischen Hafen Tartus. Diese Route wurde als "Syrischer Express" bekannt.

Nachdem die Türkei infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 den Bosporus für Kriegsschiffe geschlossen hatte, wurde dieser Weg stark eingeschränkt. Mit dem Ende des Assad-Regimes 2024 verlor er weiter an Bedeutung.

Den Berichten zufolge hat Russland das Prinzip auf das Kaspische Meer übertragen. Die "Frankfurter Rundschau" schreibt, die Route sei inzwischen zu einem zentralen Element der militärischen Partnerschaft zwischen Moskau und Teheran geworden.


Angriffe auch im Kaspischen Raum

Die Kriege im Nahen Osten und der Ukraine haben sich bereits auf das Kaspische Meer ausgeweitet. Israel griff in diesem Jahr den iranischen Marinestützpunkt Bandar Anzali an. Dabei wurden Hafenanlagen und mehrere Boote zerstört.

Ende Juli traf zudem eine ukrainische Drohne ein iranisches Handelsschiff im Kaspischen Meer. Ein Seemann wurde dabei getötet. Teheran erwäge im Gegenzug Angriffe auf den ukrainischen Hafen Odessa, so der "Telegraph"

Auf die enge Verbindung zwischen Moskau und Teheran blickt Washington mit Sorge. US-Regierungsvertreter:innen sagten der "New York Times", Russland habe Iran beim Wiederaufbau seiner Bestände geholfen. Iran habe im Krieg der USA und Israels gegen das Mullah-Regime 60 Prozent seines Drohnenarsenals verloren.


Verwendete Quellen:

Focus Online: "Russland schleust über neue Route heimlich Waffen nach Iran"

Telegraph: "The secret supply route Russia is using to sustain the Iran war"

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