In Abwesenheit

Syrien: Ex-Machthaber Baschar al-Assad zum Tode verurteilt

Aktualisiert:

von Emre Bölükbasi

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Streit um Abschiebungen nach Syrien (18. Juni)

Videoclip • 01:53 Min • Ab 12


Ein syrisches Gericht verurteilt den geflohenen Ex-Machthaber al-Assad wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode. Vor dem Justizpalast bricht Jubel aus – doch eine Vollstreckung erscheint unwahrscheinlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jahre nach seiner Flucht erreicht Baschar al-Assad ein Urteil, dem er wohl kaum je persönlich gegenüberstehen wird: der Tod.

  • Ein Gericht in Damaskus spricht das Todesurteil in Abwesenheit aus – vor den Türen bricht Jubel aus.

  • Ob es je vollstreckt wird, bleibt höchst ungewiss.

In einem beispiellosen Verfahren hat das vierte Strafgericht in Damaskus den gestürzten syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Die Urteilsverkündung wurde live im syrischen Staatsfernsehen übertragen. Dem 2024 nach Russland geflohenen Langzeitmachthaber werden vorsätzlicher Mord an mehreren Menschen, Folter, willkürliche Inhaftierung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt.

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Familienmitglieder al-Assads ebenfalls verurteilt

Neben Assad traf das Todesurteil auch seinen Cousin Atef Nadschib, den früheren Sicherheitschef der südlichen Stadt Daraa. Ihm werden systematischer Massenmord und willkürliche Verhaftungen vorgeworfen. Daraa gilt als Wiege des syrischen Aufstands: Dort begannen 2011 die friedlichen Proteste, nachdem Jugendliche regierungskritische Graffiti an Schulwände gesprüht hatten und festgenommen wurden – der Auslöser für den fast 14-jährigen Bürgerkrieg.

Auch Assads Bruder Mahir al-Assad sowie weitere Vertreter der gestürzten Regierung wurden in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Die Anklagepunkte: vorsätzlicher und geplanter Mord sowie Folter mit Todesfolge.

Dutzende jubeln nach Urteilsverkündung

Vor dem Justizpalast versammelten sich während der Urteilsverkündung Dutzende Menschen. Nach dem Todesurteil gegen Nadschib brachen Jubel und Freudenschreie aus, wie ein Reporter vor Ort berichtete. Einige Anwesende hielten Bilder von Personen hoch, deren Tod Nadschib vorgeworfen wird.

Als eine Rebellenallianz im Dezember 2024 kurz vor Damaskus stand, floh Assad mit seiner Familie nach Russland. Sein jüngerer Bruder Mahir, der als brutaler "Schlächter" bekannt ist, soll sich Berichten zufolge ebenfalls nach Moskau abgesetzt haben. Russland hat Assad bislang nicht an Syrien ausgeliefert.

Eine Vollstreckung der Strafen scheint derzeit unwahrscheinlich. Sollten die Verurteilten jedoch jemals gefasst oder ausgeliefert werden, wartet auf sie in Damaskus umgehend der Strafvollzug oder ein neuer Prozess.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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