Verheerendes Ausmaß

Kolumbien nach Erdbeben unter Schock: Opferzahl steigt – Anwohner helfen bei Trümmer-Suche

Aktualisiert:

von Marie-Finn Bruker / Christopher Schmitt

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Schweres Erdbeben erschüttert Kolumbien

Videoclip • 01:41 Min • Ab 12


Anwohner:innen helfen bei der Suche in den Trümmern. Nachdem ein starkes Erdbeben den Nordwesten Kolumbiens erschüttert hat, wurden über 100 Tote und Hunderte Verletzte bestätigt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schock in Kolumbien: Im Nordwesten des Landes sorgt ein schweres Erdbeben für Verwüstung und Zerstörung.

  • Präsident Abelardo de la Espriella bestätigt 111 Tote – die Zahlen werden voraussichtlich noch steigen.

  • Das Erdbeben der Stärke 7,4 ereignete sich um 7:34 Uhr Ortszeit.

Das verheerende Ausmaß des schweren Erdebebens in Kolumbien offenbart sich nur langsam, nun hat die Regierung den Notstand ausgerufen. Unterdessen steigt die Zahl der Toten weiter – inzwischen auf mehr als 100. Es wurden offiziell bisher 111 Todesfälle sowie 87 Verletzte gemeldet, wie Präsident Abelardo de la Espriella bei einem Krisentreffen mitteilte. Es muss befürchtet werden, dass die Zahl der Opfer noch deutlich nach oben korrigiert wird. Das Auswärtige Amt hat seine Reise- und Sicherheitshinweise für das Land angepasst.

Alleine in der Millionenstadt Cali würden 188 Menschen vermisst, teilte Präsident Abelardo de la Espriella auf einer Pressekonferenz vor Ort mit. "Darauf werden sich jetzt all unsere Kräfte konzentrieren." In Cali seien 35 Menschen ums Leben gekommen und 700 verletzt worden. Drei Krankenhäuser sowie rund 40 Gebäude seien eingestürzt. Auch die Städte Pareira sowie Manizales seien schwer getroffen worden. In einem Post auf X der Stadtverwaltung heißt es, in Pereira gab es 60 Todesopfer, elf weitere Einwohner:innen würden vermisst.

Laut de la Espriella würden von Seiten der Regierung sowie lokaler Behörden alle Ressourcen mobilisiert. Die Zusammenarbeit laufe ungeachtet von politischen Differenzen. 600 Soldaten seien bereits vor Ort. 400 weitere sollen dazukommen, um bei Such- und Bergungsarbeiten zu unterstützen.

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Anwohner:innen packen bei Suche mit an

"Wir haben hier ein vierstöckiges Gebäude, das vollständig eingestürzt ist. Wir haben bereits drei Personen lebend bergen können", erklärte in Cali der diensthabende Feuerwehrchef im Viertel La Alameda dem Sender "Caracol". Demnach versuchen zahlreiche Anwohner:innen bei der Suche nach weiteren in den Trümmern Verschütteten, mit anzupacken.

Telefon- sowie andere Kommunikationsverbindungen wurden beeinträchtigt, auch die Stromversorgung ist teils betroffen. Nach Angaben des Präsidenten wurde der kommerzielle Flugverkehr an sechs Flughäfen aufgrund der Schäden gestoppt.

Erdbeben der Stärke 7,4 im Westen Kolumbiens

Das Beben ereignete sich um 7:34 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Departamento Chocó in einer Tiefe von 96 Kilometern, wie der Kolumbianische Geologische Dienst (SGC) mitteilte. Der US-amerikanische Geologische Dienst (USGS) verortete es in 107 Kilometern Tiefe.

Mit einer Stärke von 7,4 sei das Erdbeben noch in der 180 Kilometer entfernten Hauptstadt Bogotá, Medellín, Cali, Popayán, Armenia, Pereira und Manizales zu spüren gewesen. Videos in den sozialen Netzwerken zeigten zerstörte Gebäude und Menschen, die vor Panik auf die Straße liefen. Auch mehrere Flughäfen waren betroffen. In den Nachbarländern Venezuela, Ecuador und Panama wurde das Beben Berichten zufolge wahrgenommen.

Einen Zusammenhang mit dem starken Erdbeben in Venezuela im Juni erkennt der SGC allerdings nicht.

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Krisenstab eingerichtet

Der erst kürzlich vereidigte Präsident Abelardo de la Espriella ordnete an, dass ein gemeinsamer Krisenstab in San José del Palmar eingerichtet werde. Das Gremium soll unter anderem die Hilfe für Betroffene koordinieren. Zudem forderte der Präsident einen detaillierten Bericht über die Lage und den dringendsten Hilfsbedarf.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

UNGRD auf X

Nubia Carolina Córdoba-Curi auf X

Abelardo Gabriel de la Espriella Otero auf X

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