300 Hektar brennen

Feuerfront mit Feuer bekämpfen: Weltkriegsmunition hindert Einsatzkräfte in Hürtgenwald

Aktualisiert:

von Max Strumberger / Christopher Schmitt

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Waldbrand bedroht Dörfer bei Düren

Videoclip • 34 Sek • Ab 12


Die Feuerfront beim Hürtgenwald wütet auf einer Fläche in der Größe von etwa 420 Fußballfelder. Explosive Weltkriegsmunition erschwert den Einsatz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Waldbrand beim Hürtgenwald wird mit Bundeswehr-Hubschraubern bekämpft, die Feuerwehr ist im Dauereinsatz.

  • Die Gemeinde musste rund 1.800 Einwohner auffordern, ihre Häuser zu verlassen.

  • Nach wie vor ist die Ursache des Brands ungeklärt.

Eine Feuerfront bedroht den Ortsteil Gey der Gemeinde Hürtgenwald im Kreis Düren (NRW). Am Freitagmorgen (14. August) standen 300 Hektar Wald – etwa 420 Fußballfelder – in Flammen. Am Mittag war das Feuer noch rund 150 bis 200 Meter von der Ortschaft entfernt.

Helfen sollen nun Gegenfeuer als Mittel der Brandbekämpfung, um ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern, erklärte Feuerwehrsprecher Peter Berndgen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Wir haben Expertenteams vor Ort, die genau diese Taktik gerade einsetzen." Diese Methode wurde unter anderem auch in Kanada und Südeuropa angewandt. Zusätzlich sind auch Panzer der Bundeswehr im Einsatz, um Schneisen zu schlagen.

Die dpa berichtet, es könnte sich um den größten Waldbrand in Nordrhein-Westfalen seit Jahrzehnten handeln. Zusätzlich erschwert werden die laufenden Löscharbeiten durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände. "Das Gelände ist doch sehr schwierig und durch die hohe Munitionsbelastung können wir auch keine einzelnen Feuerwehrleute mit Löschrucksäcken reinschicken", sagte Landrat Ralf Nolten (CDU). Im Laufe der Nacht sei auf dem Brandgelände bereits Munition hochgegangen.

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Evakuierung am frühen Morgen

Um 4 Uhr hatte sich die Polizei zur Evakuierung entschieden: 1.800 Bewohner:innen des Stadtteils Gey wurden in Sicherheit gebracht.

Bereits am Donnerstagnachmittag (13. August) breitete sich das Feuer aus, die Ursache des Brands ist noch unklar. Der Landkreis Düren hat einen Krisenstab eingerichtet und spricht von einer "Großschadenslage".

Bundeswehr-Hubschrauber im Löscheinsatz

"Unser Land hält zusammen!", schrieb zudem NRW-Regierungschef Hendrik Wüst (CDU) auf der Plattform X. Sein Dank gelte den Einsatzkräften. Seit Donnerstagnachmittag seien Feuerwehr, Polizei sowie Hilfsorganisationen im Einsatz, viele "ohne Pause". "Ich danke allen Einsatzkräften für ihren unermüdlichen und oft bis zur Erschöpfung reichenden Einsatz", schrieb auch Kanzler Friedrich Merz (CDU).

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Gegen den Waldbrand in der Nordeifel will die Bundeswehr nun mit Löschhubschraubern vorgehen. Zwei Maschinen vom Typ NH-90 sind einer Sprecherin des Verteidigungsministeriums zufolge von Faßberg in Niedersachsen aus gestartet. Mit jedem einzelnen Flug ist es möglich, 2000 Liter Löschwasser fallen zu lassen.

Grundsätzlich kommen immer mehr Hubschrauber aus anderen Bundesländern zum Einsatz.

A4-Ausfahrten dienen als Rettungszufahrten

Wie die Autobahn GmbH mitteilte, sind die Ausfahrten Düren und Langerwehe an der Autobahn 4 ab sofort gesperrt. Sie sollen den Einsatzkräften als Rettungszufahrten dienen.


Zuvor hatte die Gemeinde bereits dazu aufgerufen, die Bereiche Gey, Kleinhau und die Landesstraße 25 zu meiden. Auch die Bundesstraße 399, die entlang des betroffenen Waldstücks verläuft, wurde für den Verkehr gesperrt.

Gegen 2 Uhr schien es zunächst, als könne sich das Feuer nicht weiter in Richtung der Häuser ausbreiten. Der Wind änderte die Lage jedoch offenbar innerhalb kurzer Zeit. Rund zwei Stunden später heulten die Sirenen, und die Bewohner wurden aufgefordert, ihre wichtigsten Sachen zu packen und den Ortsteil zu verlassen.

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Brandursache noch unklar

Die Feuerwehr und weitere Helfer waren die ganze Nacht im Einsatz. Verletzte wurden bislang nicht gemeldet. In der Gemeinde Hürtgenwald im Westen Nordrhein-Westfalens leben insgesamt knapp 9.000 Menschen; zum Ortsteil Großhau gehören etwa 500 Einwohner.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

"Bild.de"

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