Zeichen an China?

Mini-Insel Niue: Wadephul unterzeichnet Erklärung - Deutschland nimmt Beziehungen mit Pazifik-Staat auf

Aktualisiert:

von Emre Bölükbasi

Anfang Januar hatte Deutschland die kleine Insel Niue als eigenen Staat anerkannt, jetzt gab Außenminister Wadephul (rechts) den Startschuss für diplomatische Beziehungen.

Bild: Jens Büttner/dpa


Außenminister Wadephul hat ein historisches Abkommen mit dem Südseestaat Niue unterzeichnet. Die Anerkennung des 1.700-Einwohner-Staates sendet wichtige Signale im geopolitischen Wettbewerb mit China.

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschland nimmt offiziell diplomatische Beziehungen zur winzigen Südseeinsel Niue auf – Außenminister Wadephul unterzeichnete die Zeremonie persönlich.

  • Die Anerkennung soll ein Zeichen für Klimaschutz, Resilienz der Inseln und deutsche Präsenz in der Region setzen.

  • Zudem könnte der Schritt für Deutschlands Kandidatur im UN-Sicherheitsrat 2027/28 strategische Bedeutung haben.

Am Dienstag (3. Februar) hat Deutschland offiziell bilaterale Beziehungen mit dem kleinen Südseestaat Niue aufgenommen. Außenminister Johann Wadephul (CDU) unterzeichnete bei seinem Besuch in Auckland (Neuseeland) gemeinsam mit dem Regierungschef von Niue, Dalton Tagelagi, eine entsprechende Erklärung. Diese seltene diplomatische Zeremonie markiert einen wichtigen Meilenstein in den Beziehungen Deutschlands zum pazifischen Raum.

Kleine Insel, große Bedeutung

Niue mag mit nur 1.700 Einwohner:innen und einer Fläche von rund 260 Quadratkilometern klein erscheinen, doch die Bedeutung dieser diplomatischen Anerkennung ist beträchtlich. Die Insel liegt etwa 4.500 Kilometer östlich der australischen Küste zwischen Fidschi und den Cookinseln und rund 2.400 Kilometer nordöstlich von Neuseeland.

Das Bundeskabinett hatte Niue erst am 7. Januar 2026 als eigenen Staat anerkannt. Bis 1974 gehörte die Insel zu Neuseeland und ist heute immer noch enger Partner des Landes, wobei die Einwohner:innen neuseeländische Staatsbürger:innen sind.

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Strategische Interessen und Klimaschutz

Für Wadephul zeigt diese Anerkennung "die Wertschätzung, die Deutschland diesem Land gegenüber bringt, die Bedeutung, die wir dem Selbstbestimmungsrecht der Völker beimessen und die Bedeutung, die wir den pazifischen Inseln beimessen". Er betonte besonders die Bedrohung, die der Klimawandel für diese Region darstellt: "Die pazifischen Inseln sind besonders bedroht vom Klimawandel, sie sind in ihrer Existenz bedroht".

Deutschland fühle sich dem Kampf gegen den Klimawandel verpflichtet, "aber auch dem Kampf für Resilienz, also für Widerstandsfähigkeit dieser Inseln", fügte Wadephul hinzu.

Geopolitische Dimensionen und UN als Faktor?

Hinter der Aufnahme diplomatischer Beziehungen stehen auch geopolitische Überlegungen. Die Anerkennung soll ein Zeichen der Kooperationsbereitschaft in die Region senden, wo China versucht, immer mehr Einfluss zu gewinnen. Wadephul formulierte es deutlich: "Wenn Chinas Einfluss hier steigt, dann sinkt auch gleichzeitig unser Einfluss".

Eine eigene deutsche Botschaft auf der Insel ist nicht geplant - zuständig bleibt die deutsche Vertretung in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington.

Ein weiterer Hintergrund des persönlichen Termins zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen dürfte auch Deutschlands Kandidatur für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat sein. Im Juni 2026 kandidiert Deutschland für die Jahre 2027/2028. Auch wenn Niue noch nicht UN-Mitglied ist, zählt in diesem diplomatischen Spiel jede Stimme - besonders die der kleinen Südseestaaten, die bereits UN-Mitglieder sind.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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