Experte beleuchtet Kanzler-Debatte
"Hinterbänkler revoltieren": Warum manche SPD-Politiker Pistorius statt Scholz wollen
Veröffentlicht:
von Emre Bölükbasi:newstime
Kanzler Scholz unter Druck: Mehr Stimmen für Pistorius aus der SPD
Videoclip • 01:48 Min • Ab 12
Macht es Scholz - oder gibt es kurzfristig noch eine Überraschung im SPD-Lager? Die Kanzlerfrage wirbelt die Partei auf. Warum gerade die Hinterbänkler in der SPD "revoltieren", erklärt ein Experte im :newstime-Interview.
Das Wichtigste in Kürze
Die K-Frage sorgt in der SPD für viel Gesprächsstoff - noch sind die Würfel nicht gefallen.
Dem Politikwissenschaftler Uwe Wagschal zufolge "revoltieren" besonders die Hinterbänkler in der Partei.
Warum das so ist, erklärt er im :newstime-Interview.
Der Politikwissenschaftler Uwe Wagschal von der Universität Freiburg führt die Rufe in der SPD nach einer Kanzlerkandidatur des Verteidigungsministers Boris Pistorius auf drohende Mandatsverluste nach der Neuwahl zurück. "Wir haben das Problem, dass viele Hinterbänkler wahrscheinlich ihre Mandate verlieren werden", sagte der Experte am Sonntag (17. November) gegenüber :newstime.
Die SPD habe zurzeit 206 Abgeordnete im Bundestag. Diese Zahl werde auf etwa 110 schrumpfen, "wenn die Umfragen so bleiben", fügte er hinzu. "Das heißt, die Spitzenkandidaten, die Spitzenleute der SPD haben ihre Position sicher, aber die Hinterbänkler eben nicht - und die revoltieren jetzt."
Deshalb forderten die ersten SPD-Politiker:innen aus den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Sachsen oder Thüringen, "dass wir doch bitte das Pferd wechseln sollten und dann mit Pistorius ins Rennen gehen". "Das sind genau die Stimmen, die jetzt sehen: 'Mein Job im Bundestag geht weg, meine sechs Mitarbeiter gehen weg.' Da stehen viele, viele Mitarbeiter der SPD aus der zweiten Reihe sozusagen im Feuer."
Wagschal ist sich aber dennoch sicher: "Olaf Scholz ist aktuell der Spitzenkandidat der SPD". Sollten jedoch die Umfragewerte der Partei weiter "im Keller bleiben", könne es noch zu einem Wechsel des Kanzlerkandidaten kommen - unter der Voraussetzung, dass Scholz weiterhin sehr unpopulär bleibe und Pistorius Beliebtheitswerte hoch blieben. "Es ist nicht neu in der SPD, dass die Spitzenkandidaten auch ausgewechselt werden, teilweise auch recht brutal und recht kurzfristig", resümierte Wagschal.
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