"Schämt Euch"

Hegseth rastet wegen CNN-Bericht über schwindendes US-Waffenarsenal aus

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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Iran-Krieg: Hegseth fordert mehr Geld

Videoclip • 02:02 Min • Ab 12


Geht den USA wegen des anhaltenden Iran-Kriegs die Munition aus? Das legen zwei Medienberichte nahe. "Kriegsminister" Hegseth dementiert -  und ist sauer. Sein Zorn trifft vor allem einen US-Sender.

Das Wichtigste in Kürze

  • Medienberichten zufolge mangelt es dem US-Militär wegen des Iran-Kriegs zunehmend an Munition und Raketen.

  • Verteidigungsminister Hegseth streitet alles ab und knöpft sich den US-Sender CNN öffentlich vor.

  • Der fehlende Nachschub an Waffen könnte auch Auswirkungen auf mögliche Konflikte mit Russland und China haben.

Trump-Minister Hegseth zu CNN: "Schämt euch"

Der jetzt schon monatelange Krieg der USA gegen den Iran hat offenbar das Waffenarsenal des US-Militärs gefährlich schwinden lassen. Das berichten die Nachrichtenagentur Reuters und CNN. Besonders der TV-Sender hat jetzt den Zorn von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth auf sich gezogen. Er wies den CNN-Bericht, fast 80 Prozent der Abwehrraketen für ein wichtiges Raketenabwehrsystem des US-Militärs im Iran-Krieg aufgebraucht seien, aufs Schärfste zurück. Auf der Plattform X schrieb er: "Dieses Banner ist NICHT WAHR, @CNN. Schämt euch." Dazu postete er das entsprechende Bild eines Fernsehbildschirms. Er sprach von Fake-News-Medien.

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Für wenig Begeisterung bei Hegseth dürfte auch ein CNN-Bericht gesorgt haben, wonach das US-Militär seine Soldat:innen per Mail um "kreative Ideen" im Krieg gegen den Iran gebeten haben soll. 

US-Munitionsbestände "gefährlich niedrig"

Der TV-Sender hatte unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichtet, US-Militärkommandeure warnten davor, dass die Munitionsbestände des Pentagons "gefährlich niedrig" seien.

In dem CNN-Bericht heißt es weiter unter Berufung auf Angaben von zwei mit dem jüngsten Bestandsbericht vertrauten Quellen, dass das US-Militär seit Kriegsbeginn fast vier Fünftel seines THAAD-Raketenbestands im Vergleich zum Vorkriegsbestand aufgebraucht und etwa die Hälfte seiner Patriot-Abfangraketen eingesetzt habe. Terminal High Altitude Area Defense (THAAD) steht für ein System, das Kurz- und Mittelstreckenraketen abwehren kann.

Die Denkfabrik Center For Strategic & International Studies (CSIS) in Washington schätzte Stand Ende Juli, dass den USA noch bis zu knapp 830 Patriot-Abwehrraketen zur Verfügung stünden. Vor dem Krieg seien es geschätzt gut 2.300 gewesen. Bei THAAD-Abwehrraketen ging die Denkfabrik von 452 vor dem Krieg aus. Ende Juli seien es geschätzt noch bis zu 278 Raketen gewesen.

Auch in den News:

Auch Langstreckenraketen sollen ausgehen

Reuters hatte zudem berichtet, dass die US-Bestände an wichtigen landgestützten Langstreckenraketen weitgehend aufgebraucht seien. Dies schüre Sorgen über die Einsatzbereitschaft des US-Militärs für künftige Konflikte, sagten Regierungsvertreter Reuters mit Blick auf die niedrigen Lagerbestände. Details zur genauen Nutzung der Raketen vom Typ Army Tactical Missile Systems (ATACMS) und Precision Strike Missiles (PrSM) waren bislang nicht bekannt.

Bei den Raketen handelt es sich vor allem um Boden-Boden-Geschosse des Heeres. Die USA hätten "nahezu alle" dieser Waffen eingesetzt, sagten zwei der Insider. Zu genauen Zahlen wollten sie allerdings keine Angaben machen. Analysten zufolge wären solche Waffen, die über eine Million Dollar pro Stück kosten, auch in einem Konflikt mit China oder Russland von Bedeutung. PrSM ist eine neuere, fortschrittlichere Generation, die die ATACMS mit ihrer kürzeren Reichweite ersetzen soll. Zudem hätten die USA seit Kriegsbeginn knapp die Hälfte ihres weltweiten Bestands an Tomahawk-Marschflugkörpern verbraucht, sagte eine Person, die ebenfalls nicht namentlich genannt werden wollte. Diese werden von der Marine von Schiffen und U-Booten aus gestartet.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Nachrichtenagentur Reuters

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