Vorschläge gesucht

Kriegskrise: US-Militär bittet Truppe um "kreative Ideen" gegen den Iran

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von Joachim Vonderthann

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Trump hofft auf neuen Iran-Deal

Videoclip • 01:39 Min • Ab 12


Die USA suchen offenbar intern nach neuen Wegen im Krieg gegen Iran. Laut CNN bat ein ranghoher Offizier des US-Zentralkommandos militärische Analyst:innen per E-Mail um "kreative und unkonventionelle" Vorschläge.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das US-Militär hat seine Soldaten offenbar um "kreative Ideen" im Krieg gegen den Iran gebeten.

  • Beobachter:innen sehen darin den Beweis, dass sich US-Präsident Trump in eine strategische Sackgasse manövriert hat.

  • Unterdessen gibt es offenbar Bewegung in der wichtigen Hormus-Frage.

Die Anfrage wirkt ungewöhnlich offen – und sie deutet auf wachsende Ratlosigkeit in Washington hin. Ein hochrangiger Offizier des für den Nahen Osten zuständigen US Central Command (CENTCOM) schrieb laut CNN in einer E-Mail an eine größere Gruppe militärischer Analyst:innen: "Wir suchen nach neuen, kreativen und unkonventionellen Wegen, um den Iran unter Druck zu setzen und zu bestrafen." Eine zweite Quelle bestätigte dem Sender demnach, dass ein ranghoher Militär vergangene Woche um neue Ideen im Umgang mit Iran bat.

CENTCOM bestätigte den Inhalt der E-Mail nicht direkt, wies den Vorgang aber auch nicht zurück. Ein Sprecher erklärte: "Das US-Zentralkommando hat eine lange Tradition darin, auf innovative Weise zu denken und zu arbeiten."

Auch in den News:

US-Militär sucht nach Auswegen im Iran-Krieg

Dem Bericht zufolge ist diese Art interner Anfrage ein Zeichen dafür, dass US-Präsident Donald Trump nur noch begrenzte und womöglich politisch unangenehme Optionen bleiben, um den Iran zu einem Abkommen zu seinen Bedingungen zu zwingen. Trump befinde sich in einer strategischen Sackgasse. Sein Handlungsspielraum habe sich nach Monaten des Krieges deutlich verengt.

US-Luftangriffe reichen offenbar nicht aus

Seit Wochen greifen die USA iranische Ziele aus der Luft an. Ihr Ziel: Dem Mullah-Regime die Fähigkeit zu nehmen, die Schifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen, und Teheran zurück an den Verhandlungstisch zu zwingen. Ein Erfolg ist bislang jedoch nicht erkennbar. Sowohl die CIA als auch die Defense Intelligence Agency seien zuletzt zu dem Schluss gekommen, dass die laufenden Bombardierungen die iranische Verhandlungsposition wohl nicht entscheidend verändern werden, heißt es in dem CNN-Bericht weiter. Auch der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, General Dan Caine, habe öffentlich eingeräumt: "Luftmacht hat ihre Grenzen."

Der TV-Sender berichtet außerdem, dass das US-Militär aktiv Angriffe auf den Pickaxe Mountain und andere iranische Anlagen vorbereitet habe, in denen nukleares Material oder Ausrüstung vermutet werde. Doch selbst mit den stärksten konventionellen Waffen seien diese tief unterirdischen Ziele kaum wirksam zu zerstören. Dafür wären wohl Bodentruppen nötig – ein Risiko, das Trump bislang nicht eingehen wolle.

Trump schwankt zwischen Drohungen und Verhandlungen

Zuletzt zeigte sich erneut ein wiederkehrendes Muster bei Trump: Am Wochenende kündigte er massive Angriffe auf den Iran an, sogar den größten Angriff des US-Militärs "seit dem Zweiten Weltkrieg". Dann sagte er die Aktion aber in letzter Minute wieder ab, um neuen Verhandlungen mit dem Iran eine Chance zu geben. Laut CNN geschah das, nachdem regionale Akteure – insbesondere der saudische Kronprinz – Trump zur Deeskalation gedrängt hätten.


Einigung in der Hormus-Frage erzielt?

Die wieder aufgenommenen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sollen jetzt einen ersten Teilerfolg gebracht haben. Bei der für die Handelsschifffahrt so wichtigen Straße von Hormus soll sich eine Übergangslösung zwischen den Kriegsparteien und dem Oman abzeichnen, wie das US-Portal Axios unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten sowie zwei Quellen aus der Golfregion berichtet.

Trump sagte vor Reportern auf den Medienbericht hin angesprochen, es könnte passieren, dass die Meerenge am Mittwoch geöffnet wird - oder am darauffolgenden Tag. Er sprach von Fortschritten. Dem Sender Fox News sagte der Republikaner in einem Interview außerdem, man führe "sehr gute" Gespräche.

"Axios" schrieb weiter, die Übergangslösung erfülle einige der Forderungen des Iran und gebe ihm mehr Kontrolle über diese strategisch wichtige Meerenge, als er vor dem Krieg hatte.



Verwendete Quellen:

CNN: "US military asks troops for 'creative and unconventional' ideas to punish Iran"

Nachrichtenagentur dpa

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