Angespannte Stimmung
Heikles Treffen: Hat die US-Regierung den Vatikan bedroht?
Veröffentlicht:
von Christopher Ferner:newstime
Papst richtet eindringlichen Appell an Trump
Videoclip • 55 Sek • Ab 12
Ein Treffen zwischen Vertretern der US-Regierung unter Donald Trump und dem Vatikan sorgt für Wirbel – und erhöht den Druck auf die ohnehin angespannte Beziehung.
Das Wichtigste in Kürze
Vertreter des US-Verteidigungsministeriums sollen den Vatikan bei einem Treffen massiv unter Druck gesetzt haben.
Sowohl das Pentagon als auch der Vatikan weisen die Darstellungen zurück.
Das Verhältnis der Trump-Regierung und dem Vatikan gilt als angespannt. Für neuen Wirbel sorgen nun Medienberichte über ein Treffen im Januar zwischen Vertretern des US-Verteidigungsministeriums und dem damaligen vatikanischen Botschafter in den USA, Kardinal Christophe Pierre. Allein das ist ungewöhnlich: Normalerweise ist für solche Gespräche das Außenministerium zuständig.
Während des Treffens soll die US-Regierung den Vatikan nicht nur unter Druck gesetzt, sondern womöglich indirekt mit militärischer Macht gedroht haben. Laut einem Bericht der Website "Letters from Leo" sollen US-Vertreter dem Botschafter deutlich gemacht haben, dass die USA tun und lassen könnten, was sie wollten.
Zudem soll ein Vergleich mit dem sogenannten Avignon-Papsttum gefallen sein, einer Phase im 14. Jahrhundert, in der französische Könige die Päpste unter ihre Kontrolle brachten. Manche Beobachter:innen werten das als Drohung.
Vatikan und US-Regierung weisen Darstellungen zurück
Die US-Regierung weist das entschieden zurück. Unterstaatssekretär Elbridge Colby habe ein "substantielles, respektvolles und professionelles" Treffen abgehalten, schrieb das Verteidigungsministerium auf X. Die US-Botschaft beim Heiligen Stuhl sprach von einer "bewussten Falschdarstellung routinemäßiger Treffen" und betonte: Die Beziehung bleibe "stark und produktiv."
Doch der Kontext gibt den Berichten Gewicht. Die Spannungen zwischen Washington und dem Vatikan reichen zurück bis zu Trumps Abschiebepolitik, die US-Bischöfe öffentlich kritisiert hatten. Papst Leo XIV. hat seither mehrfach klar Stellung bezogen. Zuletzt nach Trumps Drohung, den Iran "auszulöschen": "Das ist wirklich nicht akzeptabel", sagte der Papst. Er fügte hinzu: „Ich möchte alle einladen, wirklich im Herzen an die vielen Unschuldigen zu denken – an die vielen Kinder, viele ältere Menschen, völlig Unschuldige."
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
t-online: "Trump-Regierung soll dem Vatikan gedroht haben"
Euronews: "Spannungen zwischen Vatikan und USA: Wurde Kardinal Pierre im Pentagon zurechtgewiesen?"
Letters from Leo: "The Pentagon Threatened Pope Leo XIV’s Ambassador With the Avignon Papacy"
X: "U.S. in Holy See", "DOW Rapid Response"
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