Religion

Islamisches Opferfest Eid al-Adha: Warum Muslime weltweit feiern

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

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Das steckt hinter dem islamischen Opferfest Eid al-Adha

Videoclip • 01:17 Min • Ab 12


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Das Opferfest ist das höchste Fest im Islam. Es wird zum Höhepunkt des Haddsch gefeiert. Das steckt hinter dem islamischen Feiertag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Muslime ist Eid al-Adha ein Moment des Innehaltens.

  • Man denkt an eine dramatische Prüfung im Koran, betet gemeinsam und verteilt Fleisch an Bedürftige.

  • Hinter den Ritualen steckt ein klares Signal, das weit über religiöse Grenzen hinausweist.

Mit dem islamischen Opferfest Eid al-Adha begehen Muslime weltweit einen der höchsten Feiertage ihrer Religion. Das Fest fällt in die Zeit der Pilgerfahrt nach Mekka, dem Hadsch, und markiert deren Höhepunkt. In vielen Ländern stehen an diesem Tag öffentliche Gebete, Familienbesuche und gemeinsame Mahlzeiten im Mittelpunkt. Zugleich geht es um eine zentrale Botschaft des Islams: Vertrauen in Gott – und Verantwortung füreinander.

Religiöse Grundlage des Festes ist die Überlieferung, dass der Prophet Ibrahim (im Christentum und Judentum als Abraham bekannt) bereit gewesen sein soll, seinen Sohn Gott zu opfern. In letzter Sekunde, so die Erzählung, griff Gott ein und ersetzte das Kind durch ein Tier. Muslime erinnern mit Eid al-Adha an diese Prüfung des Glaubens und deuten sie als Symbol für bedingungslose Hingabe – aber auch für göttliche Barmherzigkeit.


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Tier wird in drei Teile geteilt

Zentrales Ritual ist die Schlachtung eines Tieres – meist eines Schafs, einer Ziege, einer Kuh oder eines Kamels – nach genau festgelegten Regeln. Das Fleisch wird traditionell in drei Teile geteilt: Ein Teil bleibt für die eigene Familie, ein weiterer wird an Verwandte und Nachbarn verteilt, der dritte ist ausdrücklich für Bedürftige bestimmt. Auf diese Weise soll deutlich werden, dass religiöse Frömmigkeit ohne soziale Gerechtigkeit unvollständig bleibt.

Neben der Opfergabe spielen das gemeinsame Festtagsgebet in der Moschee oder auf großen Freiflächen sowie Spenden eine wichtige Rolle. Gläubige nutzen die Tage rund um Eid al-Adha, um Streit beizulegen, Kranke zu besuchen und Schulden zu begleichen. In vielen Ländern organisieren Hilfsorganisationen Fleischverteilungen und Geldspenden, damit auch ärmere Menschen am Fest teilhaben können – oft weit über nationale Grenzen hinweg.

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Rituelle Schlachtung in der Kritik

Gleichzeitig wird das Opferfest immer wieder kontrovers diskutiert, etwa mit Blick auf Tierschutz, Hygienestandards oder die Rolle von Religion im öffentlichen Raum. Islamische Verbände betonen, die rituelle Schlachtung sei an strenge Vorschriften gebunden und dürfe nicht gedankenlos erfolgen. Für viele Muslime bleibt Eid al-Adha deshalb ein Prüfstein: Der Glaube soll nicht nur im Gebet sichtbar werden, sondern im verantwortungsvollen Umgang mit Tieren, Ressourcen – und den Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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